Die Militäraufklärung der Nationalen Volksarmee der DDR
Die Militäraufklärung der NVA (Bereich Aufklärung) unterstand als Stabsteil dem Stellvertreter des Ministers und Chef des Hauptstabes des Ministeriums für Nationale Verteidigung (MfNV). Dieser hatte in enger Zusammenarbeit mit der Hauptverwaltung Aufklärung (HVA) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) sowie anderen Aufklärungsdiensten des Warschauer Paktes die militärische Aufklärung sicherzustellen.
Der Leiter des Bereiches Aufklärung war zugleich Chef Aufklärung der NVA, dem an Aufklärungstruppen truppendienstlich nur das Funkaufklärungsregiment 2 (FuAR-2) mit Standort Dessau unterstand, das 1988/89 zum Zentralen Funkdienst (ZFD) umgegliedert wurde.
Gegliedert war der Bereich Aufklärung in Verwaltungen, Abteilungen, Unterabteilungen, selbstständige Unterabteilungen, Arbeitsgruppen und operative Außenstellen.
Struktur der Militäraufklärung (Stand 08.01.1988) |
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Chef und Stab |
Personalbestand |
| 47 | |
1. Verwaltung (Agenturaufklärung) |
160 |
2. Verwaltung (Strategische Aufklärung, u.a. Militärattachedienst) |
249 |
3. Verwaltung (Operativ-Taktische Aufklärung) |
53 |
4. Verwaltung (Operative Sicherstellung) |
342 |
5. Verwaltung (Informationsdienst) |
151 |
Direkt unterstellt: |
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Schule der Militäraufklärung, Klietz (Tarnbezeichnung "Militärwissenschaftliches Institut" (MWI)) |
146 |
Funkaufklärungsregiment 2, Dessau |
ca. 900 |
Das Ziel der Militäraufklärung der NVA war das Beschaffen bzw. Sammeln und Auswerten von Informationen über die militärische Lage und die Meldung der Ergebnisse für eine militärische Lagebeurteilung. Die Aufgaben der Verwaltungen im Einzelnen:
Die Struktur der Zentrale der
Militäraufklärung und
auch der Standort in Berlin wurden seit seiner Gründung 1956 mehrfach verändert:
Die Zentrale an der Oberspreestrasse trug auch die Tarnbezeichnung
"Mathematisch-Physikalisches Institut der NVA" und bestand im Wesentlichen aus
einem siebenstöckigen Bürogebäude und einem dreistöckigen Dienstgebäude, die mit
Fußgängerbrücke verbunden waren. Letzteres war mittels einer weiteren
Fußgängerbrücke mit einem vierstöckigen Hochbunker (Objekt 17/8618) verbunden, der erst kurz
vor der Wende fertiggestellt wurde und als Lagezentrum (LZ) für den Informationsdienst
vorgesehen war. Der Bunker wurde jedoch nicht mehr bezogen. |
Am 03.10.1990 wurde
die Militäraufklärung - im
Personalumfang um fast 50 % reduziert und bereits im März gleichen Jahres in
Informationszentrum beim Ministerium für Abrüstung und Verteidigung
umbenannt und umstrukturiert - von der Bundeswehr übernommen und bis zum 31.12.1990 ganz
aufgelöst. Seine Tätigkeit stellte das IZ
Heute befindet sich in vier von 1996-99 für ca.19 Mio DM umgebauten Gebäuden der Liegenschaft Oberspreestrasse das Kreiswehrersatzamt Berlin I.
Eine informative Seite zum Thema "Aufklärung in der NVA
der DDR" hat Hans
Vogl
aus Dessau (DG1HVL)