Luftgestützte Aufklärungsplattformen der West-Alliierten für Fernmelde- und Elektronische Aufklärung zur Zeit des Kalten Krieges

Neben den stationären Einrichtungen der Fernmelde- und Elektronischen Aufklärung (SIGINT) setzten die amerikanischen, französischen und britischen Streitkräfte auch fliegenden Plattformen zu diesem Zweck ein. Insbesondere die Amerikaner führten bereits 1949 im Rahmen des "PARPRO" (Peacetime Airborne Reconnaissance Program = Programm für luftgestützte Aufklärung im Frieden) Einsätze gegen die Sowjetischen Streitkräfte durch. So flogen z.B. während der Berlin-Blockade zu Aufklärern umgerüstete Transportflugzeuge "im Windschatten" der regulären Transporter nach West-Berlin mit.

Nachfolgend werden nur die wichtigsten Luftfahrzeugtypen beschrieben, die Ende der 1980er / Anfang der 1990er Jahre in Mitteleuropa zum Einsatz kamen.

 

USA:

Lockheed TR-1A / U-2R

Am 01.10.1982 wurde auf der RAF Alconbury/GBR die 17th Reconnaissance Wing (17th RW = 17.Aufklärungsgeschwader) aktiviert. Sie war der 7th Air Division des Strategic Air Command (SAC) unterstellt. Die Einsatzstaffel der 17th RW war die 95th Reconnaissance Squadron (RS), ausgerüstet mit dem Höhenaufklärer Lockheed TR-1A, einer taktischen Version der Lockhheed U-2.

Auftrag der TR-1A "DRAGON LADY" war es, für die Kommandeure der taktischen Verbände Zielinformationen der sowjetischen Bedrohung vorwiegend in Mitteleuropa (NATO Central Region) in Fast-Echtzeit (near-real time) bereitzustellen. Die Einsätze, u.a. entlang der deutsch-deutschen und deutsch-tschechischen Grenze liefen unter dem Programmnamen "CREEK SPECTRE" und die Daten wurden mittels eine Datenverbindung (data link) an eine Bodenstelle des TRS (Tactical Reconnaissance System) in der Nähe von Wüschheim im Hunsrück übertragen, dem TREDS (Tactical Reconaissance Exploitation Demonstration System). Die ursprünglich von einer Raketeneinheit verwendete Bezeichnung  "METRO TANGO" (vermutlich für Missile Training stehend) wurde beibehalten. Die Bodenstelle wurde von der 6911th Electronic Security Squadron (ESS) betrieben. Das TREDS basierte auf einem mobiles System, das aus aus verschiedenen Modulen bestand. Ein geplanter Umzug in eine stationäre und verbunkerte TRIGS (TR-1 Ground Station) fand nicht mehr statt. Die dazu bereits fertig gestellte Bunkeranlage auf dem Goßberg nördlich Wüschhheim wurde nicht mehr bezogen.
 

Für SIGINT-Einsätze z.B. waren an Bord der TR-1A das COMINT-System mit Programmnamen "SENIOR SPEAR" und das ELINT-System "SENIOR RUBY" installiert, z.T. auch in den großen Behältern unter den Tragflächen.

Gegen Einsatzflüge der TR-1/U-2R entlang der deutsch-deutschen und deutsch-tschechischen Grenze waren im Luftraum der DDR- bzw. der CSSR sogenannte Luftraumsicherungszonen (CAP) eingerichtet, aus denen heraus Jagdfliegerkräfte der GSSD/WGT bzw. der CVA-LSK bei einer eventuellen Grenzverletzung durch die TR-1/U-2R zum Einsatz gekommen wären (siehe auch u.a. Karte zum Herunterladen als Datei).

Ende Juni 1996 wurde die 17th RW deaktiviert und die 95th RS der 9th Strategic Reconnaissance Wing auf der Beale AFB, Kalifornien/USA unterstellt. Kurze Zeit später wurde die TR-1A umbenannt in U-2R. In Alconbury blieb jedoch eine kleine Einheit weiterhin aktiv, um Maschinen während des Transits von Beale nach Saudi-Arabien zu unterstützen.

Beispiele von Flugrouten der TR-1A:  für google earth herunterladen (Ortsangaben ohne Gewähr): arrow.gif (948 Byte)

Karte Luftraumsicherungszonen (DDR/CSSR):  für google earth herunterladen (Ortsangaben ohne Gewähr): arrow.gif (948 Byte)

Interessante historische Dokumente zur U-2: arrow.gif (948 Byte)The National Security Archive


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eine TR-1A (80-1086)  beim Start auf der RAF Farnborough im Jahr 1982
(Foto: Richard Vandervord, www.airliners.net)

Patch TR-1/U2 DRAGON LADY

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Patch der 6911th ESS
 

TRS  "METRO TANGO"

Boeing RC-135 V/W  RIVET JOINT
Boeing RC-135 U COMBAT SENT

Die aus der militärischen Version der Boeing 707 abgeleiteten RC-135 Aufklärungsmaschinen sind auch heute noch das 'Rückgrat' der amerikanischen fliegenden SIGINT-Plattformen. Während der Zeit des Kalten Krieges waren auf der britischen Basis RAF Mildenhall ständig Maschinen der 55th Strategic Reconnaissance Wing von der Offut AFB, Nebraska/USA stationiert, um Einsätze im 'European Theater' zu fliegen, d.h. von der Barentssee bis zum Mittelmeer. Überwiegend kam der Typ RC-135 V/W "RIVET JOINT" zum Einsatz. An Bord der auffälligen Maschinen arbeiten bis zu 27 Operateure. Unter dem Programmnamen "BIG SAFARI" wurden und werden heute noch in Greenville, Texas/USA durch die Elektronikfirma L-3 Communications (früher u.a. E-Systems) die Maschinen aus- bzw. umgerüstet. Ab 1972 wurden sieben RC-135C zu RC-135V und sechs zu RC-135W umgerüstet.  

Ein weiterer Typ, der von der RAF Mildenhall zum Einsatz kam und noch kommt, ist die RC-135 U "COMBAT SENT" mit markanten Bugradomen. Von den 1970/71 modifizierten drei Maschinen wurde 1976 eine zur RC-135V umgerüstet.

Im Bestand der USAF befinden sich zwei RC-135U, acht RC-135V und neun RC-135W (Stand 2016).

Beispiel einer Flugroute der RC-135:  für google earth herunterladen (Ortsangaben ohne Gewähr): arrow.gif (948 Byte)

 
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eine RC-135V RIVET JOINT (64-14844) auf einem Rollweg der RAF Mildenhall/UK im Jahr 1988
(Foto: Mike Freer, www.airliners.net)
 


Patch der 95th RS

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eine RC-135U COMBAT SENT (64-14847) im Landeanflug auf die RAF Mildenhall/UK im Jahr 2011 (Foto: Benn Geroge, www.airliners.net)      

Lockheed SR-71A

Die SR-71A "BLACKBIRD", von der zweiköpfigen Besatzung auch Habu genannt, gilt immer noch als das schnellste Flugzeug der Welt aller Zeiten mit erreichten 3529,6 km/h. Von dem hoch- und sehr schnell fliegenden Aufklärer wurden in insgesamt 32 Maschinen gebaut, 29 SR-71A, zwei SR-71B und eine SR-71C, die Versionen B und C waren Trainingsversionen. Alle Maschinen waren bei der 9th Strategic Reconnaissance Wing auf der Beale AFB, Kalifornien/USA stationiert. Die in Europa von der RAF Mildenhall aus eingesetzten Maschinen waren von 1982 bis 1989 dem am 01.04.1979 eingerichtetem Detachment 4 (Det 4) "Home of the Blackbirds" der 95th RW zugeordnet.
Der erste Flug einer SR-71 von der RAF Mildenhall/UK aus fand jedoch bereits am 20.05.1977 Richtung Murmansk und der Barentssee statt; vier Tage später, am 24.05.1977, der zweite Flug, nun über der Bundesrepublik und entlang der innerdeutschen Grenze.

Für Aufklärungseinsätze standen diverse Sensoren für die Bereiche SIGINT (ELINT) und IMINT zur Verfügung (siehe link-3). Die Aufklärungsdaten wurden aufgezeichnet und am Boden ausgewertet, konnten aber auch im Nahbereich einer Bodenstelle per Datenlink an diese übertragen werden.

Zur Überwachung des Warschauer Paktes gab es drei wichtige Flugstrecken:

Um der SR-71 "Paroli" bieten zu können, hatte die 16.Luftarmee der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (GSTD/GSSD) bzw. der Westgruppe der Truppen (WGT) auf dem Flugplatz Finow beim 787. Jagdfliegergeschwader (IAP) von Juli 1982 bis August 1989 das schnell und hoch fliegende Jagdflugzeug vom Typ Mikoyan-Gurevich MiG-25PD (NATO-Code FOXBAT E) stationiert. Mehr dazu hier: arrow.gif (948 Byte)link

Am 29.06.1987 musste die SR-71 #964 auf der Route No.2 nördlich von Gotland nach einer Explosion im rechten Triebwerk eine (Not-) Landung auf dem deutschen Marinefliegerhorst Nordholz durchführen, anfangs begleitet von zwei schwedischen Saab JA 37 VIGGEN, dann von zwei amerikanischen F-15 EAGLE aus Deutschland (Spangdahlem).

Nach dem 20.09.1989 fand kein operationeller Einsatz einer SR-71A von Mildenhall aus mehr statt; das US-amerikanische Fiskaljahr 1989 endete am 30.09.1989. Die beiden Flugzeuge wurden jedoch erst am 18. bzw. am 19.01.1990 in die USA zur Beale AFB zurückverlegt. Damit endete auch das Det 4.

Beispiele von Flugrouten der SR-71:  für google earth herunterladen (Ortsangaben ohne Gewähr): arrow.gif (948 Byte)

Interessante historische Dokumente zur SR-71: arrow.gif (948 Byte)The National Security Archive

 
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eine SR-71A (61-7980) im Landeanflug auf die RAF Mildenhall/UK im Jahr 1986
(Foto: Mike Freer, www.airliners.net)


Patch Det 4 "Home of the Blackbirds"
 

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Lockheed C-130E HERCULES

Die drei Luftkorridore von und nach West-Berlin wurden im Laufe der Zeit bis 1990 auch von diversen Aufklärungsmaschinen der Alliierten genutzt, nicht jedoch bspw. Luftfahrzeuge der RC-135-Reihe. Zuletzt kamen drei speziell ausgerüstete Maschinen vom Typ Lockheed C-130E zum Einsatz. Im Rahmen von BIG SAFARI wurden drei C-130E für die Programme RIVET DUKE bzw. RIVET KIT und RIVET ACORN umgerüstet. Diese C-130E waren vom 1. Juli 1977 bis 31.März 1991 bei der 7575th Operations Group (7575th OG) / 7405th Operations Squadron (7405th OS) auf der Frankfurter Rhein-Main Airbase stationiert.
Das Personal der Elektronischen Kampfführung (Electronic Warfare = EW), die EWOs (EW Officers) und das technische Personal war der 7580th OS zugeordnet. Für die Aufklärungsmissionen wurden sowohl die drei Luftkorridore A, B und C als auch die Berliner Kontrollzone (Berlin Control Zone = BCZ) genutzt. Diese Einsätze wurden von der USAFE auch als CREEK FURY bezeichnet.

Neben der Fernmelde- und Elektronischen Aufklärung (SIGINT) wurde auch Fotoaufklärung (optisch und Infrarot) (PHOTINT / IMINT) betrieben. So wurde z.B. eine in geringer Höhe fliegende C-130E mit offener Heckklappe im A-Korridor sowohl von westlichen Beobachtern gesichtet als auch von Luftraumbeobachtern (visuell) der NVA im Zuständigkeitsbereich des  Funktechnischen Bataillons 43 (FuTB 43) Parchim gemeldet link

Die letzte "corridor mission" fand am 27.September 1990 statt. Mit der Wiedervereinigung endete auch die Existenz der drei Korridore und der BCZ.

Beispiel einer möglichen Flugroute einer C-130E:  für google earth herunterladen (Ortsangaben ohne Gewähr): arrow.gif (948 Byte)

 
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eine C-130 E der 7405th Os im Anflug auf Berlin-Tempelhof
(Foto: United States Air Force via wikipedia )


Patch der 7575th OG

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Lockheed Orion EP-3E ARIES

Die EP-3E Orion ARIES (Airborne Reconnaissance Integrated Electronics System) ist die landgestützte SIGINT-Variante der P-3 Orion der US Navy. Äußere Erkennungsmerkmale sind zwei größere Radome unter dem Rumpf, eine längere Antennenverkleidung auf dem Rumpf sowie diverse weitere Antennen, insbesondere am Rumpfheck. Die SIGINT-Crew umfasst 19 Personen.
In den 1990er Jahren wurden die zwölf Maschinen auf ARIES II-Standard hochgerüstet.

U.a. auch im Rahmen von NATO-Übungen kam die EP-3E auch über der Ostsee zum Einsatz. In Europa stationiert waren die Maschinen ab 31.07.1971 auf der NAS Rota/ESP bei der seit Januar 1960 dort stationierten VQ-2 (Fleet Air Reconnaissance Squadron TWO) "Sandeman".

20 Jahre später, am 20.09.1991 traf die erste EP-3E ARIES II in Rota ein. Im Jahr 2005 verlegte die VQ2 zur NAS Whidbey Island, Washington/USA.


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eine EP-3E Orion  ARIES II beim Start in Faro/POR im Jahr 1997
(Foto: Pedro Aragão, www.irliners.net)


Patch der VQ-2 "Sandeman"
Der Don von Sandeman

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Beechcraft RC-12 GUARDRAIL COMMON SENSOR

Die militärische Version der Beechcraft King Air A200 ist eine fliegende SIGINT-Plattform der US Army und war während der Zeit des Kalten Krieges auch in Deutschland stationiert. GUARDRAIL /COMMON SENSOR (GRCS oder GR/GS) ist die Bezeichnung für ein luftgestütztes SIGINT-System auf Corps-Ebene und stellt den lokalen Corps-Kommandeuren Aufklärungsinformation in Nahezu-Echtzeit (near real-time) zur Verfügung.

In Deutschland ist das System noch stationiert beim 1st Military Intelligence Battailon (1st MI) auf dem Wiesbaden Army Airfield (AAF) und war es beim 2nd Military Intelligence Battailon (2nd MI) auf dem Stuttgart-Echterdingen AAF; das 2nd MI wurde am 15.08.1992 in Stuttgart deaktiviert. Die in Deutschland stationierten Maschinen flogen ihre Einsätze auch entlang der damaligen deutsch-deutschen sowie an der deutsch-tschechischen Grenze, um so Informationen über die Streitkräfte des ehemaligen Warschauer Paktes zu gewinnen.

 
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die aktuelle Version, eine RC-12K in Wiesbaden im Jahr 2011
(Foto: Thomas Märten, www.airliners.net)


GRCS Patch

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Beispiele von Flugrouten der RC-12:  für google earth herunterladen (Ortsangaben ohne Gewähr): arrow.gif (948 Byte)


Grumman RV-1 / OV-1 MOHAWK

Basierend auf einen Entwurf aus den 1950er Jahren für das Gefechtsfeldüberwachungsflugzeug OV-1 MOHAWK, wurde Mitte der 1970er Jahre die Version RV-1D MOHAWK für Elektronische Aufklärung (ELINT) unter dem Programmnamen "QUICK LOOK I" entwickelt. Die Folgevariante war die RV-1D "QUICK LOOK II". Die Besatzung bestand aus einem Piloten und dem Systembediener. Das Aufklärungssystem AN/ALQ-133 der Fa. United Technologies of Texas war in zwei großen Behältern (Pods) unter den Tragflächen installiert. Es war möglich Analysedaten über eine Datenlink an eine Bodenstelle zu übermitteln.
Eine weitere Variante war die OV-1 MOHAWK mit einem Seitensichtradar (SLAR = Side Looking Airborne Radar).

Die MOHAWKs der US Army waren ebenfalls beim 1st Military Intelligence Battailon (1st MI) auf dem Wiesbaden Army Airfield (AAF) und beim 2nd Military Intelligence Battailon (2nd MI) auf dem Stuttgart-Echterdingen AAF stationiert und flogen wie die RC-12 GUARDRAIL auch Einsätze entlang der damaligen deutsch-deutschen und deutsch-tschechischen Grenze.

   
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RV-1D (links) und OV-1D (rechts)

 

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Beispiele von Flugrouten der RV-1 / OV-1:  für google earth herunterladen (Ortsangaben ohne Gewähr): arrow.gif (948 Byte)


Frankreich:

Nord N.2501G "GABRIEL"

Die Nord Noratlas N.2501G "GABRIEL" war die erste fliegende SIGINT-Plattform der Armée de l'Air und wurde in acht Exemplaren beschafft. Einsätze in Zentraleuropa wurden über Westdeutschland und in den drei Luftkorridoren nach West-Berlin, quasi direkt über der DDR durchgeführt.
Es gab drei sogenannte Einsatzonen (RE = Reconnaisance Électronique):

Beim Ein- bzw. Ausflug aus den Luftkorridor-B flog die N-2501G direkt über die Fernmeldeaufklärungsstelle der Armée de Terre bei Bahrdorf.

Die Flugstrecken zu den drei Einsatzzonen RE-1 bis -3: für google earth herunterladen (Ortsangaben ohne Gewähr): arrow.gif (948 Byte)

Zu erkennen waren die N.2501G "GABRIEL" an zwei markanten Unterrumpfradomen sowie an diversen zusätzlichen Antennen am Rumpf link. Die taktische Besatzung (SIGINT) umfasste zwölf Personen.

Die Maschinen waren anfangs bei der am 01.01.1964 im badischen Lahr aufgestellten Éscadrille électronique (EE) 00.054 stationiert, das später nach Metz verlegte. 1987 erhielt der Verband den Traditionsnamen "Dunkerque" (Dünkirchen); am 26.10.1989 flog die N.2501G zum letzten Mal. Sie wurden durch zwei Transall C.160 "GABRIEL" ersetzt.


Arbeitsplätze in der N.2501G


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eine wohl in Metz abgestellte N.2501G "GABRIEL" (Kennung 42);
die weiteren Fotos zeigen ihr 'trauriges' Ende (klick auf Foto)

Foto-1    Foto-2     Foto-3 
N.2501G "GABRIEL" (link in Foto-1 bitte beachten);
auf Foto-2 und -3 in Tegel nach ihrem Flug durch einen der Luftkorridore nach West-Berlin

Mehr Informationen auch hier link


Transall C.160G "GABRIEL"

Als Nachfolger der N.2501G "GABRIEL" wurden zwei Maschinen des Typs Transall C.160G "GABRIEL" beschafft. Der erste operationelle Einsatz fand am 03.07.1989 statt. Missionen über Zentraleuropa wurden sowohl über Westdeutschland und der Ostsee, als auch in den den drei Luftkorridoren nach West-Berlin geflogen.
Die beiden Maschinen (Kennungen F221 / GS und F216 / GT) sind bei der 54ème Escadre Electronique Tactique (EET) 'Dunkerque' in Metz stationiert.

Beide C.160G "GABRIEL" könnten 2025 möglicherweise durch entsprechend ausgerüstete und luftbetankungsfähige LFZ vom Typ  Airbus A-320 ersetzt werden link .


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eine C.160G GABRIEL (F221 / GS) auf der RAF Fairford/UK im Jahr 2005
(Foto: Harri Koskinen, www.airliners.net)
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Arbeitsplätze in der C.160G

Zu erkennen sind die Transall "GABRIEL" an den fünf markanten Antennen auf der Rumpfoberseite, an den Antennenbehältern an den Tragflächenenden, diversen weiteren Antennen und Rumpfanbauten und dem ausfahrbaren Radom unter dem vorderen Rumpf. Die taktische Besatzung (SIGINT) umfasst acht Personen.

Douglas DC-8-33 SARIGUE

Das Rückgrat der französischen strategischen SIGINT-Aktivitäten war ab 1977 die DC-8-33 "SARIGUE" (Systeme Aeroporte de Recueil d'Informations de Guerre Electronique = Luftgestütztes System der Elektronischen Kampfführung zur Informationssammlung). Die SIGINT-Crew an Bord der Maschine (Kennung F-RAFE) umfasste je nach Auftrag 17 bis 23 Personen. Einsatzraum in Zentraleuropa war ebenfalls Westdeutschland und die Ostsee.
Markante Merkmale sind die Antennenbehälter an den Tragflächenenden sowie das zylinderförmige ca. 10 m lange Radom an der Rumpfunterseite. An Bord haben sich mindestens sechs Arbeitsplätze für COMINT und sieben für ELINT befunden. Nach ihrer Außerdienststellung wurde die Maschine 2004 im Musee de l'Air et de l' Espace (Luft- und Raumfahrtmuseum) in Paris-Le Bourget abgestellt.

Die 'Ersatzmaschine' DC-8-721 (Kennung F-RAFD) wurde am 12.04.2001 offiziell vorgestellt, trägt die Bezeichnung "SARIGUE NG" (NG - Nouvelle Génération = Neue Generation), ist optisch dem Vorgängermodell ähnlich, besitzt jedoch etliche zusätzliche Antennen auf der Rumpfoberseite. Der erste Mission wurde am 25.07.2001 geflogen.

Stationiert war die DC-8-33 "SARIGUE" bei Escadron Electronique EE 51 ‘Aubrac’ anfangs in Brétigny, seit 1977 in Evreux bei Paris; die "SARIGUE NG" ist ebenfalls in Evreux stationiert.

Am 29.09.2004 wurde die bereits am 19.09.2004 erschienene Meldung bestätigt, daß die SARIGUE NG aus finanziellen Gründen und augenscheinlich auch aus Sicherheitsgründen (techn. Übergewicht) nicht weiter eingesetzt, also "gegroundet" wurde.

Beispiele zweier Flugrouten der DC-8 SARIGUE über Deutschland und der Ostsee (Start und Ziel Évreux): für google earth herunterladen (Ortsangaben ohne Gewähr): arrow.gif (948 Byte)

Ein interessantes youtube-Video zur SARIGUE link

 
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die DC-8 SARIGUE AG (F-RAFE)
in Paris - Charles de Gaulle im Jahr 1985
(Foto: Michel Gilliand, www.airliners.net)


Arbeitsplätze in der DC-8 SARIGUE (AG)
(AG = Ancienne Génération
= alte/erste Generation)

Patch der SARIGUE NG

 

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SA 330 PUMA H.E.T. (HÉLICOPTÈRE ELINT TECHNIQUE)

Zur taktischen Elektronischen Aufklärung (ELINT) wurde zusätzlich von Januar 1988 bis Mai 1992 von  Goslar/Harz aus ein speziell ausgerüsteter Hubschrauber vom Typ PUMA SA 330 (Seriennummer 1595) eingesetzt. Markantes Merkmal war das ausfahrbare Radom unter dem Rumpf. Das an Bord installierte ELINT-System ("ELISA" = ELINT Système d’Acquisition) deckte in drei Teilbereichen das Frequenzspektrum von 0,2 - 15 GHz ab und wurde von zwei Operateuren bedient. Der Hubschrauber kam in der Regel zwei- bis dreimal pro Woche zum Einsatz, die typische Einsatzflughöhe betrug 3.048 m (10.000 ft).
Mehr Infos


PUMA H.E.T.


Arbeitsplätze im H.E.T.

   

Großbritannien:

BAe Nimrod R Mk1

Die British Aerospace Nimrod R Mk1 ist die SIGINT-Version der "Nimrod-Familie", deren Basis das Passagierflugzeug De Havilland DH 106 Comet 4 ist. Am 03.05.1974 flog eine R Mk1 bei der 51. Squadron auf der RAF Wyton den ersten Einsatz . Markanter optischer Unterschied zu den anderen Versionen ist der "kurze Heckstummel" mit einem Radom am Ende. Im ehemaligen Waffenschacht war die ELINT-Ausrüstung installiert. Beschafft wurden nur drei Maschinen (Kennungen XW664, XW665, XW666), die im Laufe der Zeit vielen Modifikationen unterzogen wurden, die auch zu optischen Unterschieden der drei Maschinen führte. Die SIGINT-Crew soll wie bei der "SARIGUE NG" 24 Personen umfasst haben.

1995 wurde die 51. SQ zur RAF Waddington verlegt. Am 16.05.1995 ging die XW666 während eines Testfluges über Nordsee verloren und wurde im Dezember 1996 durch eine auf R Mk 1-Standard umgerüstete Nimrod MR2 (Kennung XV249) ersetzt.

Der letzte Einsatzflug einer Nimrod R Mk1 fand am 28. Juni 2011 statt. Die XW664 wurde am 12.07.2011 zum East Midlands Aeropark überführt und ist dort ausgestellt, nachdem die eingestufte (klassifizierte) Ausrüstung entfernt wurde link.

Als Ersatz werden drei neue RC-135 RIVET JOINT beschafft, die unter dem Namen "AIR SEEKER" fliegen sollen. Die erste Maschine traf im November 2013 auf der RAF Waddington ein link.

 
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eine Nimrod R Mk 1 (XW664) beim Start auf der RAF Wildenrath, DEU im Jahr 1982


Patch der 51 Squadron

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Karte mit beobachteten Aufklärungsflügen von taktischen und strategischen Aufklärungsflugzeugen der NATO an der Staatsgrenze der DDR
(01.12.1982 – 30.06.1983)

  Einige der oben beschriebenen Aufklärungsflugzeuge der NATO wie sie die ehemalige NVA beschrieben hat:  (ca. 8,75 MB)

 Flugkurse/Orbits von fliegenden Aufklärungs- und Störplattfformen der NATO, die von der Funktechnischen Aufklärung (ELINT) der NVA mit dem Passiv-System KRTP-81 RAMONA erfasst und geplottet wurden:

E-3A, OV-1, RV-12, RC-135, TR-1, EC-130, HFB-320
 

Einen interessanten Artikel zum Thema hat Mr. Jan Van Waarde verfaßt,  Titel: "Target Iron Curtain" via  www.16va.be (link befindet sich ganz unten)


 

Quellen u.a.:

Dank an Detlef Knoth (FUMEMA) und auch an Peter Blümer für die Skizzen einiger Flugkurse.