Der Bundesnachrichtendienst (BND)

Der BND mit Sitz in Pullach bei München sowie in Berlin ist eine dem Bundeskanzleramt angegliederte Dienststelle und neben dem Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) und dem Militärischen Abschirmdienst (MAD) einer der drei deutschen Geheimdienste.

Er ist der Auslandsnachrichtendienst in Deutschland und damit zuständig für Beschaffung sicherheits- und außenpolitisch relevanter Informationen aus dem Ausland bzw. über das Ausland (§ 1 Abs. 2 BND-Gesetz).

Der BND wird, wie auch die anderen beiden Geheimdienste, vom Parlamentarischen Kontrollgremium überprüft.

Innerhalb des Bundeskanzleramtes ist die Abteilung 6 für den BND zuständig, deren Leiter gleichzeitig Geheimdienstkoordinator ist.

 

Zur Geschichte des BND (Schwerpunkt Funkaufklärung):

 

Der Bundesnachrichtendienst wurde ursprünglich im Juni 1946 von der US-Regierung unter der Bezeichnung "Organisation Gehlen (OG)" gegründet. Seine Agenten rekrutierten sich aus dem Geheimdienstpersonal des Dritten Reiches, dem Reichssicherheitshauptamt (RSHA) unter der Leitung von SS-Reichsführer Heinrich Himmler und der kleinen Abteilung Fremde Heere Ost (FHO) der Wehrmacht unter der Führung von Generalmajor Reinhard Gehlen.

 

Hintergrund sind die sich durch politische und militärische Entwicklungen ergebenen ersten Anzeichen für eine Verschärfung des politischen Klimas zwischen den West-Alliierten und der Sowjetunion in Europa, die ihre militärische Präsenz in der sowjetischen Besatzungszone verstärkt. Die US-Streitkräfte in Deutschland werden aus innenpolitischen Gründen in den USA drastisch reduziert. Viele Truppenteile wurden in die USA zurückgeführt und demobilisiert. Nach vertraulichen Verhandlungen zwischen Gehlen und US-Regierungsvertretern stimmt die US-Regierung der Aufstellung eines deutschen Nachrichtendienstes unter Aufsicht der Armee der Vereinigten Staaten zu. Die Sowjetunion verstärkt ihre Truppen in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) Deutschlands, damit beginnt auch die verdeckte Aufstellung neuer deutscher militärischer Verbände in der sowjetischen Besatzungszone unter sowjetischer Regie.

Gehlen beginnt 1946 in CAMP KING in Oberursel bei Frankfurt mit der nachrichtendienstlichen Aufklärung gegen die sowjetischen Streitkräfte in der SBZ, verbunden damit ist die Aufstellung der Organisation Gehlen in CAMP KING.

 

Aus taktischen Gründen erfolgt am 6.12.1947 (Nikolaustag) die Verlegung der Führung der OG nach Pullach südlich München in die ehemalige Rudolf-Heß-Siedlung, die 1936 für die Angehörigen des Stabes des Führerstellvertreters errichtet worden war. Seitdem trägt das Hauptquartier auch den Spitznamen "Camp Nikolaus".

 

In Schloss Kransberg bei Bad Nauheim wird die erste Kurzwellen- (HF-) Horcherfassungsstelle der OG errichtet. Ergänzend hierzu nimmt im nahen Butzbach die erste Horch-Leitstelle der OG mit 50 Mitarbeitern ihren Betrieb auf. In dieser Zeit stoßen weitere ehemalige Mitarbeiter aus dem Bereich der Abwehr und des Forschungsamtes der Luftwaffe zur OG. Nachdem Oberst a.D. Leo Hepp die Leitung der Horcherfassung der OG übernommen hatte, erfolgte nach Weisung durch Gehlen die Ausweitung des Auftrages der Horcherfassung der OG. Im Rahmen der Nachrichtengewinnung zur Blockade West-Berlins erfolgte die erste VHF/UHF-Erfassung der 24. Sowjetischen Frontluftarmee (24. FLA) durch die OG vom Hohen Meissner. Die zusätzliche Errichtung weiterer Peilstellen für die HF-Erfassung durch die OG in Deutschland wird durch die Ausweitung der Erfassungstätigkeit erforderlich.

Erst im Jahre 1954 beginnt die OG mit britischem Gerät aus der Zeit des Krieges erstmals mit der mobilen Funkmess- (Radar)- Erfassung an der Grenze zur SBZ.

 

Die zu erwartende Remilitarisierung der inzwischen gegründeten Bundesrepublik zeichnet sich nach Scheitern der EVG-Verhandlungen in Paris ab. Bundeskanzler Konrad Adenauer bestellt den General Graf Schwerin zum „Sachverständigen Berater in militärischen und Sicherheitsfragen.„ Nach dessen Demissionierung und Entlassung aus innenpolitischen Gründen bestellt der Bundeskanzler den Abgeordneten Theodor Blank zum „Beauftragten des Bundeskanzlers für die mit der Vermehrung der alliierten Truppen zusammenhängenden Fragen“. Damit wurde erkennbar, das die Bundesrepublik in absehbarer Zeit Truppen zur Unterstützung der NATO bereitstellen musste.

Im Jahre 1954 wurde die Bundesrepublik eingeladen, dem Nordatlantischen Verteidigungsbündnis (NATO) beizutreten. Nach dem alle Mitglieder dem zugestimmt hatten, wurde die Bundesrepublik Deutschland am 9. Mai 1955 Mitglied der NATO. Das bisherige „Amt Blank“ wurde zum „Bundesministerium für Verteidigung“ (BMVtdg)“. Wenig später wurde der bisherige Leiter, Theodor Blank, zum ersten Verteidigungsminister der Bundesrepublik Deutschland berufen.

Die Aufstellungsphase der Bundeswehr und damit auch der Fernmelde- und Elektronischen Aufklärung, als Teil des Militärischen Nachrichtenwesens, begann.

 

Nach dem NATO-Beitritt der Bundesrepublik Deutschland erhielt die Frage, wer welche Aufklärungsaufträge künftig zu übernehmen habe, eine besondere Bedeutung. Dies galt besonders für die OG (dem späteren Bundesnachrichtendienst), deren Übernahme in den Bundesdienst sich ebenfalls abzuzeichnen begann.

 

In Kransberg wurde die „Horchstelle A der OG eingerichtet. Unter Führung des Majors a.D. Bödigheimer wurde im Schloss eine Funkstelle errichtet. Später wurde auch die Funkauswertung von Obersursel nach Kransberg verlegt.

Danach verlegte diese Erfassungsstelle, die mittlerweile die Tarnbezeichnung „Bundesstelle für Fernmeldestatistik“ (BFSt) trug, offensichtlich nach Butzbach. In Butzbach war jedoch bereits ab etwa 1948 eine Führungsstelle der „Horchstelle A“ Kransberg eingerichtet worden. Das Führungspersonal aus Butzbach verlegte etwa 1950 nach Pullach und wurde dort in die Zentrale der OG eingegliedert.

 

Die „Horchstelle B“ wurde vermutlich ab 1950 mit amerikanischer Zustimmung in Berlin- Tempelhof eingerichtet und verlegte später in eine französische Liegenschaft nach Reinickendorf im französischen Sektor Berlins. Bereits 1948 scheint jedoch von Kransberg aus Probeerfassungsbetrieb auf dem Hohen Meissner durchgeführt worden zu sein. Dies hat offensichtlich die Erfassungsmöglichkeiten der VHF/UHF-Sprechfunkverkehre der sowjetischen Luftstreitkräfte in der DDR durch die OG wesentlich verbessert, insbesondere während der nun folgenden Luftbrücke der Alliierten nach Berlin.

Die „Horchstelle C“ der OG wurde im oberbayerischen Söcking bei Starnberg, die „Horchstelle D später ( etwa 1956) in Husum eingerichtet; eine Interimserfassung scheint von Bremen/Bremerhaven, das sich in der US-Besatzungszone befand, durchgeführt worden sein.

Nach längeren internen Verhandlungen zwischen den US-Diensten schied im Jahre 1949 die Organisation Gehlen aus der Unterstellung unter dem G2-Nachrichtendienst der US-Armee aus und wurde der Central Intelligence Agency (CIA) formal unterstellt. Die Aufgaben und Verantwortlichkeiten der OG wurden in Form eines zweiten „ Gentlemen-Agreement“ am 13.5.1949 in englischer und am 23.05.1949, in deutscher Fassung präzisiert.

 

Im Jahre 1950 verfügte die OG über etwa 50 Mitarbeiter in der Horcherfassung. Der Aufgabenbereich der elektronischen Aufklärung wurde durch den Leiter der Unterabteilung Nachrichtenwesen der OG, Oberst a.D. Leo Hepp erweitert und umfasste nun:
 

 

Die Steuerung der Horch-Erfassungsstellen erfolgte durch die in Pullach eingerichtete Horch-Leitstelle, die ihre Aufgaben im Hinblick auf die zu erfassenden Funkverkehre von der ebenfalls in Pullach befindlichen Auswertung, die zunächst auch das Teilgebiet Chiffriererwesen bearbeitete, erhielt. Die Chiffrierauswertung selbst befand sich anfangs in Forchheim, wurde aber dann nach Butzbach verlegt.

 

Um Fernmeldeverkehre im HF- Bereiche auch im Hinblick auf den Standort der Sendestelle lokalisieren zu können, wurde eine HF - Peilbasis erforderlich, deren Empfangsstationen aus technischen Gründen auf einer von Nord nach Süd verlaufenden Grundlinie in entsprechenden Abständen eingerichtet werden mussten, um ausreichende Genauigkeit bei der Peilung der Raumwelle, die hauptsächlich erfasst wurde, zu erreichen. Hierzu wurden im Raum Bremen (später Husum), Butzbach und am Chiemsee (Übersee) HF-Peilstationen errichtet. Bodenwellen im HF-Bereich wurden durch den BND später aus technischen Gründen ausschließlich im Nahbereich aus grenznahen Erfassungsstellen erfasst und gepeilt.

Die im Raum Bayreuth geplante HF-Peilstelle der OG wurde nicht errichtet, gleichwohl sich in Thurndorf bei Pegnitz, am Rande des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr eine ehemalige „ W-Wetterstelle (Funkerfassungsstelle)“ der früheren Luftwaffe befand, die zu dieser Zeit von der US-Armee als Sanatorium genutzt wurde. Später wurde dort die erste VHF/UHF-Erfassungsstelle des neu aufgestellten Fernmeldeführers Süd (später Fernmelderegiment 72) der neuen Luftwaffe errichtet. Die OG nutzte für ihre Peileinsätze vier, von der US-Air Force überlassene Sichtpeiler, die wohl zu diesem Zeitpunkt nicht mehr letzter Stand der Technik gewesen sein mögen, aber aus Mangel an Mitteln bei der OG, noch für weitere acht Jahre im Einsatz verbleiben mussten.

 

Ab 1952 wurde die ehemaligen feste HF-Horchstelle der Wehrmacht in Lauf bei Nürnberg als „Funktechnische Versuchsanstalt Lauf-Haberloh“ durch die US-Streitkräfte unter Leitung von Wilhelm Flicke, der diese Einrichtung bereits im Krieg geleitet hatte, wieder in Betrieb genommen. Zu einer Kooperation dieser Einrichtung mit der OG scheint es auf amerikanischen Druck bereits zu diesem Zeitpunkt gekommen zu sein, sie wurde offensichtlich fortgesetzt, bis Lauf 1956 durch den Bundesnachrichtendienst übernommen wurde. Die HF-Erfassungsstelle Lauf wurde noch bis etwa 1977/1978 durch die Bundesstelle für Fernmeldestatistik in Betrieb gehalten und danach aufgegeben. Die Antennemasten waren auch noch längere Zeit danach von der Autobahn Hof-Nürnberg in Fahrtrichtung Nürnberg rechts der Autobahn gut erkennbar, sie wurden später abgebaut.

 

Zwischen 1948 und 1952 erfasste die Horchaufklärung der OG vorwiegend folgende Bereiche:


Im Hinblick auf die zu erwartende Wiederbewaffnung West-Deutschlands entwickelt der militärische Berater des damaligen Bundeskanzlers Konrad Adenauer, General Adolf Heusinger, bereits im Jahre 1950 im Auftrag des Kanzlers und unter Beteiligung Gehlens sein Konzept für die Schaffung eines einheitlichen deutschen Meldedienstes unter Einschluss der Horchaufklärung unter Führung der Organisation Gehlen. Im Kern war ein zentraler Meldedienst mit Funkaufklärungskomponente vorgesehen, der als staatliche Zentralbehörde eingerichtet werden und im Frieden Informationen aller Art sammeln sollte. Für eine künftige westdeutsche Armee waren lediglich mobile Funkaufklärungseinheiten vorzusehen.

 

Mit der Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland begann man bei den Streitkräften ab 1956 auch mit der Aufstellung von Truppenteilen für die Fernmelde- und Elektronische Aufklärung.

Bereits 1953 plante man im Amt Blank einen "Funkhorchdienst Luftwaffe“, der aber erst  1956 als neuer Führungsdienst „Fernmelde- und Elektronischen Aufklärung der Luftwaffe“ aufgebaut wurde arrow.gif (948 Byte)link.

Die Marine begann mit einer eigenen Erfassung schon ab 1954; die erste Aufklärungskompanie wurde per Befehl am 04.04.1956 aufgestellt arrow.gif (948 Byte)link.

Das Heer begann mit der Funkaufklärung in 1957 und ab 1960 eigene Funkaufklärungskräfte auszustellen arrow.gif (948 Byte)link.

Mobile Einheiten für den grenznahen Einsatz, die vorwiegend den Sprechfunk während der Manöverzeit in Ostdeutschland aufklärten, ergänzten die Ständige Aufklärung im Auftrag des BND. Einige Offiziere und Unteroffiziere wurden in BND-Erfassungs- und Peilstellen in ihre Aufgabenbereiche eingearbeitet.

 

Erst am 1. April 1956 wird die Organisation Gehlen von der seit 1949 bestehenden Bundesregierung unter der Bezeichnung »Bundesnachrichtendienst« (BND) übernommen und Reinhard Gehlen am 20. Dezember 1956 zum ersten Präsidenten des BND ernannt.

 

Durch die „Richtlinien für die Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr und BND auf dem Gebiet der Fernmeldeaufklärung und Elektronischen Aufklärung“ vom 10. Oktober 1969 wurde die Aufgabenteilung zwischen Streitkräften und Nachrichtendienst neu geregelt. Seitdem ist der Präsident des BND für die Gesamtplanung, die Aufgabenverteilung und die Koordinierung der Fm/EloAufkl zuständig.

 

Das BND-Gelände an der Heilmannstraße 30 in Pullach hat eine Fläche von 650.000 qm und beherbergt heute 60 Gebäude. In 2005 arbeiteten beim BND offiziell rund 5.800 hauptamtliche Mitarbeiter, von denen 3.000 bis 3.500 im Hauptquartier in Pullach arbeiteten. Hinzu kommen die „Mitarbeiter“, die der Dienst im Ausland angeworben hat.

Der BND ist dem Bundeskanzleramt zugeordnet und wird aus dessen Etat finanziert. Der BND-Haushalt soll bei ca. 430 Millionen Euro liegen.

 

Das Gesetz über den Bundesnachrichtendienst (BNDG) wurde erst am 20.12.1990 in Kraft gesetzt.

 

Die heutige Abteilung Technische Aufklärung (TA) des BND (ehemals  Abteilung 2) ist für die Informationsgewinnung mit technischen Mitteln zuständig, hier gezieltes Überwachen von internationalen Kommunikationsströmen auf unterschiedlichen Medien, so auch Satelliten oder Überseekabel zur Gewinnung von nachrichtendienstlich relevanten Erkenntnissen über das Ausland. Dazu betreibt die TA im gesamten Bundesgebiet verteilte Dienststellen.

Diese Fernmelde- und Elektronische Aufklärung (Fm/EloAufkl) bezeichnet man im englischen Sprachgebrauch als Signal Intelligence (SIGINT).

 

Bundesstelle für Fernmeldestatistik (BFSt) wiederum ist eine aus den 50er Jahren stammende Tarnbezeichnung für die heutige Abteilung TA, die sich (als BFSt) offiziell mit fernmelde- und informationstechnischen Fragen, d.h. Informationsgewinnung mit informations- und fernmeldetechnischen Mitteln befasst.

 

Zur Zeit des „Kalten Krieges“ unterhielt der BND (also die BFSt) auf dem Gebiet Westdeutschlands verschiedene Einrichtungen zur Fernmelde- und Elektronischen Aufklärung (Fm/EloAufkl // SIGINT) von Staaten des Warschauer Vertrages (WP), entweder in eigenen Liegenschaften oder als „Gast“ in militärischen Einrichtungen.

 

Wichtige eigene Liegenschaften waren (z.T. auch heute noch aktiv):
 

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  • Schöningen (siehe auch unten) bzw. zur Zeit des Kalten Krieges (1988, siehe Foto rechts)
 
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  • Rheinhausen (siehe unten)
  • Bad Aibling (siehe unten)
  • Gablingen (siehe unten)

 

 Zu „Gast“ war die BFSt in den Fernmeldetürmen:
 

  • Großenbrode (Fernmeldesektor A, Luftwaffe)

 
  • Neustadt-Pelzerhaken (Marinefernmeldesektor 73)

 

Wappen der BFSt aus den späten 60er / frühen 70er Jahren (Foto aus Turm Pelzerhaken).
Die vier Kleeblätter stellen vermutl. die ersten vier Horchstellen (A. B, C und D) der Organisation Gehlen dar  (siehe oben). Die Eule gilt als Vogel der Weisheit.

  • Thurau (Fernmeldesektor B, Luftwaffe)

 
  • auf dem Schneeberg (Fernmeldesektor E, Luftwaffe)

 
  • auf dem Hohen Bogen (Fernmeldesektor F, Luftwaffe)

 

 

Nach der Wiedervereinigung wurden fast alle Erfassungsstellen der Bundeswehr und der BFSt für Fernmelde- und Elektronische Aufklärung aufgegeben und z.T. auch zurückgebaut, so wurden die Fernmeldetürme auf dem Stöberhai und Hohen Meißner gesprengt.

 

 

Wichtige aktuelle Liegenschaften:
 

   
  • Schöningen (früher auch als "Funktechnische Versuchsanstalt" bezeichnet)
 
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In Schöningen betreibt die BFSt gegenüber dem Golfplatz am Waldrand eine große Abhöranlage, früher unter der Bezeichnung  "Bundesstelle für Fernmeldestatistik - Versuchsstation" (in topografischen Karten auch „Funktechnische Versuchsanstalt“), heute steht "Bundesnachrichtendienst" auf dem Schild. Zur Zeit des „Kalten Krieges“ wurde aufgrund der Grenznähe in den Osten gelauscht und die Anlage hatte eine andere Antennenausstattung. Heute sind hier etliche Satellitenantennen aller Größen zu sehen. "Die großen Ohren von Schöningen" dienen zum "Belauschen des globalen Satellitenverkehrs".

 

In Rheinhausen (Breisgau) betreibt der Bundesnachrichtendienst (BND) in der Nähe des Europapark Rust eine Abhöranlage zur Satellitenaufklärung, vergleichbar zu der in Schöningen. Erkennbar ist diese an den großen Satellitenspiegeln sowie Radomen am Waldrand. Getarnt ist die Anlage als das sogenanntes "Ionosphäreninstitut Rheinhausen". Der Bau der Anlage soll rund 90 Millionen DM (45 Mio €) gekostet haben. Die Bundesregierung macht sonst keine offiziellen Angaben zur Anlage, wie aus einer Bundestagsdrucksache von 1990 hervorgeht. Eine frühere riesige Gitterparabolantenne der Anlage steht heute im Europapark Rust.

 

In Husum, Butzbach und Übersee befinden sich Kurzwellen- (HF-) Peilanlagen, in Husum wurde zusätzlich noch eine größere Dienststelle mit Antennenanlage betrieben (bis 2010 ?). Der ehemalige Peiler der Bundeswehr in Diepholz wird (vermutlich) ebenso weitergenutzt, wie der in Übersee; Übersee und Husum gehörten auch zur Bundeswehrpeilbasis arrow.gif (948 Byte)KMZ  .
Übersee und Butzbach bei flickr.com
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In Gablingen (Gersthofen) wurde die ehemalige amerikanische Erfassungs- und Großpeilanlage (FSA = Field Station Augsburg), deren letzter Nutzer die 66th Military Intelligence Group war, im Dezember 1998 durch die Bundeswehr übernommen und wird als "Fernmeldestelle Süd" weiterbetrieben und auch durch die BFSt mitgenutzt.

 

Bei Bad Aibling unweit Mietraching betreibt der BND in unmittelbarer Nachbarschaft der ehemaligen US-amerikanischen Bad Aibling Station (BAS) auf dem Gelände einer ehemaligen Bundeswehrkaserne (Mangfallkaserne, ehemals Unterkunft der FlaRakGrp 33, HAWK) eine Einrichtung, die als Fernmeldeweitverkehrsstelle der Bundeswehr (FmWVStBw) getarnt war arrow.gif (948 Byte)link . Fotos der BAS u.a. bei arrow.gif (948 Byte)panoramio

Teile der ehemaligen BAS werden durch den BND weitergenutzt arrow.gif (948 Byte)link-1  link-2. So ist deutlich zu erkennen, welche Radome und Antennenlagen wohl noch genutzt werden und welche bereits zurückgebaut wurden. Von ehemals 20 Antennenkuppeln sind neun verblieben (im südlichen Bereich und neben dem ehemaligen Ops-Building) arrow.gif (948 Byte)link-3   arrow.gif (948 Byte)link-4 . In der Mangfall-Kaserne (FmWVStBw) sind mindestens drei Satellitenantennen zu erkennen arrow.gif (948 Byte)link-5   arrow.gif (948 Byte)link-6 .
 

Standorte als placemarks für google earth herunterladen: arrow.gif (948 Byte) (Ortsangaben ohne Gewähr)

 

 

Einer der Vizepräsidenten (mil.) des BND, Brigadegeneral a.D. Werner Schowe, war vorher auf  verschiedenen Dienstposten in der Fernmelde- und Elektronische Aufklärung der Luftwaffe eingesetzt; so u.a. 1976/77 als Technischer Offizier (TO) beim Fernmeldesektor B in Dannenberg/Elbe und ab 1979 als Chef des Fernmeldesektors E in Wunsiedel.  



 

(m)eine "Diensttasse"


 

Quellen: