Luftgestützte Funk- und Funktechnische Aufklärung:
In Ergänzung zur bodengestützten Fernmelde- und Elektronischen Aufklärung kamen von russischen Militärflugplatzen in der DDR verschiedene Luftfahrzeugtypen zum Einsatz.
SUKHOI SU-24MR (FENCER E) / SU-24MP (FENCER F)
Für Überwachungsflüge (Fotoaufklärung, vermutl. aber auch FmEloAufkl und EloAufkl) standen zusätzlich auch Hubschrauber vom Typ Mil Mi-8 T, MT T(K), R(KZA) (NATO-Code HIP) zur Verfügung.
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Mitte der 70er Jahre wurden der
39. ORAO (Selbständige Aufklärungsfliegerabteilung) in Sperenberg
(Karte) zwei
Spezialaufklärungsmaschinen vom Typ
Ilyushin Il-20 (NATO-Code COOT A) zugeführt,
Basisflugzeug ist die Passagiermaschine Ilyushin Il-18. |
Standardmässig führten die
Flugrouten entlang der
(ehemaligen) innerdeutschen Grenze, es gab wohl aber auch verschiedene Zonen
(Orbits), aus denen heraus aufgeklärt wurde (siehe auch
link-2.)
Gelegentlich fanden auch Flüge über der CSR statt. Die
Flugstrecken in der DDR entsprachen in Teilen in etwa den Flugstrecken anderer
Aufklärungsfliegerkräfte:
294. ORAP (Allstedt) mit SU-17M3R,
11.ORAP (Welzow) mit SU-24MR,
931. OgvRAP (Werneuchen) MiG-25RB,
FuAR-2/ZFD (Dessau) der NVA mit der AN-26 DISKANT des TG-24 (Dresden-Klotzsche),
164. OgvRAP (Brzeg) der Nordgruppe der Truppen (NGT) in Polen mit MiG-25RB,
sonstige Aufklärungskräfte des WP.
Beispiel einer Flugroute der
IL-20 COOT A: für google earth
herunterladen
(Ortsangaben ohne Gewähr): ![]()
Äussere Kennzeichen der IL-20
sind das ca. 10 m lange
kanuförmige Radom unter dem Rumpf, welches das Seitensichtradar (Side Looking Airborne Radar =
SLAR) "IGLA-1" enthält. Die Antenne selbst ist ca. acht Meter
lang. Weiterhin befinden sich rechts und links am
vorderen Rumpfteil Verkleidungen; in der LOROP-Luftbildkameras mit 650 mm
Brennweite vom Typ A-87PA installiert sind (LOROP = Long Range Oblique
Photography camera).
Diverse zusätzlich am Rumpf angebrachte Antennen sowie hinter dielektrischen
Verkleidungen verborgene weisen auf eine umfangreiche Funk- und Funktechnische Ausrüstung hin.
Die beiden Blattantennen auf dem oberen vorderen
Rumpf sind dem System "VISHNYA" (COMINT), die unter dem Rumpf dem System
"KVADRAT-2" (ELINT) und die in den beiden Seitenverkleidungen integrierten dem
System "ROMB-4" (SIGINT) zuzuordnen.
Neben der sechsköpfigen fliegenden
Besatzung (Kommandant/Pilot, Co-Pilot, Bordingenieur, Navigator, Funker,
Bordtechniker) befinden sich für den Einsatz neun Arbeitsplätze an Bord für:
Einsatzleiter (Kommandant BRK = Bordgestütztes Aufklärungssystem),
zwei Bediener System "ROMB-4" (SRS-5),
ein Ingenieur System "IGLA-1"
ein Bediener System "IGLA-1",
ein Bediener System "KVADRAT-2" (SRS-4),
zwei COMINT-Erfasser System "VISHNYA",
ein Ingenieur für die Datenverarbeitung.
Die IL-20(M) wird auch als
russisches Pendant zur amerikanischen
RC-135
RIVET JOINT gesehen.
Besonders interessant ist, daß 1989 in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für
Staatssicherheit der DDR (MfS), hier der Hauptabteilung III (HA III), im Rahmen
der Funkabwehr für das Aufspüren von getarnten amerikanischen Aufklärungssonden
die IL-20 mehrfach zum Einsatz kam, ebenso wie die AN-26RT/RTR (siehe unten).
Im Mai 1994 wurde die erste Il-20 (Bordnummer 20) und am 21. Juni gleichen Jahres die zweite Il-20 (Bordnummer 21) aus Sperenberg abgezogen und nach Russland (zurück-) verlegt. Mit an Bord der "21" waren auch das Banner der Einheit, Geheimunterlagen sowie Waffen und Munition, alles zusammen ca. 70 Kisten.
Technische Daten |
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die Il-20 ("rote 21") in Sperenberg |
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schöne Fotos mit Detailansichten |
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für Freunde der russischen Sprache |
ANTONOV AN-26RT / RTR (CURL B)
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AN-26RTR (06 orange) |
| In Sperenberg
betrieb das 226. Selbständige gemischte Transportfliegergeschwader (226.
OSAP) neben den Transportern AN-26 und der Vermessungsmaschine AN-26L ca. ab
Mitte der 1970er Jahre auch zwei Maschinen in der Version RT
(Retranslyator = Relais) bzw. RTR (Radiotekhnicheskaya Razvedka =
Funktechnische Aufklärung) Erkennbar sind die Maschinen an den vielen zusätzlichen Blatt-, Stabantennen etc. auf und unter dem Rumpf sowie der HF-Antenne zwischen Leitwerk und Rumpf. Für Relaisaufgaben dient das an Bord installierte System "INZHIR". |
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![]() AN-26RTR (06 orange) click photo for large version |
![]() AN-26RTR (11 rot) click photo for large version |
Als Relais-Flugzeug kamen die
Maschinen insbesondere beim Abzug der fliegenden Verbände der WGT aus
Deutschland zurück nach Rußland zum Einsatz. Konkrete Nachweise für den
Einsatz als Funkaufklärer/Funktechnischer Aufklärer fehlen allerdings bisher.
Auch hier ist bekannt, daß beide Maschinen 1989 in Zusammenarbeit mit dem Ministerium
für Staatssicherheit der DDR (MfS), hier der Hauptabteilung III (HA III), im
Rahmen der Funkabwehr für das Aufspüren von getarnten amerikanischen
Aufklärungssonden mehrfach genutzt wurden. Diese Sonden strahlten ihre erfaßten
Daten per Funk ("Burst-Verfahren") an Satelliten ab, so bei einem
gefundenem Exemplar auf 306,446 MHz. Mit diesen Einsätzen ist zumindest hier der
Ansatz einer "Funkaufklärung" - wenn auch im Rahmen der Funkabwehr - gegeben.
Im April 1994 wurde auch diese beiden Maschinen aus Deutschland abgezogen.
Details
zu den Funkabwehr-Einsätzen der AN-26RT(R) in dem sehr zu empfehlenden Buch
"Geheime Aufklärungsflüge >RELAIS< "
von Volker Liebscher.
Anzumerken ist, daß auch die Sperenberger IL-20 von der 39.ORAO (siehe oben)
für den gleichen Zweck eingesetzt wurden.
MIKOYAN-GUREVICH MiG-25 (FOXBAT B/D)
Beim 931. Selbständigen Gardeaufklärungsfliegerregiment (931. OgvRAP) in Werneuchen wurde das Flugzeugmuster MiG-25 in der Aufklärerversion ab 1974 zugeführt und es kamen bis 1991 unterschiedliche Versionen für die verschiedenen Aufklärungsarten wie IMINT = Imagery Intelligence = hier Foto-/Bildaufklärung bzw. Aufklärung mittels Seitensichtradar (Side Looking Airborne Radar = SLAR) und Elektronische Aufklärung (ELINT) zum Einsatz:
| MiG-25RBV |
RB-Version mit ELINT-System „VIRAZH-1M“
(SPS-9)
plus zwei bis
drei
Luftbildkameras der Typen |
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Die Daten werden an
Bord auf Magnetband aufgezeichnet und nach der Landung am Boden ausgewertet.
Die Genauigkeit der Emitterstandortbestimmung liegt bei 30-50 km. Die "tote
Zone" kann bis zu 70 km betragen (abhängig von der Flughöhe). "Variante - I": je eine Kamera A-70M und A-E/10 plus "VIRAZH-1M" "Variante - II": zwei Kameras A-72, eine Kamera A-E/10 plus VIRAZH-1M" "Variante - III": zwei Kameras NA-75 und bis zu acht Fotobomben FOTAB-100-140 (Blitzlicht) plus "VIRAZH-1M" |
| MiG-25RBK | RB-Version mit ELINT-System „KUB-3M“ |
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"Variante - IV" |
| MiG-25RBS | RB-Version mit SLAR-System „SABLYA“ |
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"Variante - V" Das System kann sowohl nach backbord (linke Seite) als auch nach steuerbord (rechte Seite) arbeiten. Die Auflösung beträgt 30 m und die Daten werden auf einen Naßfilm aufgezeichnet. Arbeitshöhe nicht unter 17.000 m. |
| MiG-25RBT | RB-Version mit ELINT-System „TANGAZH“ (SRS-14) |
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„TANGAZH“
ist das
Nachfolgesystem des ELINT-Systems
„VIRAZH-1M“. Die Daten werden an Bord auf Magnetband aufgezeichnet und nach der Landung am Boden ausgewertet. Die Genauigkeit der Emitterstandortbestimmung liegt bei 10-30 km. |
| MiG25-RBSh |
RB-Version mit
SLAR-System „SHOMPOL“
(M-202) |
"SHOMPOL" ist das Nachfolgesystem des SLAR-Systems „SABLYA“ mit zwei- bis dreifach besserer Auflösung, Arbeitshöhe 300 m bis 23.000 m. | |
| MiG-25RBF | RB-Version mit ELINT-System „SHAR-25“ |
"SHAR-25" ist das
leistungsfähigere
Nachfolgesystem des
ELINT-Systems "KUB-3M". Zusätzlich wurde noch die Panorama-Kamera AFA eingebaut; diese modernisierte Variante der MiG-25RBK trägt die Bezeichnung MiG-2RBF. Das System "SHAR-25" wurde ab 1981 eingesetzt; die bisherigen MiG-25RBK auf MiG-25RBF Standard umgerüstet. Der optische Unterschied am Vorderrumpf |
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| MiG25BM |
spezielle
modifizierte Version für Elektronische Kampfführung (Electronic Warfare =
EW)
(bis 1990) |
‚HARM-Shooter‘ für den Einsatz von max. vier Antiradadar-Raketen Kh-58U bzw. AS-11 KILTER |
| eine MiG-25 RBSh beim Anflug auf Welzow im Jahr 1991 |
In der DDR flogen die MiG-25 ihre
Aufklärungseinsätze gegen die NATO auf festgelegten Routen entlang der Grenze
zur Bundesrepublik,
meist in sehr großen Höhen und mit Überschallgeschwindigkeit (SUPERSONIC). Die
Flugrouten hatten intern dekadische Nummern wie z.B. 50er, 70er oder 90er Route.
Im
"NVA - Verzeichnis der Standardflugstrecken der 16. Frontluftarmee und der
Fliegerkräfte der NVA sowie der Grenztruppen der DDR" wurden bekannte Flugrouten
fünfstellig gelistet, so ist die "50er Route"
identisch mit der Streckennummer 00168.
Die mit "KUB-3M"
ausgerüsteten Flugzeuge waren in der Lage, die gewonnenen Daten während des
Fluges an eine Bodeneingangstelle zu übertragen (siehe o.a. Grafik);
möglicherweise war das Nachfolgesystem "SHAR-25"
ebenfalls dazu in der Lage.
Interessant ist, daß mit der
MiG-25RB auch Bombenabwürfe aus großen Höhen (> 20.000 m) mit Überschallgeschwindigkeit
(< Mach 2,35) geübt wurden. Zur Berechnung diente das sonst für Fotoeinsätze
genutzte interne System "PELENG" bzw. später das verbesserte "PELENG-DR"
in Verbindung mit dem Bordcomputer "ORBITA-1-155". Diese sehr schwer- und
anfälligen Systeme wurden später durch die verbesserten und nun digitalen "PELENG-DM",
"ORBITA-10-155" und dem "DISS-7" (Dopplerradar) ersetzt.
Bei 'scharfen' Einsätzen, z.B. über dem Übungsgelände bei
Lunites/Weißrußland, konnten dabei z.B. bis zu sechs Bomben zu je 500 kg des
speziell hitzefest ausgelegten Typs FAB-500M-62-T an Unterflügel- und
Rumpfstationen mitgeführt werden. Umstritten ist der Einsatz der MiG-25RB als
Nuklearwaffenträger.
| Ein in Welzow aufgefundenes Logbuch zur "Objektiven Kontrolle" der Einsätze zeigt interessante Informationen zu den SUPERSONIC-Flügen. "Угол тангажа" bedeutet hier 'Neigungswinkel' (engl. pitch). | |
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Details zum Einsatzablauf eines simulierten Bombenabwurfs aus großer Höhe bei hoher Überschallgeschwindigkeit waren u.a. auf einer Karte im ehemaligen "Traditionsverein Fernmelde- und Elektronische Aufklärung Luftwaffe e.V." in Trier zu sehen (siehe rechts). Die "50er Route" wurde vermutlich aber auch für 'normale' Aufklärungseinsätze genutzt. |
"50er Flugroute"
(Streckennummer 00168) als Bomberstrecke: "50er Flugroute"
(Streckennummer 00168) als Aufklärungsstrecke:
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| Eine andere Aufklärungsstrecke, in etwa analog zur "50er Route", aber gegen den Uhrzeigersinn, ist gem. NVA-Katalog die Streckennummer 00167. |
Streckennummer 00167:
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| Karte mit den möglichen Ausweichflugplätzen des 931. OgvRAP und den Anflugbedingungen |
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Die Aufklärungsergebnisse wurden vermutlich in
dem zum Sondergebäude mit spezieller Nachrichtenzentrale umgebauten
Hochbunker
(auch "Turm" genannt)
gesammelt, ausgewertet und weitergeleitet.
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der
Hochbunker ("Turm") Ein im Internet eingestelltes Video läßt interessante Details erkennen |
Aufbau auf dem Dach des Hochbunkers |
am und auf dem Aufbau und auf dem Dach
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Befestigungsplatte für Gittermast Typ SOSNA
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Zugang zu einer gesonderten Sperrzone |
Tafel aus der Nachrichtenzentrale (NZ); Verbindung bestand u.a. zu den NZ
der
16. FLA ("OKEAN), dem Gruppenstab der WGT ("RANET") und einer bisher
unbekannten NZ ("холм"
= "Hügel"). (Stand der Tafel jedoch 1993 !) |
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Das 931. OgvRAP hatte am 03.10.1990 folgende MiG-25 Varianten in seinem Bestand (Quelle: Air Zone No.4, p.38):
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Anzahl |
Originalbezeichnung |
NATO Code | Bemerkungen | |
| 4x | MiG-25RBT/ (RBV ?) | Razvedchik-Bombardirovshchik
TANGAZH / (VIRAZH) Aufklärer-Bomber TANGAZH / (VIRAZH) |
FOXBAT B | |
| 1x | MiG-25RBK (RBF) | Razvedchik-Bombardirovshchik
KUB (SHAR) Aufklärer-Bomber KUB |
FOXBAT D | interessant: die MiG-25RBF, Bordnumer "38 rot", als einzige mit Tarnanstrich ! |
| 4x | MiG-25RBS | Razvedchik-Bombardirovshchik
SABLYA Aufklärer-Bomber SABLYA |
FOXBAT D | |
| 5x | MiG-25RBSh | Razvedchik-Bombardirovshchik
SHOMPOL Aufklärer-Bomber SHOMPOL |
FOXBAT D | Anm.: möglw. z.T. RBF (siehe auch u.a. Anmerkung) |
| 2x | MiG-25RU | Razvedchik-Uchebnik Aufklärer-Trainer |
FOXBAT C | zweisitzig |
| 5x | MiG-25BM |
Bombardirovshchik Modifikatsionniy Bomber modifiziert |
FOXBAT F | bis Juli 1990 |
Bereits im Juli 1990, also vor der Wiedervereinigung, wurden die fünf verbliebenen MiG-25BM aus Werneuchen abgezogen und nach Shchuchin (Щучин)/Weißrußland verlegt. Die verbliebenen 16 MiG-25 verlegten am 21. Mai 1991 nach Welzow zum dort stationierten 11. ORAP und wurden als 3. Staffel integriert. Im Juli 1992 wurden auch sie dann auch in zwei Etappen - am 01. Juli sieben Maschinen und am 03. Juli neun Maschinen - aus Deutschland abgezogen.
Anmerkung:
Bei der Bezeichnung der einzelnen Unterversionen der MiG-25RB kommt es immer
wieder zu Mißverständnissen, so waren in den letzten Jahren in Welzow z.B. mehr
als eine Maschine vom Typ MiG-25RBF im Einsatz.
So wird die z.B. "rote 38" (die einzige
MiG-25 in der DDR mit Tarnanstrich) mal als Version RBSH, mal als RBF
bezeichnet. Die Ursache liegt darin begründet, daß der Buchstabe "SH" in
der Typen-/ Versionsbezeichnung der MiG-25RB schon für das System "SHOMPOL"
vergeben war, die "rote 38" bspw. aber mit
dem "SHAR-25" ausgerüstet war. Daher hat man für die mit "SHAR-25"
aus-/ umgerüsteten Maschinen den Buchstaben "F" vergeben, also
MiG-25RBF.
Die Umrüstungen von RBS- auf RBSH-Standard bzw. RBK auf RBF erfolgten im
Rahmen der Generalüberholung der Flugzeuge.
SUKHOI SU-24MR (FENCER E)
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am zentralen Unterrumpfpylon der Laser-Pod "SHPIL-2M" (M-103A) |
am zentralen Unterrumpfpylon |
Die SU-24MR wurde ab 1986 vom 11. Selbständigen Aufklärungsgeschwader (11. ORAP) in Welzow geflogen und ersetzte die YAKOVLEV YAK-28R (BREWER D). |
Für Aufklärungseinsätze hatten die Maschinen umfangreiche technische Möglichkeiten für:
Funktechnische (Elektronische) Aufklärung (ELINT);
SLAR;
TV-Aufklärung;
Infrarotaufklärung;
Laseraufklärung;
Fotoaufklärung und
zum Feststellen und Messen von Kernstrahlung.
Die Basisausstattung ist das bordeigene Sytem BKR-1 (установка базового комплекса разведки БКР-1), welches aus zwei Komponenten besteht:
Seitensicht-(Mulltifunktions-)radar (SLAR) "SHTIK" (M-101) (die Ergebnisse werden auf Film aufgezeichnet);
Infrarot-(IR-)Aufklärungssystem "ZIMA".
Zusätzliche Aufklärungstechnik ist entweder ebenfalls fest an Bord installiert oder in abnehmbaren Zusatzbehältern (Pods) untergebracht::
TV-Aufklärungssystem AIST-M (M-152.2);
Panoramakamera AFA AP-402M mit 90,5 mm Objektiv;
Schrägbildkamera AFA-100 mit 100 mm Objektiv;
Filmkassettenausstoßgerät "KADR", das es ermöglicht, bereits an Bord entwickelte Filme während des Fluges auszustoßen; die Kassetten gleiten dann an kleinen Fallschirmen in vorher festgelegten Räumen zu Boden;
Laser-Pod "SHPIL-2M" (M-103A);
ELINT pod "TANGAZH" (System SRS-14 bzw. M-341);
Pod zur Feststellung und Messung von Kernwaffenstrahlung "EFIR-1M" (M-341).
Die SU-24MR hat die Möglichkeit, Aufklärungsergebnisse der TV-, Infrarot- und Laseraufklärung per Datenlink mittels dem Breitbandübertragungskanal SHRK-1 an eine Bodenstelle zu übertragen. Um die Aufklärungsdaten zeitlich zuzuordnen zu können, ist an Bord das Zeitsystem "SEVAN" installiert.
Am 15. Juni 1993 wurden die 1. und 2. Staffel mit
ihren SU-24MR aus Deutschland abgezogen. Homepage des 11.ORAP
link
Beispiele einer Flugroute der
SU-24MR: für google earth
herunterladen
(Ortsangaben ohne Gewähr): ![]()
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Weitere Infos und Fotos:
link-1
link-2
link-3
SUKHOI SU-24MP (FENCER F)
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Die SU-24MP wurde ab 1986 vom 11. Selbständigen Aufklärungsgeschwader (11. ORAP) in Welzow geflogen. Dieser Typ ist kein Aufklärer im eigentlichen Sinn; er ersetzte die YAKOVLEV YAK-28PP (BREWER E) und war ebenfalls im Rahmen der Elektronischen Kampfführung (Electronic Warfare = EW) als Störplattform (Electronic Counter Measures = ECM) vorgesehen. |
Äußerliche Unterscheidungsmerkmale zur SU-24MR (FENCER E):
Antennenverkleidung unter der Rumpfnase;
fehlende elektro-optische Einrichtungen unter dem Rumpf;
spezielle Antennen auf dem Rumpf und unter den beiden Lufteinläufen;
EW-Pod "FASOLX" (SPS-5) am zentralen Unterrumpfpylon.
Das Störsystem "LANDYSH" mit seinen Komponenten "FASOLX", "MIMOSA" und weiteren ist fest an Bord installiert bzw. in einem abnehmbaren Zusatzbehälter (Pod) untergebracht.
Bereits am 05. und 07. Juni 1991 wurden die zwölf SU-24MP der 3. Staffel nach Rußland zurückverlegt.
Weitere Infos und Fotos:
link-1
link-2
link-3
SUKHOI SU-17M3R / M4R (FITTER H)
Die SU-17M3R / M4R wurde vom 294. Selbständigen Aufklärungsgeschwader (294. ORAP) in Allstedt geflogen. Für Aufklärungseinsätze wurden die Maschinen am zentralen Unterrumpfpylon mit einem mutlifunktionalem Aufklärungsbehälter vom Typ KKR-1T oder KKR-1/2 ausgerüstet.
Im KKR-1T sind eingebaut:
Details zum KKR-1T:
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![]() der KKR-1T an einer SU-22M4 der NVA |
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Der KKR-1/2 unterscheidet sich vom KKR-1T dadurch, daß anstelle des SRS-13 eingebaut sind:
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![]() der KKR-1/2 an einer SU-17M3(R) |
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Schon Ende 1990 wurde eine Staffel bzw. dann im Mai 1991 die zweite Staffel von Allstedt nach Rußland zurückverlegt, z.T. über Groß-Dölln (Templin).
Beispiele
von Flugrouten der
SU-17M3R / M4R: für google earth
herunterladen
(Ortsangaben ohne Gewähr): ![]()
Quellen u.a.:
http://www.testpilot.ru/russia/mikoyan/mig/25/rb/mig25rb.htm
http://www.airforce.ru/aircraft/mikoyan/mig-25rb/page_05.htm
Air Zone No. 4, 6
Lutz Freundt "Sowjetische Fliegerkräfte - Deutschland 1945-1994", Band-1 bis Band-4
WORLD AIR POWER JOURNAL, Vol.20, Vol.21, Vol.24
Schausammlung "Traditionsverein Fernmelde- und Elektronische Aufklärung Luftwaffe e.V." (mittlerweile aufgelöst)
Handbuch "Практическая аэродинамика самолета МиГ-25РБ" (Herausgeber: Verteidungsministerium UdSSR, Luftstreitkräfte, 1977)
Dank an Peter H. Rentsch für die Unterlagen (MiG-25), Helge für das aufgefundene Logbuch (MiG-25) sowie an Ralf Löhder für die Fotos vom Hochbunker Werneuchen.
Thanks to Mr. Chris Lofting and Mr. Ralf Manteufel for supporting me.