Luftgestützte Funk- und Funktechnische Aufklärung:

In Ergänzung zur bodengestützten Fernmelde- und Elektronischen Aufklärung kamen von russischen Militärflugplatzen in der DDR verschiedene Luftfahrzeugtypen zum Einsatz.

Für Überwachungsflüge (Fotoaufklärung, vermutl. aber auch FmEloAufkl und EloAufkl) standen zusätzlich auch Hubschrauber vom Typ Mil Mi-8 T, MT T(K), R(KZA)  (NATO-Code HIP) zur Verfügung.


ILYUSHIN IL-20(M) (COOT A)

 

Mitte der 70er Jahre wurden der 39. ORAO (Selbständige Aufklärungsfliegerabteilung) in Sperenberg (Karte) zwei Spezialaufklärungsmaschinen vom Typ Ilyushin Il-20 (NATO-Code COOT A) zugeführt, Basisflugzeug ist die Passagiermaschine Ilyushin Il-18.

Diese beiden Maschinen, die "rote 20" und "rote 21" (Bordnummern jeweils hinten links und rechts am Heck aufgebracht), flogen ihre Einsätze im Rahmen der Fernmelde- und Elektronischen Aufklärung. Die Aufklärungsergbenisse wurden in erster Linie an die OSNAZ geliefert, wurden aber auch der GSTD/WGT zur Verfügung gestellt, deren Hauptquartier sich unweit in Wünsdorf befand.

Standardmässig führten die Flugrouten entlang der (ehemaligen) innerdeutschen Grenze, es gab wohl aber auch verschiedene Zonen (Orbits), aus denen heraus aufgeklärt wurde (siehe auch link-2.) Gelegentlich fanden auch Flüge über der CSR statt. Die Flugstrecken in der DDR entsprachen in Teilen in etwa den Flugstrecken anderer Aufklärungsfliegerkräfte:

Beispiel einer Flugroute der IL-20 COOT A:  für google earth herunterladen (Ortsangaben ohne Gewähr): arrow.gif (948 Byte)

Äussere Kennzeichen der IL-20 sind das ca. 10 m lange kanuförmige Radom unter dem Rumpf, welches das Seitensichtradar  (Side Looking Airborne Radar = SLAR) "IGLA-1" enthält. Die Antenne selbst ist ca. acht Meter lang. Weiterhin befinden sich rechts und links am vorderen Rumpfteil Verkleidungen; in der LOROP-Luftbildkameras mit 650 mm Brennweite vom Typ A-87PA installiert sind (LOROP = Long Range Oblique Photography camera). Diverse zusätzlich am Rumpf angebrachte Antennen sowie hinter dielektrischen Verkleidungen verborgene weisen auf eine umfangreiche Funk- und Funktechnische Ausrüstung hin.
Die beiden Blattantennen auf dem oberen vorderen Rumpf sind dem System "VISHNYA" (COMINT), die unter dem Rumpf dem System "KVADRAT-2" (ELINT) und die in den beiden Seitenverkleidungen integrierten dem System "ROMB-4" (SIGINT) zuzuordnen.
Neben der sechsköpfigen fliegenden Besatzung (Kommandant/Pilot, Co-Pilot, Bordingenieur, Navigator, Funker, Bordtechniker)  befinden sich für den Einsatz neun Arbeitsplätze an Bord für:

Die IL-20(M) wird auch als russisches Pendant zur amerikanischen RC-135 RIVET JOINT gesehen.
Besonders interessant ist, daß 1989 in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Staatssicherheit der DDR (MfS), hier der Hauptabteilung III (HA III), im Rahmen der Funkabwehr für das Aufspüren von getarnten amerikanischen Aufklärungssonden die IL-20 mehrfach zum Einsatz kam, ebenso wie die AN-26RT/RTR (siehe unten).

Im Mai 1994 wurde die erste Il-20 (Bordnummer 20) und am 21. Juni gleichen Jahres die zweite Il-20 (Bordnummer 21) aus Sperenberg abgezogen und nach Russland (zurück-) verlegt. Mit an Bord der "21" waren auch das Banner der Einheit, Geheimunterlagen sowie Waffen und Munition, alles zusammen ca. 70 Kisten.

Technische Daten

link-1   link-2

die Il-20 ("rote 21") in Sperenberg

link

schöne Fotos mit Detailansichten

link-1   link-2

für Freunde der russischen Sprache

link


ANTONOV AN-26RT / RTR (CURL B)

 

 

AN-26RTR (06 orange)

In Sperenberg betrieb das 226. Selbständige gemischte Transportfliegergeschwader (226. OSAP) neben den Transportern AN-26 und der Vermessungsmaschine AN-26L ca. ab Mitte der 1970er Jahre  auch zwei Maschinen in der Version RT (Retranslyator = Relais) bzw. RTR (Radiotekhnicheskaya Razvedka = Funktechnische Aufklärung) link, die beiden Flugzeuge trugen die Bordnummern 06 (gelb) bzw. 11 (rot).
Erkennbar sind die Maschinen an den vielen zusätzlichen Blatt-, Stabantennen etc. auf und unter dem Rumpf sowie der HF-Antenne zwischen Leitwerk und Rumpf.
Für Relaisaufgaben dient das an Bord installierte System "INZHIR".

 


AN-26RTR (06 orange)
click photo for large version

AN-26RTR (11 rot)
click photo for large version

Als Relais-Flugzeug kamen die Maschinen insbesondere beim Abzug der fliegenden Verbände der WGT aus Deutschland zurück nach Rußland zum Einsatz. Konkrete Nachweise für den Einsatz als Funkaufklärer/Funktechnischer Aufklärer fehlen allerdings bisher.
Auch hier ist bekannt, daß beide Maschinen 1989 in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Staatssicherheit der DDR (MfS), hier der Hauptabteilung III (HA III), im Rahmen der Funkabwehr für das Aufspüren von getarnten amerikanischen Aufklärungssonden mehrfach genutzt wurden. Diese Sonden strahlten ihre erfaßten Daten per Funk ("Burst-Verfahren")  an Satelliten ab, so bei einem gefundenem Exemplar auf 306,446 MHz. Mit diesen Einsätzen ist zumindest hier der Ansatz einer "Funkaufklärung" - wenn auch im Rahmen der Funkabwehr - gegeben.

Im April 1994 wurde auch diese beiden Maschinen aus Deutschland abgezogen.

Details zu den Funkabwehr-Einsätzen der AN-26RT(R) in dem sehr zu empfehlenden Buch "Geheime Aufklärungsflüge >RELAIS< "  von Volker Liebscher.
Anzumerken ist, daß auch die Sperenberger IL-20 von der 39.ORAO (siehe oben) für den gleichen Zweck eingesetzt wurden.


MIKOYAN-GUREVICH MiG-25 (FOXBAT B/D)

Beim 931. Selbständigen Gardeaufklärungsfliegerregiment (931. OgvRAP) in Werneuchen wurde das Flugzeugmuster MiG-25 in der Aufklärerversion ab 1974 zugeführt und es kamen bis 1991 unterschiedliche Versionen für die verschiedenen Aufklärungsarten wie IMINT = Imagery Intelligence = hier Foto-/Bildaufklärung bzw. Aufklärung mittels Seitensichtradar (Side Looking Airborne Radar = SLAR) und Elektronische Aufklärung (ELINT) zum Einsatz:

MiG-25RBV RB-Version mit ELINT-System „VIRAZH-1M“ (SPS-9)

plus zwei bis drei Luftbildkameras der Typen
A-70M
, A-72, A-E/10 oder NA-75

Die Daten werden an Bord auf Magnetband aufgezeichnet und nach der Landung am Boden ausgewertet. Die Genauigkeit der Emitterstandortbestimmung liegt bei 30-50 km. Die "tote Zone" kann bis zu 70 km betragen (abhängig von der Flughöhe).
"Variante - I":
je eine Kamera A-70M und A-E/10 plus "VIRAZH-1M"
"Variante - II":
zwei Kameras A-72, eine Kamera A-E/10 plus VIRAZH-1M"
"Variante - III":
zwei Kameras NA-75 und bis zu acht Fotobomben FOTAB-100-140 (Blitzlicht) plus  "VIRAZH-1M"
MiG-25RBK RB-Version mit ELINT-System „KUB-3M
 

   

"Variante - IV"
Die Daten werden per Datenübertragung an eine Bodenstelle übermittelt um so eine schnelle Auswertung zu gewährleisten. Die Genauigkeit der Emitterstandortbestimmung liegt bei 2-10 km
. Das System kann sowohl nach backbord (linke Seite) als auch nach steuerbord (rechte Seite) arbeiten.
 

MiG-25RBS RB-Version mit SLAR-System „SABLYA

 

  
"Variante - V"
Das System kann sowohl nach backbord (linke Seite) als auch nach steuerbord (rechte Seite) arbeiten. Die Auflösung beträgt 30 m und die Daten werden auf einen Naßfilm aufgezeichnet.
Arbeitshöhe nicht unter 17.000 m.
MiG-25RBT RB-Version mit ELINT-System „TANGAZH“ (SRS-14) TANGAZH“ ist das Nachfolgesystem des ELINT-Systems VIRAZH-1M.
Die Daten werden an Bord auf Magnetband aufgezeichnet und nach der Landung am Boden ausgewertet. Die Genauigkeit der Emitterstandortbestimmung liegt bei 10-30 km.
MiG25-RBSh RB-Version mit SLAR-System „SHOMPOL
(M-202)
"SHOMPOL" ist das Nachfolgesystem des SLAR-Systems SABLYA“ mit zwei- bis dreifach besserer Auflösung, Arbeitshöhe 300 m bis 23.000 m.
MiG-25RBF RB-Version mit ELINT-System „SHAR-25 "SHAR-25" ist das leistungsfähigere Nachfolgesystem des ELINT-Systems "KUB-3M".
Zusätzlich wurde noch die Panorama-Kamera AFA eingebaut; diese modernisierte Variante der MiG-25RBK trägt die Bezeichnung MiG-2RBF.
Das System "SHAR-25" wurde ab 1981 eingesetzt; die bisherigen MiG-25RBK auf MiG-25RBF Standard umgerüstet. Der optische Unterschied am Vorderrumpf
Grafik.
MiG25BM spezielle modifizierte Version für Elektronische Kampfführung (Electronic Warfare = EW)
(bis 1990)
‚HARM-Shooter‘ für den Einsatz von max. vier Antiradadar-Raketen Kh-58U bzw. AS-11 KILTER
  eine MiG-25 RBSh beim Anflug auf Welzow im Jahr 1991

In der DDR flogen die MiG-25 ihre Aufklärungseinsätze gegen die NATO auf festgelegten Routen entlang der Grenze zur Bundesrepublik, meist in sehr großen Höhen und mit Überschallgeschwindigkeit (SUPERSONIC). Die Flugrouten hatten intern dekadische Nummern wie z.B. 50er, 70er oder 90er Route. Im "NVA - Verzeichnis der Standardflugstrecken der 16. Frontluftarmee und der Fliegerkräfte der NVA sowie der Grenztruppen der DDR" wurden bekannte Flugrouten fünfstellig gelistet, so ist die "50er Route" identisch mit der Streckennummer 00168.
Die mit "
KUB-3M" ausgerüsteten Flugzeuge waren in der Lage, die gewonnenen Daten während des Fluges an eine Bodeneingangstelle zu übertragen (siehe o.a. Grafik); möglicherweise war das Nachfolgesystem "SHAR-25" ebenfalls dazu in der Lage.

Interessant ist, daß mit der MiG-25RB auch Bombenabwürfe aus großen Höhen (> 20.000 m) mit Überschallgeschwindigkeit (< Mach 2,35) geübt wurden. Zur Berechnung diente das sonst für Fotoeinsätze genutzte interne System "PELENG" bzw. später das verbesserte "PELENG-DR" in Verbindung mit dem Bordcomputer "ORBITA-1-155". Diese sehr schwer- und anfälligen Systeme wurden später durch die verbesserten und nun digitalen "PELENG-DM", "ORBITA-10-155" und dem "DISS-7" (Dopplerradar) ersetzt.
Bei 'scharfen' Einsätzen, z.B. über dem Übungsgelände bei Lunites/Weißrußland, konnten dabei z.B. bis zu sechs Bomben zu je 500 kg des speziell hitzefest ausgelegten Typs FAB-500M-62-T an Unterflügel- und Rumpfstationen mitgeführt werden. Umstritten ist der Einsatz der MiG-25RB als Nuklearwaffenträger.

Ein in Welzow aufgefundenes Logbuch zur "Objektiven Kontrolle" der Einsätze zeigt interessante Informationen zu den SUPERSONIC-Flügen. "Угол тангажа" bedeutet hier 'Neigungswinkel' (engl. pitch).

  

 

Details zum Einsatzablauf eines simulierten Bombenabwurfs aus großer Höhe bei hoher Überschallgeschwindigkeit waren u.a. auf einer Karte im ehemaligen "Traditionsverein Fernmelde- und Elektronische Aufklärung Luftwaffe e.V." in Trier zu sehen (siehe rechts).

Die "50er Route" wurde vermutlich aber auch für 'normale' Aufklärungseinsätze genutzt.

"50er Flugroute" (Streckennummer 00168) als Bomberstrecke: 
für google earth herunterladen (Ortsangaben ohne Gewähr): arrow.gif (948 Byte)

"50er Flugroute" (Streckennummer 00168) als Aufklärungsstrecke: 
für google earth herunterladen (Ortsangaben ohne Gewähr): arrow.gif (948 Byte)

 

Eine andere Aufklärungsstrecke, in etwa analog zur "50er Route", aber gegen den Uhrzeigersinn, ist gem. NVA-Katalog die Streckennummer 00167.

Streckennummer 00167: 
für google earth herunterladen (Ortsangaben ohne Gewähr): arrow.gif (948 Byte)

Karte mit den möglichen Ausweichflugplätzen des 931. OgvRAP und den Anflugbedingungen



 

 

Die Aufklärungsergebnisse wurden vermutlich in dem zum Sondergebäude mit spezieller Nachrichtenzentrale umgebauten Hochbunker (auch "Turm" genannt) gesammelt, ausgewertet und weitergeleitet.
Der massive fensterlose Betonbunker besteht aus vier Etagen, auf denen die Sozialräume, Stromversorgungs- u. Fernmeldetechnik sowie der sogenannte KP (Kommandopunkt) mit Lagekarten etc. und der "RPP" ("Funkempfangspunkt") untergebracht waren. Auf dem Dach waren an mehreren  Gittermasten diverse Antennen für die verschiedenen Zwecke installiert.
Der aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges stammende und von der Wehrmacht für Radarerprobung genutzte Bunker diente vermutlich auch als Bodeneingangsstelle für die Datenübertragung aus der MiG-25RBK/RBF (siehe oben).
Bedarfsträger der Aufklärungsergebnisse war neben der WGT wohl auch die OSNAZ/GRU.

 

der Hochbunker ("Turm")
Ein im Internet eingestelltes Video läßt interessante Details erkennen
arrow.gif (948 Byte)youtube.
 
Aufbau auf dem Dach des Hochbunkers

am und auf dem Aufbau und auf dem Dach
waren diverse Antennen und Masten befestigt

Befestigungsplatte für Gittermast
Typ SOSNA

 

Zugang zu einer gesonderten Sperrzone Tafel aus der Nachrichtenzentrale (NZ); Verbindung bestand u.a. zu den NZ der 16. FLA ("OKEAN), dem Gruppenstab der WGT ("RANET") und einer bisher unbekannten NZ ("холм" = "Hügel").
(Stand  der Tafel jedoch 1993 !)
     

 

Das 931. OgvRAP hatte am 03.10.1990 folgende MiG-25 Varianten in seinem Bestand (Quelle: Air Zone No.4, p.38):  

Anzahl

Originalbezeichnung

NATO Code Bemerkungen
4x MiG-25RBT/ (RBV ?) Razvedchik-Bombardirovshchik TANGAZH / (VIRAZH)
Aufklärer-Bomber TANGAZH / (VIRAZH)
FOXBAT B  
1x MiG-25RBK (RBF)      Razvedchik-Bombardirovshchik KUB (SHAR)
Aufklärer-Bomber KUB
FOXBAT D interessant: die MiG-25RBF, Bordnumer "38 rot", als einzige mit Tarnanstrich !
4x MiG-25RBS       Razvedchik-Bombardirovshchik SABLYA
Aufklärer-Bomber SABLYA
FOXBAT D  
5x MiG-25RBSh     Razvedchik-Bombardirovshchik SHOMPOL
Aufklärer-Bomber SHOMPOL
FOXBAT D Anm.: möglw. z.T. RBF (siehe auch u.a. Anmerkung)
2x MiG-25RU         Razvedchik-Uchebnik
Aufklärer-Trainer
FOXBAT C zweisitzig
5x MiG-25BM        Bombardirovshchik Modifikatsionniy
Bomber modifiziert
FOXBAT F bis Juli 1990

Bereits im Juli 1990, also vor der Wiedervereinigung, wurden die fünf verbliebenen MiG-25BM aus Werneuchen abgezogen und nach Shchuchin (Щучин)/Weißrußland verlegt. Die verbliebenen 16 MiG-25 verlegten am 21. Mai 1991 nach Welzow zum dort stationierten 11. ORAP und wurden als 3. Staffel integriert. Im Juli 1992 wurden auch sie dann auch in zwei Etappen - am 01. Juli sieben Maschinen und am 03. Juli neun Maschinen - aus Deutschland abgezogen.

Anmerkung:
Bei der Bezeichnung der einzelnen Unterversionen der MiG-25RB kommt es immer wieder zu Mißverständnissen, so waren in den letzten Jahren in Welzow z.B. mehr als eine Maschine vom Typ MiG-25RBF im Einsatz.
So wird die z.B. "rote 38" (die einzige MiG-25 in der DDR mit Tarnanstrich) mal als Version RBSH, mal als RBF bezeichnet. Die Ursache liegt darin begründet, daß der Buchstabe "SH" in der Typen-/ Versionsbezeichnung der MiG-25RB schon für das System "SHOMPOL" vergeben war, die "rote 38" bspw. aber mit dem "SHAR-25" ausgerüstet war. Daher hat man für die mit "SHAR-25" aus-/ umgerüsteten Maschinen den Buchstaben "F" vergeben, also MiG-25RBF.
Die Umrüstungen von RBS- auf RBSH-Standard bzw. RBK auf RBF erfolgten im Rahmen der Generalüberholung der Flugzeuge.


SUKHOI SU-24MR  (FENCER E)

am zentralen Unterrumpfpylon der Laser-Pod "SHPIL-2M" (M-103A)

am zentralen Unterrumpfpylon
der
ELINT pod "TANGAZH"

Die SU-24MR wurde ab 1986 vom 11. Selbständigen Aufklärungsgeschwader (11. ORAP) in Welzow  geflogen und ersetzte die YAKOVLEV YAK-28R (BREWER D).

Für Aufklärungseinsätze hatten die Maschinen umfangreiche technische Möglichkeiten für:

Die Basisausstattung ist das bordeigene Sytem BKR-1 (установка базового комплекса разведки БКР-1), welches aus zwei Komponenten besteht:

Zusätzliche Aufklärungstechnik ist entweder ebenfalls fest an Bord installiert oder in abnehmbaren Zusatzbehältern (Pods) untergebracht::

Die SU-24MR hat die Möglichkeit, Aufklärungsergebnisse der TV-, Infrarot- und Laseraufklärung per Datenlink mittels dem Breitbandübertragungskanal SHRK-1 an eine Bodenstelle zu übertragen. Um die Aufklärungsdaten zeitlich zuzuordnen zu können, ist an Bord das Zeitsystem "SEVAN" installiert.

Am 15. Juni 1993 wurden die 1. und 2. Staffel mit ihren SU-24MR aus Deutschland abgezogen. Homepage des 11.ORAP link

Beispiele einer Flugroute der SU-24MR:  für google earth herunterladen (Ortsangaben ohne Gewähr): arrow.gif (948 Byte)

Weitere Infos und Fotos: link-1   link-2   link-3


SUKHOI SU-24MP  (FENCER F)

 

Die SU-24MP wurde ab 1986 vom 11. Selbständigen Aufklärungsgeschwader (11. ORAP)  in Welzow geflogen. Dieser Typ ist kein Aufklärer im eigentlichen Sinn; er ersetzte die YAKOVLEV YAK-28PP (BREWER E) und war ebenfalls im Rahmen der Elektronischen Kampfführung (Electronic Warfare = EW) als Störplattform (Electronic Counter Measures = ECM) vorgesehen.

 

Äußerliche Unterscheidungsmerkmale zur SU-24MR (FENCER E):

Das Störsystem "LANDYSH" mit seinen Komponenten "FASOLX", "MIMOSA" und weiteren ist fest an Bord installiert bzw. in einem abnehmbaren Zusatzbehälter (Pod) untergebracht.

Bereits am 05. und 07. Juni 1991 wurden die zwölf SU-24MP der 3. Staffel nach Rußland zurückverlegt.

Weitere Infos und Fotos: link-1   link-2   link-3


SUKHOI SU-17M3R / M4R  (FITTER H)

Die SU-17M3R / M4R wurde vom 294. Selbständigen Aufklärungsgeschwader (294. ORAP) in Allstedt geflogen. Für Aufklärungseinsätze wurden die Maschinen am zentralen Unterrumpfpylon mit einem mutlifunktionalem Aufklärungsbehälter vom Typ KKR-1T oder KKR-1/2 ausgerüstet.

Im KKR-1T sind eingebaut:

  • einer Standardkamera AFA-39,

  • einer Panoramakamera PA-1,

  • einer Kamera für Nachtaufnahmen UA-47

  • ein Blitzlichtkartuschenausstoßgerät KDF-39,

  • ein Funktechnischer Aufklärungskomplex SRS-13 "TANGAZH".

Details zum KKR-1T:  link



der KKR-1T an einer SU-22M4 der NVA
 
 

Der KKR-1/2 unterscheidet sich vom KKR-1T dadurch, daß anstelle des SRS-13 eingebaut sind:

  • Infrarot-(IR-)Aufklärungssystem "ZIMA",

  • TV-System 429-T "CHIBIS" zur Übertragung der Aufklärungsdaten (IR) in Echtzeit an eine Bodenstelle; dazu dienen vermutl. auch die kleinen Antennen am Heck des Containers.


der KKR-1/2 an einer SU-17M3(R)
link-2   link-3
 
 

Schon Ende 1990 wurde eine Staffel bzw. dann im Mai 1991 die zweite Staffel von Allstedt nach Rußland zurückverlegt, z.T. über Groß-Dölln (Templin).

Beispiele von Flugrouten der SU-17M3R / M4R:  für google earth herunterladen (Ortsangaben ohne Gewähr): arrow.gif (948 Byte)


Quellen u.a.:

Dank an Peter H. Rentsch für die Unterlagen (MiG-25), Helge für das aufgefundene Logbuch (MiG-25) sowie an Ralf Löhder für die Fotos vom Hochbunker Werneuchen.

Thanks to Mr. Chris Lofting and Mr. Ralf Manteufel for supporting me.