Funkaufklärungszentrale Süd (FuAZ S) arrow.gif (948 Byte)Karte

Zella-Mehlis    arrow.gif (948 Byte)Karte

 

Die FuAZ S befand sich auf dem "Schwarze Kopf" (Höhe 712), ca. 2,5 km südwestlich von Zella-Mehlis in einer 33 ha grossen Liegenschaft von, die mittels einer 10 kV HSA (Hochspannungsicherungsanlage) abgesichert war. Der Zugangsbereich wurde zusätzlich per Video und Lichtschranken überwacht. Zella-Mehlis war zugleich Standort des Zentralen Postens des Systems KRTP-81 RAMONA. Der rechte Posten lag bei Christes, der linke bei Frauenwald.

FuAZ S als placemark für google earth herunterladen: arrow.gif (948 Byte) (Ortsangaben ohne Gewähr).

Die FuAZ Süd hatte den Auftrag, im Rahmen des Diensthabenden Systems (DHS) die Luftlage der NATO-Streitkräfte in Zentraleuropa (im Süden und der Mitte Westdeutschlands) aufzuklären und zu melden. Dazu waren in der FuAZ S eine Auswerte- und eine Informationsgruppe zuständig  arrow.gif (948 Byte)Organigramm.


Lageplan (Stand 1990)

Im Stellungsbereich "Schwarze Kopf" gab es ein dreigeschossiges Unterkunfts- und Dienstgebäude (50,0 x 13,5 m) mit Flachdach und Unterkellerung, ein KFZ-Hallen-/ Werkstattbereich (73,0 x 19,0 m) mit Flachdach aber ohne Unterkellerung, ein Technikgebäude (32,0 x 13,0 m) mit Flachdach, aber ebenfalls ohne Unterkellerung, ein Wachgebäude (30,0 x 10 m) sowie Bereiche für Heizung und Wasserversorgung. Im Technikgebäude waren in fünf Garagen (je 13,0 x 4,5 m über zwei Geschosse reichend) die Kabinen des Systems KRTP-81 RAMONA abgestellt. Für das KRTP-81 und SDR-2A waren mehrere betonierte Abstellflächen vorhanden.

Das System RAMONA wurde zur Elektronischen (funktechnischen) Aufklärung von Luftzielen genutzt, zur Elektronischen (funktechnischen) Aufklärung bodengestützter Radargeräte wurde ein SDR-2A eingesetzt. Mit den Tschechischen Streitkräften wurde zusätzlich eine gemeinsame funktechnische Peilbasis betrieben; der tschechische Posten befand sich auf dem Dylen. Zur Erprobung war auf dem Schwarze Kopf auch ein SRTR-D als mögliches Nachfolgesystem des SDR-2A im Einsatz.

Flugfunkerfassung wurde an ein bis zwei Arbeitsplätzen mit einem ungarischen Empfänger vom Typ UREV PG bzw .japanischen Scannern Typ AR-2002 (10 Stück plus sechs als Reserve) durchgeführt. Die Empfangsgeräte waren mittels aktiven Signalverteilern 2095KV an zwei Antennen angeschlossen, eine LogPer-Antenne (2 - 400 MHz) und ein optimierte Dipolantenne Marke Eigenbau (100 - 150 MHz).
Eine Besonderheit stellte der automatisierte Sonderarbeitsplatz ASG-90 zur Erfassung der Artillerieführungssysteme (ArtFüSys) TACFIRE / ADLER dar. Er bestand aus vier ungarischen Empfängern VREV-T, einem Panoramempfänger VREV-P, einem durch das MfS in Eigenbau hergestellten Steuerrechner "MIMOS" sowie zur Auswertung aus einem Rechner Robotron K8915 nebst Speichermedien (Diskettenlaufwerken) und Drucker Robotron K6313.

Die Liegenschaft wird heute zivil weitergenutzt. Anfänglich standen auf dem Dienstgebäude zwei Antennenträger mit Mobilfunkantennen und es wurde von 1992 bis 1996 als Asylbewerberheim genutzt. Heute ist das Dienstgebäude abgerissen, das ehemalige Technikgebäude hat der Besitzer, ein Forstwirt, saniert bzw. zum Wohn- und Bürogebäude umgebaut. Hier ist auch ein 'Kompetenzzentrum für erneuerbare Energien' untergebracht.


Hauptor

Unterkunfts- u. Dienstgebäude

Haupteingang

Nordwestseite

Nordwestseite

Nordostseite

Südwestseite

Lieferrampe

Liefereingang

abgesichertes Fenster

Blick vom
Technikgebäude aus

Tor zum KFZ-Bereich

KFZ-/Werkstattbereich

Technikgebäude

Technikgebäude

Technikgebäude

Wachgebäude

Heizungsgebäude

Heizungsgebäude mit
Hochbehälter
ZM_Wasserkessel.jpg (130417 Byte)
Hochbehälter  (100 m3)r

Rohrleitungen

Wasserkessel (20 m3)

Manometer

Notstromdiesel

Schaltkästen

Sicherungen

Lüfterschacht

Zaun mit HSA

Bunker (Wachposten)

Bunker (MPI)

unbekannntes Kleinstgebäude
(Pumpenhaus ?)

Flur

OvD-Zimmer

NVA-Spind

vergessener Stuhl

Anlagetagebuch der Heizungsanlage

ehemalige Sickergrube

da hat jemand eine Zange vergessen

 Fotos aus 2011 während eines "Tages der offenen Tür" im 'Kompetenzzentrum für erneuerbare Energien Schwarzer Kopf' :


Infotafel (Text, Grafiken u. Fotos
stammen großteils von meiner Seite, siehe oben)

der Schwarze Kopf heute
(Foto von einer Infotafel)

ehemaliger Standort
Dienstgebäude

der KFZ-Bereich heute
 

der KFZ-Bereich heute
 

ehemaliger System-Standplatz
(siehe Lageplan), heute "zivil genutzt"

ehemaliger System-Standplatz
(siehe Lageplan) heute "zivil genutzt"

das Pumpenhäuschen
 

Original-Plan des VEB (B)
Projektamtes Suhl (1977)
 

Christes    arrow.gif (948 Byte)Karte   Karte

Der rechte Posten des Systems KRTP-81 RAMONA befand sich in einer 30 ha grossen Liegenschaft bei Christes (5,6 km südostl. Schmalkalden) an der Strasse nach Breitenbach auf der "Kühpforte". Diese war mittels einer 20 kV HSA (Hochspannungsicherungsanlage) gesichert. Im Stellungsbereich gab es ein eingeschossiges Dienst- und Unterkunftsgebäude (42,0  x 10,6 m) mit Satteldach sowie einen Garagenbereich mit zwei Garagen (je 10,6 x 4,5 m) und einer Garage (19,0 x 4,5 m), in dem auch die Kabinen des KRTP-81 und der Nachrichtenzentrale untergebracht waren.

Die Liegenschaft wird heute nicht weitergenutzt.


Dienstgebäude

Dienstgebäude

Dienstgebäude

Dienstgebäude

im Dienstgebäude
Christes_Gebäude_1c.jpg (98262 Byte)
im Dienstgebäude

Plattform (für Antennenmast?)

Anaschaltkasten

Frauenwald    arrow.gif (948 Byte)Karte   Karte

Der linke Posten des Systems KRTP-81 RAMONA befand sich in einer 22,4 ha grossen Liegenschaft südlich Frauenwald (12 km südöstl. Suhl) auf der Höhe 772 an der Strasse (heute L3650) Richtung Steinbach (ca. 1,5 km nördlich davon). Diese war ebenfalls mittels einer 20 kV HSA (Hochspannungssicherungsanlage) gesichert und wies etwa die gleiche Infrastruktur wie die Stellung Christes auf.
Tip arrow.gif (948 Byte)
Ca. 2 km von Frauenwald kann die ehemalige Ausweichführungsstelle des MfS Bezirk Suhl besichtigt werden.

Die Liegenschaft wird heute nicht weitergenutzt; lediglich ein Mobilfunkmast wurde auf dem Gelände installiert.


Zufahrt

Garagen

Dienstgebäude

Eingang

Gebäuderückseite
Frauenwald_Garagen_2.jpg (63128 Byte)
Garagen (eingestürzt)

Garagen / Mobilfunkmast

Flur

Bunker-Elemente (MPI)

Bunker (MPI)

Kleinstgebäude
(Pumpenhaus?)

 

Nach 25 Jahren hat ein Ehemaliger seine alte Dienststelle bei Frauenwald aufgesucht und folgende Fotos zur Verfügung gestellt: 


Blick auf das ehemalige Tor

das Schalthaus der 10 kV Schutzanlage

Schalthaus von innen

die neuere alsphaltierte Objekt-Straße (die alte ist komplett zugewachsen)

der heutige Antennenmast (Mobilfunk-Umsetzer)

Rest der Garagen

Garagen und Hauptgebäude

Hauptgebäude von der Seite
 

Eingang ins Hauptgebäude

Eingang ins Hauptgebäude

erster Raum links - Waffenkammer

zweiter Raum links - Aufenthaltsraum

Aufenthaltsraum
 

erster Raum rechts - Waschraum
 

Dusche und WC
 

Sicherungskasten im Bad-Bereich
(dort stand auch die Wasserpumpe mit Speicherkessel)

zweiter Raum rechts - Küche

dritter Raum rechts - Schlafraum

Schlafraum

dritter Raum links - Dienstzimmer (Fähnrich-Zimmer)

vierter Raum rechts - Elektro-Anlage

außen - Lager / Elektro-Anlage

Blick in die Zaun-Trasse, früher komplett frei, heute zugewachsen
 

 


Völkershausen    arrow.gif (948 Byte)Karte

Der FuAZ Süd angegliedert wurde am 1. Juli 1987 die Richtfunkaußenstelle 2 (RFuASt-2), die sich westlich Völkerhausen (5,3 km südöstl. Philippstal/Werra) auf dem "Oechsenberg" (Höhe 630) befand. Im Stellungsbereich gab es neben einem Dienst- und Unterkunftsgebäude (30,0 x 15m) mit Kellergeschoss auch zwei Radome von je 5 m Durchmesser für die Technik.
In Völkershausen wurden der Richtfunkaufklärungssatz VU-141 eingesetzt. Die RFuASt-2 war zwar der FuAZ S angegliedert, der Meldungsabsatz erfolgte aber direkt an die Zentrale in Dessau. Völkershausen wurde auch durch mobile Kräfte der HA III des MfS genutzt.
Vom 05.-17.09.1987 kam der Richtfunkaufklärungssatz NAPRAFORGO zusammen mit dem Richtfunk- und Satellitenaufklärungsgerätesatz BOLERO im Rahmen einer Erprobung in Zusammenarbeit mit der Ungarischen Volksarmee (UVA) zum Einsatz.

Die Liegenschaft liegt heute brach, der Zaun ist nicht mehr vorhanden.

Oechsen - 1987

Der Aufklärungsposten auf dem Oechsen im Jahr 1987;
in der Mitte die beiden 5m -  Radome,
links der Antennenmast des Systems BOLERO während einer Erprobung.

Völkershausen

Früher existierte auf dem Oechsenberg ein "Bismarckturm" mit phantastischer Aussicht, Wanderwege und eine Ausflugsgaststätte. Zu DDR-Zeiten wurde der Oechsenberg, obwohl im Sperrgebiet gelegen,   zum Zweck des Basaltabbaus um fast 16 Meter abgetragen. Der Bismarckturm mit Sicht in den Westen wurde 1978 gesprengt. Kurz vor der Wiedervereinigung wurde das Areal auf dem Oechsenberg zum Naturschutzgebiet erklärt.

Satellitenfoto: D-Sat 5 (Buhl Data Service GmbH)

Oechsen - 1987

Diverse weitere Antennen, vermutl. während einer mobilen Einsatzmaßnahme der NVA und/oder der HA III des MfS;
zu sehen u.a. ein R-381 D2 und R-381 D3.


Anmerkungen eines Zeitzeugen, der von 1982-85 in Zella-Mehlis diente:

Die kleinen auf  den oben gezeigten Fotos genannten Bunker waren für den bezeichneten Ernstfall als Beobachtungs- bzw. Verteidigungsstellungen gedacht. Die Wachhabenden wurden in der Regel durch Berufssoldaten als UvD - kein OvD - (ab Uffz. aufwärts) sichergestellt; der Funkaufklärungsdienst von Uffz. unter Befehl von BUffz bzw. Offz. Mobile Sicherstellung größtenteils durch Soldaten im Grundwehrdienst. Die Außenstellen (Christes, Frauenwald) waren ein- bis zweiwöchig von bis zu vier bewaffneten Kräften besetzt. Es gab kein fließend Wasser, die Versorgung erfolgte aus Wasseranhänger,  die beim Wechsel der Besatzung neu befüllt wurden.


Für die vielen Fotos aus Zella-Mehlis, Christes, Frauenwald und vom Oechsenberg ein besonderer Dank an die Herrn Christof Dörsmann, E. Pälike, E. Ritter, C.Siefke und M. Sommer.