Die grenznahe Funk- und Funktechnische Aufklärung der CVA   google earth placemarks arrow.gif (948 Byte)

Die Tschechischen Streitkräfte (CVA) betrieben zur Fernmelde- und Elektronischen Aufklärung der NATO mehrere feste Einsatzstellungen entlang der Grenze zur Bundesrepublik Deutschland:


Dylen (Tillenberg), 940 m

Ca. 4,5 km östlich Neualbenreuth/Oberpfalz gelegen, unmittelbar hinter der Grenze Deutschland/Tschechien, wird der Dylen/Tillenberg auch als Mittelpunkt Europas bezeichnet wird. 1865 haben hier österreichische Militärvermessungsingenieure einen Vermessungsstein gesetzt.

Er ist der Nordgipfel des Böhmerwaldes, der sich von der Cham-Further-Senke bis Eger/Cheb erstreckt. Zur Zeit des "Kalten Krieges" befand sich auf dem Dylen ein Aufklärungsposten der Tschechischen Streitkräfte zur Fernmelde- und Elektronischen Aufklärung der NATO. Zusammen mit dem FuAZ Süd Zella-Mehlis der NVA wurde eine gemeinsame funktechnische Peilbasis betrieben.

Heute sind im Turm der ehemaligen Einsatzstellung die UKW-Sendeanlagen von Radio Radio EGRENSIS installiert.   link

Berg Dylen zur Zeit des "Kalten Krieges"
der Dylen zur Zeit des "Kalten Krieges" mit verschiedenen funkelektronischen Aufklärungsgeräten nach dem Umbau
(KRTP-81, KRTP-86, SDR-2).


RAMONA auf dem Dylen (CSSR)
Mark Carlisle hat ein tolles Foto einer amerikanische AH-1F COBRA während einer Border Control mit dem Dylen im Hintergrund (1988) link-1
Sender Radio EGRENSIS  Sender Radio EGRENSIS
der Dylen mit den UKW-Sendeanlagen heute
 


Der Dylen von oben heute (Bayern-Viewer), deutlich zu sehen die halbmondförmige Fläche (ehemals mit Sichtschutz versehen) sowie die kreisförmige (ehem.) Stellfläche des
TAMARA-Systems.
einen noch besseren Blick von oben hierlink-4


Cerchov (Schwarzkopf), 1039 m

Der Cerchov, ca. 5,5 km östlich Waldmünchen hinter der deutsch-tschechischen Grenze gelegen, ist der Südgipfel des Böhmerwaldes und war von 1945 bis 1990 als militärisches Sperrgebiet unzugänglich. Auch die Hauptabteilung III des MfS der DDR nutzte die Stellung auf dem Cerchov als Abhörstützpunkt (Tarnbezeichnung "RUBIN"). Seit Juli 2000 können Wanderer wieder den herrlichen Ausblick vom Aussichtsturm auf das Bayerisch- Böhmische Grenzland genießen, bei guten Wetterbedingungen reicht die Sicht sogar bis zu den Alpen. Der Cerchov wird von Amateurfunkern auch als Relaisstation genutzt.
(Fotos wurden z.T. freundlicherweise von Herrn Günter Bauer (DK9CL) zur Verfügung gestellt)


o.li. mit RPS-6; Foto u.re. mit KRTP-81 RAMONA

Cerchov
hier u.a. mit KRTP-81 RAMONA und SDR-2A

Cerchov Cerchov - Plattform
die (ehem.) Antennenplattform ohne Sichtschutz

weitere Infos/Bilder link-1  

Polednik (Mittagsberg), 1315 m

Der Polednik befindet sich ca. 12,5 km nordöstlich Zwiesel, unmittelbar hinter der Grenze gelegen und war wie der Dylen lange Zeit militärisches Sperrgebiet. Auch die Hauptabteilung III des MfS der DDR nutzte die Stellung auf dem Polednik als Abhörstützpunkt (Tarnbezeichnung "TOPAS"). Heute ist der Polednik der meist besuchte Gipfel im Böhmerwald mit herrlicher Rundsicht auf die tschechischen und bayerischen Gipfel. Im noch erhalten gebliebenen ehemaligen Aufklärungsturm kann eine Ausstellung besucht werden.

Dylen_vor-dem-Umbau_1986.jpg (59422 Byte)
der Polednik  zur Zeit des "Kalten Krieges" (links vor dem Umbau);
auf dem rechten Foto sind noch die Antennen der HA III des MfS
("TOPAS") zu erkennen
(Anm.: Kabinenanordnung wie bei "RADAR" auf dem Wetzstein.

weitere Fotos aus der Zeit des "Kalten Krieges" (nach dem Umbau)
link-1   link-2     


der Polednik von oben heute (Bayern-Viewer), deutlich zu sehen die halbmondförmige Fläche (ehemals mit Sichtschutz versehen)

der heutige Aussichtsberg  link-3    link-4   link-5


Velký Zvon (Plattenberg), 859 m 

Auch auf dem Zvon war ein Aufklärungsposten der Tschechischen Streitkräfte installiert. U.a. befand sich dort auch ein Posten des Aufklärungssystems KRTP-86 TAMARA (Foto). Augenscheinlich wird der Zvon noch heute militärisch genutzt.

Zvon
der Turm auf dem Zvon 1996

Zvon Zvon
Zvon - im Turm 1996

 


Havran (Rabenberg) , 894 m

Auf dem Havran (ca. 5 km östl. Flossenbürg/D, nahe der Gemeinde Skláre) befand sich noch ein weiterer Aufklärungsposten der Tschechischen Streitkräfte, u.a. ausgerüstet mit KRTP-81 RAMONA, später KRTP-86 TAMARA. Der aufgegebene ehemalige Turm kann heute wegen Baufälligkeit nicht betreten werden.
Anm.: Witzig war die US-amerikanische Bezeichnung "hot dog stand" (Imbiss) für die Stellung Havran.

Havran - RAMONA Havran - RAMONA Havran - TAMARA
tolle Fotos vom HAVRAN damals (links mit RAMONA, rechts mit TAMARA)
bemerkenswert sind die zwei RAMONA-Systeme in einer Stellung !
Luftaufnahmen vom HAVRAN aus der Zeit des Kalten Krieges 
(mit System KRTP-81 RAMONA) von Mark Carlisle
link-1    link-2  

Der HAVRAN heute (verfallen):  link-3    link-4    link-5 (Fotoserie)


Mehr über die tschechischen ELINT-Systeme hier (nur für Freunde der russischenSprache) link    

schönerlink (leider in tschechisch, aber auf meine webpage wird auch oft verlinkt)

Der neue Tschechische SIGINT Verbund

Martin Smíšek, ICE und Snake haben hier viel zusammengetragen


Einen besonderen Dank an Herrn E. Ritter für die tollen Farb-/SW-Fotos vom CERCHOV, POLEDNIK und HAVRAN.

Special Thanks also to Mark Carlisle (REDCATCHERS and more) and Roger for his tip http://mapy.cz/