Funkuhr/T (DDR)

Betriebsuhr aus Aufklärungsstellen der NVA; auch von der HA III des MfS eingesetzt.

Das Uhrensystem besteht in der Minimalkonfiguration aus einem Zeitzeichenempfänger (ZZE) und der eigentlichen Uhr (Uhr/T = Tischvariante, Uhr/E = Einschubvariante), welches die Zeitzeichen auswertet. Bei Bedarf können bis zu zehn weitere als Tochteruhren angeschlossen werden.
Für den ZZE ist ein seperater Wandhalter (Konsole) und für die Tischvariante der Uhr für den Einsatz in Fahrzeugen eine spezielle Spannvorrichtung verfügbar, um die Uhr z.B. auf einer Tischfläche zu fixieren.

Der Funkempfänger sucht automatisch den am stärksten einfallenden Zeitzeichensender. Genutzt werden konnten zwei, einer ist noch aktiv:

  • Sender-1 = Zeitzeichensender DCF-77 in Mainflingen bei Frankfurt/Main, der mit 30 kW auf 77,5 khz sendet,

  • Sender-2 = Zeitzeichensender in Nauen (Rufzeichen Y3S), der mit 5 kW auf 4525 kHz sendete.

Reicht die eingebaute Ferrit-Antenne für einen störungsfreien Empfang nicht aus, ist der Anschluß einer externen Antenne möglich. Bei einem Ausfall des Zeitzeichensenders läuft die Uhr autonom weiter. Zeit und Datum können auch manuell eingestellt werden.

Die Auswerteschaltung synchronisiert sich ab der 58. Minute jeder Stunde für drei Minuten auf die empfangenen Signale, d.h., Uhrzeit (Stunden, Minuten, Sekunden) und Datum (Tag, Monat, Jahr) werden automatisch gestellt.

Die Uhrzeit wird ständig im Display angezeigt und es werden Zeittelegramme zur Verfügung gestellt:

  • für Tonbandaufzeichnungen zur genauen Auswertung,

  • für EDV-Anlagen,

  • zur Auslösung von Schaltvorgängen zu vorprogrammierten Zeiten.


Funkuhr/T in der WTS (links Klappe geöffnet)


Zeitzeichenempfänger ZZE in der WTS


meine Funkuhr/T mit ZZE plus extra Langdraht-Antenne

Stromversorgung: wahlweise 220 V / 50 Hz Netzspannung oder 10,8 bis 28 V Gleichspannung


die Bestandteile des Zeitsystems

Baujahr: ab 1982
Hersteller: VEB Steremat "Hermann Schlimme", Berlin

Quelle:
- Wehrtechnische Studiensammlung (WTS) Koblenz
- Technische Dokumentation