Fernmeldesektor B FmSktB_wappen_kl.JPG (23948 Byte)

 

Die Geschichte des Fernmeldesektor B beginnt nicht erst im Jahr 1957, sondern ist eng mit der Geschichte der Elektronischen Kampfführung verknüpft, deren Wurzeln noch viel weiter zurückreichen.

 


 

Meilensteine

arrow.gif 
(948 Byte) direkt zur Kaserne Neutramm


Vom Ursprung bis zu bedeutenden Erfolgen heutiger Tage unterlag die Elektronische Kampfführung vielschichtigen Entwicklungsstadien. Zeitpunkte, Geschehnisse aber auch Erneuerungen, oft über viele Jahre hinweg, prägten den heutigen Stand der Fernmelde- und Elektronischen Aufklärung mit ihren weit verzweigten Erfassungsstandbeinen innerhalb dieser militärischen Organisation.

Mit der Aufstellung dreier preußischer Bataillone in der „Inspektion der Telegrafentruppe" sowie einer eigenen Schule glücken am 1. Oktober 1899 die ersten Gehversuche moderner militärischer Nachrichtengewinnung. Ab 1907 sind alle deutschen Luftschiffe mit Funk ausgerüstet, man nutzt auch schon das Hilfsmittel „Funk" zur Peilung der jeweiligen Position in der Luftfahrt.

Bereits vor dem 1. Weltkrieg sammelt die Truppe Erfahrungen während verschiedener Einsätze in Ostasien und Deutsch-Südwestafrika. Ein „Funkhorchdienst" erweitert ab dem 12. August 1914 die Verwendungsbreite. Im Jahre 1915 gelingt es endlich auch Flugzeugführern Funkgeräte als technisches Hilfsmittel zur Verfügung zu stellen. Der 1. Weltkrieg ließ die Erfolgsdaten der Luftnachrichtentruppe (LN-Truppe) unterschiedlich stark schwanken.

Der „Funkhorchdienst", ab dem 11.11.1916 in „Fliegerfunkertruppe" umbenannt, klärt von den Festungsfunkstellen in Königsberg, Thorn und Posen den russischen Funkverkehr nicht nur auf, sondern man stört ihn erfolgreich. Misserfolge bleiben jedoch nicht aus, was zur Auflösung der Spezialeinheit führt - bis zum Jahre 1933 bleibt es still um diesen Fachdienst.

Mit dem Aufbau der Luftwaffe ab dem 12. Juli 1933 erlangt die Nachrichtentruppe wieder neue Bedeutung. Dank der Initiative des Heeresverbindungsoffiziers und Leiters der 7. Inspektion „Nachrichtenwesen", Major Wolfgang Martini, sowie der Weitsicht des Generalstabschefs der Luftwaffe, Generalmajor Walter Wever, gelingt am 1. Dezember 1933 die Wiederaufstellung der Fliegerfunkertruppe. Die Ausbil­dung für das Fachpersonal erfolgt vier Monate später an der Artillerieschule in Jüterbog. Im Zuge von Umstrukturierungen wird die Ausbildung zur Luftnachrichtenschule in Halle an der Saale verlagert.

 

Als dritte Waffengattung benennt man am 1. März 1935 die Spezialtruppe in „Luftnachrichtentruppe" um und neben Fliegertruppe und Flak­artillerie der Luftwaffe wird sie der Deutschen Wehrmacht unterstellt. Damit war ein zu Kriegsbeginn 70 000 Mann starker militärischer Verband geboren, der Funk-, Draht- und ab 1936 auch Richtfunkverbindungen betreibt und Flugmelde-, Jägerleit- und Funkmessdaten gewinnt.

Hinzu kommen ein Horchdienst, sowie die Flugsicherung und die Funk­navigation. Das deutsche Militär besitzt in den Funkhorchdiensten ein verlässliches Instrument zur Durchführung ihrer Aufträge. Bis Kriegsende stören, täuschen und klären 500 000 Soldaten und Luftnachrichtenhelferinnen gegnerische Funk- und Nachrichtenmittel auf. Zum Ansehen ihrer Arbeit während des 2. Weltkrieges tragen unter anderem die Vorhersage der alliierten Invasion an der Atlantikküste, der Bau des Drahtfernmeldenetzes in der Sowjetunion mittels Drehkreuz-Telegraphenachsen mit Trägerfrequenz- und Wechselstromtelegraphie. die Heranführung von Jagdflugzeugen an feindliche Verbände und die aufopfernde Arbeit im Heimatgebiet für den Luftschutzwarndienst bei.

Auch die Bundeswehr entsinnt sich bei ihrem Aufbau in den "Nachkriegsjahren" der Luftnachrichtentruppe. Neben den beiden Diensten „Fernmeldeverbindung" und „Radarführung" sowie der „militärischen Flugsicherung" ist die „Elektronische Kampfführung" das vierte Standbein der Führungsdienste innerhalb der Luftwaffe der Bundesrepublik Deutschland. Sie hat den Auftrag im 24stündigen Einsatz Stärke und Absichten eines möglichen Gegners rechtzeitig zu erkennen. Mit dem Sammeln von Informationen über Stärke. Ausrüstung und deren Bereitstellung befähigt sie die eigene Führung zu einem lagegerechten Einsatz von Mitteln und Kräften zum Schutz eines vereinten Deutschland.

 


General Wolfgang Martini — ein Soldat mit besonderen Verdiensten für das Nachrichtenwesen

Die geschichtliche Entwicklung der Luftnachrichtentruppe, letztendlich auch die der Fernmelde- und Elektronischen Aufklärung ist mit drei Namen eng verbunden. Es sind die Generale Friedrich Fahnert, Walter Suren und Wolfgang Martini. Mit einer chronologischen Auflistung des militärischen Werdeganges von General Dr. Ing. h. c. Wolfgang Martini sollen dessen bedeutende soldatische Verdienste für die LN-Truppe aufgeführt werden.

 

Wolfgang Martini, geboren am 20. September 1891 in Lissa/Posen, als Sohn eines Landgerichtsdirektors, trat nach dem Abitur 1910 als Fahnen­junker in das Telegrafenbataillon in Treptow ein; die weitere Laufbahn Martinis soll an dieser Stelle tabellarisch gewürdigt werden:

 

       Verleihung EK I und Ritterkreuz des Sächsischen Albrecht-Ordens mit Schwertern

       Rettungsmedaille am Bande

       Großes Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland

 

Wolfgang Martini verstarb am 6. Januar 1963 im Alter von 71 Jahren.


Die Aufstellung der Fernmeldeabteilung 711

Die Folgen des 2. Weltkrieges treffen Menschen und Wirtschaft im damaligen, geteilten Deutschland in nie dagewesener Härte. In den besetzten westlichen Teilen eines „Nachkriegsdeutschland" entspannt sich jedoch die militärische Einflußnahme der „Alliierten Hohen Kommission" in den nächsten Jahren Zusehens.

Am 26. Februar 1950 wird das Grundgesetz um den Passus „Die Wehrhoheit des Bundes" ergänzt. In der „Himmeroder Denkschrift" und in der Dienststelle „Blank" im Oktober des gleichen Jahres erhält eine zukünftige Bundesstreitkraft konkretere Formen.
Am 5. Mai 1955 proklamiert die Bundesregierung die Aufhebung des Besatzer­status und es erfolgt die Auflösung der „Alliierten Hohen Kommission". Am 7. Juni 1955 entsteht das Bundesministerium für Verteidigung. Die Einberufung der ersten 1000 freiwilligen Soldaten zum Dienst in der Bundeswehr erfolgt bereits wenige Monate später, am 2. Januar 1956.

 

2. Juli 1956

Die Luftwaffe beginnt in Uetersen erste Einführungslehrgänge. Im Lehrgang C, unter Führung von Major Geppert, sind ehemalige Angehörige der Luftnachrichtentruppe zusammengefasst. Nach und nach kristallisieren sich Spezialzüge heraus, darunter ein Zug der Horchfunker und Auswerter im Nachrichtenwesen.
Hauptmann Hermann Quermann erhält den Befehl diesen H-Zug zu führen.
 

September 1956

Die Fernmelde-, Lehr- und Versuchskompanie der Luftwaffe (FmLVsuKpLw) wird in Nörvenich/Eifel neu aufgestellt.

 

Der an die FmLVsuKpLw angegliederte 4. Zug bildet die Keimzelle des späteren Fernmelderegimentes 71.

 

In den folgenden Monaten bereiten sich die Soldaten des 4./FmLVsuKpLw auf ihre zukünftigen Sonderaufgaben vor. Geburtswehen bestimmen den Dienstbetrieb bei der Aufnahme des Kurzwellenemp­fangs, die eingesetzten Soldaten lassen jedoch nicht locker. Zeitgleich beginnt eine noch provisorische Sprachausbildung. Durch die Installierung von Langdrahtantennen auf dem Fliegerhorst Nörvenich schafft man den Durchbruch und in einer Auswertezelle „klickern" nun permanent elektronische Ausstrahlungen durch die Empfänger.
Horchfunker der ersten Stunde: Stabsfeldwebel Kleba sowie die Oberfeldwebel Wasner, Wandtke und Wittkowski.

Der Aufbau der militärischen Nachrichtengewinnung beginnt.

 

10. Januar 1957

Das Kommando der Luftwaffenorganisation Nord/A 3-A5 ordnet die Aufstellung des Vorauspersonals (V.P.) Fernmeldeabteilung 711 an.

Das Vorauspersonal ist identisch mit der bisherigen 4. Kompanie Fernmeldelehr- und Versuchskompanie (4./FmLVsuKp) in Nörvenich.

 

Die künftige Organisation des Verbandes legt Kommandeur Oberstleutnant Georg Oeljeschläger mit dem Abteilungsbefehl Nr. 1 fest:

Neben dem Stab wird zusätzlich eine 5. Kompanie aufgestellt. Oberstleutnant Oeljeschläger stehen der stellvertretende Kommandeur, Hauptmann Quermann und Kompaniefeldwebel, Oberfeldwebel Just, zur Seite.

 

Weitere Bereiche übernehmen Hauptmann Bruno Neumann als Einsatz-Auswerteoffizier; ihm obliegt des weiteren die Sprachausbildung. Die Oberleutnante Krapp und Steinbach sind zuständig für die Endauswer­tung. Oberleutnant Müller führt die Betriebsauswertung und Oberleutnant Peitzmann ist in der Peilauswertung eingesetzt. Für den Empfängereinsatz zeichnet Oberleutnant Aniol verantwortlich.

Eine Flugzeughalle auf dem Fliegerhorst Nörvenich wird so erweitert, dass die Funkbeobachtungsstelle und die Auswertezelle dort eingerichtet wer­den können; der dazugehörige Peiler erhält seinen Platz etwas außerhalb des Fliegerhorstbereiches. Garantierten die technischen Komponenten nun eine geordnete Erfassung, so muss sich das Bedienerpersonal in einer Werfthalle provisorisch wohnlich einrichten; andere Teile der Halle dienen als Wirtschaftsgebäude.

 

01. Februar 1957

Das Bundesministerium der Verteidigung (Abt. VI/3, Luftwaffe) ordnet mit dem Luftwaffenaufstellungsbefehl Nr. 39 offiziell die Aufstellung der Fernmeldeabteilung 711 (FmAbt 711) an, somit ist dieser Tag die offizielle Geburtsstunde des späteren Fernmelderegiment 71 (FmRgt 71).

 

07. Februar 1957

Zu dieser Zeit hatte sich die Abteilung schon soweit aufgefüllt und konsolidiert, dass eine erste Gliederung in einen Stab und zwei Kompanien, die erste (der spätere Fernmeldesektor C) und die fünfte (der spätere Fernmeldesektor N), erfolgen konnte.

Der Chef des Stabes der Luftwaffenorganisation Nord verfügt die Verlegung der Abteilung an die Standorte Osnabrück und Bückeburg.

 

22. bis 24. Februar 1957

Gemäss Abteilungsbefehl Nr. 2 verlegen der Stab FmAbt 711, die 5./FmAbt 711 und der Anteil ‚Empfangszug Telegrafie’ der 1./FmAbt 711 in das Verwaltungsgebäude der Flakkaserne am Hauswörmannsweg in Osnabrück.

Der restliche Anteil der 1./FmAbt 711 wird in der ehemaligen Heeresmusikschule in Bückeburg untergebracht.

 

10. Mai 1957

Die FmAbt 711 erhält ihre erste Stärke- und Ausrüstungsnachweisung (STAN), nach der sich der Stab wie folgt gliedert:

 

Der Personalbestand umfasst im Soll

 

15. August 1957

In Bückeburg wird die 2./FmAbt 711, der spätere Fernmeldesektor B aufgestellt. Die drittälteste Einheit der Abteilung  umfasst neben deren Chef, Hauptmann Bruno Neumann, dem Kompaniefeldwebel, Oberfeldwebel Walter Billerbeck, und den Zugführern Oberfeldwebel Johannes Wittkowski und Oberfeldwebel Schimanski, 55 junge freiwillige Soldaten, die in der ehemaligen Heeresmusikschule zusammengezogen werden.

 

13. September 1957

Die 2./FmAbt 711 verlegt von Bückeburg nach Osnabrück.

 

10. Oktober 1957

Unter Leitung von Major Ribbeck von der Wehrbereichsverwaltung II und Hauptmann Gildemeister von der Luftwaffengruppe Nord, Abt Infra V wird die ortsfeste Funkempfangszentrale der Britischen Streitkräfte in Hambühren besichtigt und für  die Belange der Bundeswehr als geeignet befunden.

 

08. November 1957

Ein Vorkommando der 2./FmAbt 711 unter Leitung von Hauptmann Vogler trifft in Hambühren ein.

 

25. November 1957

Die Kaserne Hambühren (arrow.gif 
(948 Byte)link) von den Britischen Streitkräften an die Bundeswehr übergeben. Bis Mitte Januar 1958 wird die 2./FmAbt 711 schrittweise von Osnabrück nach Hambühren verlegt.

 

01. Mai 1958

Durch einen Organisationsbefehl der Luftwaffengruppe Nord wird die FmAbt 711 in Fernmeldeführer „B“ Nord (FmFhr „B“ Nord) umbenannt. Damit ist die erste Phase der Aufstellung abgeschlossen

Der FmFhr „B“ Nord, geführt von Oberstleutnant Oeljeschläger, hat nun folgende Gliederung:

 

Stab FmFhr „B“ Nord in Osnabrück

  • Fernmeldebeobachtungssektor A (FmBeobSkt A) in Osnabrück - weiterhin im Aufbau – mit Kommandoführer Hauptmann Funke
  • Fernmeldebeobachtungssektor B (FmBeobSkt B) in Hambühren mit Chef Hauptmann Neumann
  • Fernmeldebeobachtungssektor B (FmBeobSkt C) in Göttingen mit Chef Major Quermann
  • Fernmeldebeobachtungssektor C (FmBeobSkt D) in Osnabrück mit Chef Hauptmann Krapp
  • Fernmeldeauswertezentrale Nord (FmAuswZentrNord) in Osnabrück mit Chef Hauptmann Buchwald
  • Luftwaffensanitätsstaffel (LwSanStff) mit Chef Stabsarzt Dr. Hennig.

 

Damit sind die bisherigen Kompanien in Fernmeldebeobachtungssektoren bzw. Fernmeldeauswertezentrale Nord umbenannt worden.

So entstanden aus

1./FmAbt 711   neu:: FmBeobSkt C                  

2./FmAbt 711   neu:  FmBeobSkt B

4./FmAbt 711   neu:  FmBeobSkt D

5./FmAbt 711   neu:  FmAuswZentr Nord

 

Die 3./FmAbt 711, bisher nur in Planungsunterlagen existent, wird in FmBeobSkt A umbenannt.

 

17. Juli 1958

Unter Leitung von Hauptmann Wichering und Captain Lee finden in deutsch-amerikanische Kooperation erste Erkundungsfahrten und Empfangsversuche im Raum Dannenberg/Elbe statt; weitere Erprobungen werden im Raum Großenbrode durchgeführt.

 

Mitte August 1958

Ein Fernsprechleitung wird von der BGS-Kaserne Neutramm bei Schaafhausen zur Höhe 44 bei Dannenberg verlegt.

 

22. September bis 14.Oktober 1958

Eine erste große Einsatzübung des FmFhr „B“ Nord mit den FmBeobSkt B, C und D sowie der FmAuswZentrNord wird durchgeführt. Übungsziel ist der Einsatz des Funk- und Radarbeobachtungspersonals und die Meldeerstattung an FmAuswZentrNord.

 

28. November 1958

Unter der Leitung von Leutnant Wilhelm Kawan (später Stv Kdr FmRgt 71) beginnt  beim FmBeobSkt B in Hambühren der erste ROB-UAL (Unteroffizieranwärterlehrgang) des FmFhr „B“ Nord. Damit beginnt eine lange Serie von Ausbildungsgängen am Standort Hambühren, später in Dannenberg, die mit dazu beitragen, dass der FmSkt B später den Ruf der „Ausbildungseinheit“ des FmRgt 71 erlangt.

So werden beim Sektor ab November 1959 auch Unteroffzierlehrgänge, ab 1963 Horchfunkweiterbildungslehrgänge, ab 1965 Unteroffzierlehrgänge der 3. und 6. Luftwaffendivision (LwDiv) und ab 1974 Ausbildungen zum ABC/Se-Soldaten und die Ergänzende Allgemeine Grundausbildung (EAG) durchgeführt.

 

01. Januar 1959

Die Einheiten des FmFhr “B“ Nord werden umbenannt und heißen ab sofort wie folgt:

FmBeobSkt B  neu: FmSkt B
FmBeobSkt C  neu: FmSkt C
FmBeobSkt D neu: FmSkt D
FmAuswZentrNord neu: FmSkt N


Der sich immer noch im Planungsstudium befindliche FmBeobSkt A wird künftig als FmSKt A bezeichnet werden.

 

02. Juni 1959

Der FmSkt B in Hambühren wird zur Unterstützung der Feuerwehr in der Lüneburger Heide gerufen. Im Laufe des Jahres wird der Sektor noch zu sechs weiteren Brandbekämpfungseinsätzen gerufen.

 

15. Oktober 1959

Am 107 m hohen Spitzberg bei Dickfeitzen, ca. 15 km westlich von Lüchow im Wendland richtet der damalige Zugführer Johannes Wittkowski sowie Stabsunteroffizier Peter Henschel, zusammen mit einer zwölfköpfigen Crew, eine mobile Elo-Aufklärungsstellung ein, die bis Anfang 1960 aufrecht erhalten wird, dann wird der Einsatz eingestellt. Wohnquartier finden die Soldaten im Güldener Gasthaus Behr.

 

12. November 1959

Ein knappes Jahr nachdem in Hambühren der erste ROB-UAL durchgeführt wurde, beginnt an gleicher Stelle unter dem Lehrgangsleiter Oberleutnant Werner Ehlers und dem Zugführer Oberfeldwebel Hans Rathje der erste „echte“ UAL des FmFhr „B“ Nord. Später wird die Kaserne Hambühren mit seinem idealen Übungsgelände auch für Unteroffizierlehrgänge der 3. und 6. LwDiv genutzt.

 

15. Januar 1960

Der Chef des Stabes Luftwaffengruppe Nord (LwGrp N), Oberst i.G. Berlin, verfügt durch Schreiben von A 3 f die Umbenennung der FmFhr „B“ Nord in Fernmelderegiment 71 (FmRgt 71).

Damit wird der Verband in den Regimentsstatus erhoben. Die Bezeichnung der Fernmeldesektoren bleibt unverändert.

 

01. Juli 1961

Als „Ableger“ des FmSkt B wird am Standort Hambühren ein Fernmeldesonderzug schrittweise aufgestellt. Dieser Zug, Vorläufer des späteren FmSkt Q, ist dem Kommandeur FmRgt 71direkt unterstellt. Hauptmann Kurt Hahn wird Führer des Sonderzuges und die Disziplinargewalt eines Kompaniechefs übertragen.

 

08. Oktober 1961

Beim Pokalschiessen des Kyffhäuser-Bundes Wietze gewinnt der FmSkt B zum dritten Mal in ununterbrochener Folge den Ersten Preis. Damit verbleibt der Pokal endgültig in der Einheit. Auch in den Folgejahren werden diese Vergleichswettkämpfe ständig vom Sektor besucht.

 

09. bis 14. Juni 1962

Nach Installierung der notwendigen Fernmeldeverbindungen und neuer Aufklärungsgeräte beginnt der FmSkt B mit der Probeerfassung aus der Stellung „Hoher Mechtin“ bei Gülden/Zernien. Der Berg ist mit 142 Metern die höchste Erhebung im Landkreis Lüchow-Dannenberg.
Kommandoführer Willi Wegener führt die Erfassung mit den Kameraden Ulli Lück, Wolfgang Buckmann und Heinz "Toni" Tontarski durch. Nötige Kraftreserven in Form von Kost und Logis finden sie im Gasthof Lühr im nahe gelegenen Ort Zernien.


Antenne
 

Stellung mit Funkwagen im Wald

Feldwebel Heinz "Toni" Tontarski
im Funkwagen

Antenne
 

Antenne
 

 

02. Juli 1962

Beim FmSkt B in Hambühren beginnt der erste Fernmeldegrund- und Aufbaulehrgang im H- und S-Funk mit den aus Bad Eilsen von 4./RV 112 zuversetzten Soldaten. Dieser Ausbildungsabschnitt war zuvor in Osnabrück durchgeführt worden und wird nunmehr in Hambühren zentralisiert.

 

02. August 1962

Beginn einer geregelten Erfassung aus der Stellung „Hoher Mechtin“.

 

16. August 1962

Ungewohnter Einsatz für den FmSkt B: bei der Großfahndung nach zwei entflohenen Sträflingen, die aus dem Gerichtsgefängnis Celle entwichen sind, wird um Unterstützung bei der Suche gebeten. Nach zwei Tagen werden die beiden Gewaltverbrecher, die bei der Flucht einen Aufsichtsbeamten niedergeschlagen und schwer verletzt hatten, im Raum Oldau-Ovelgönne gestellt.

 

26. Oktober 1962

Die Firma Telefunken übergibt die vollständig überholte Antennenanlage an den FmSkt  B. Die ausgezeichnete Anlage in Hambühren war nach Kriegsende durch eine britische Fernmeldeeinheit erbaut und für ähnliche Zwecke genutzt worden wie später vom FmSkt B.

 

29. April 1963

Der FmSkt B setzt ein Kommando zur Inbetriebnahme einer Einsatzstellung auf dem Thurauer Berg, ca. 6 km östlich von Lüchow in Marsch. Aus dieser Stellung mit Decknamen „Eidechse“ wird später vom 24. Juli bis 30. November 1964 der VHF-Einsatz betrieben werden.

 

03. bis 29. Juli 1963

Vorerkundung der Höhe 123 bei Clenze für einen mobilen VHF-Einsatz. Mittels zweier „Natoziegen", dem legendären Ford-Lkw; und einem Mannschaftstransportwagen mit schwerer Beladung treffen Leutnant Leonard Meuffels, Oberfeldwebel Alfred Rohrich, Feldwebel Helmut Pohl und Fernschreiber Horst Neddermann auf der „Höhe 123" ein.

 


Funkwagen in Clenze

 

02. September bis 30. Oktober

Der Betrieb auf der "Höhe 123" wird realisiert. Bis zum 02. September hält ein übergenauer Diensteifer bei den Sektorsoldaten Einzug. Die Drohung des Jahres lauert überall: „Soldat, streng Dich an, sonst kommst Du nach Clenze!"

 

1964 bis November 1967
Die Stellung bei Clenze wird eine feste Einsatzstellung des FmSKt B. Die Soldaten, zuerst in einer Gaststätte im ca. 10 km entfernten Suhlendorf untergebracht, mieten sich später in Privatquartieren in Clenze ein.

In den von Kiefern- und Fichtenwäldern umgebenen militärischen Sicherheitsbereich arbeiten hoch motivierte Fernmelder, nicht zuletzt dank der guten Betreuung und Verpflegung in Privatunterkünften. Den Einheimischen kann dabei Kommandoführer Leutnant Meuffels in wohl einmaliger Weise Verständnis und Hochachtung für die Arbeit seiner Soldaten vermitteln.

Auf Schützenfesten in der Region, anderen Veranstaltungen und allabendlich in den Unterkünften „Assmann“ und „Clenzer Mühle“ sind die Fernmelder häufig Initiatoren unterhaltsamer Aktionen. Verständlich also auch, daß die jungen Fernmeldeaufklärer auch zarte Bande mit dem weiblichen Geschlecht knüpfen.

Die  Erfassung wird durch vier Schichten zu je zwei Mann gewährleistet. Als Schichtführer tragen sich in die Wachbücher ein: Rudi Leprich, Erwin Gundlach, Werner Althammer, Dieter Schmitz und Harald Zörner. Ihnen stehen zur Seite: Holger Nowack, Jochen Krause, Andreas Schwickhardt, Gerhard Wiemann, Kurt Paas, Paul Dallmann, Detlef Hundstorf sowie Herbert Donert; er ist auch der erste Diskjockey in der „Clenzer Mühle". Der Betrieb der Stromversorgungsaggregate wird durch die beiden Mechaniker Ulli Lück und Reinhard Laube sichergestellt..

 

03. August 1963

Einmal mehr beginnt beim FmSkt B in Hambühren eine neue Lehrgangsform. Unter Leitung von Hauptmann Schultz-Igast beginnt der Stabsfeldwebellehrgang Teil I, Abschnitt B.

 

August 1963

Auf dem Stöberhai (Einsatzstellung des FmSkt C) finden erste Gespräche über das „Projekt Fernmeldeturm“ statt. Unter der Leitung von Brigadegeneral Hentz von der Inspektion Führungsdienste Luftwaffe nimmt auch der Stellvertretende Kommandeur FmRgt 71, Oberstleutnant Lindner teil.


damalige Stellung Stöberhai

18. April 1964

Auf dringendes Hilfeersuchen des Celler Standortkommandanten Major Schmidt wird der FmSkt B bei einem Waldbrand in der Gemarkung Hambühren eingesetzt und bewährt sich in bekannter Weise.

 

02. September 1964

Der Kommandeur 6.LwDiv, Generalmajor Möller, inspiziert die von FmSkt B betriebenen Außenstellungen „Thurauer Berg“ und „Clenze“ und zeigt sich angenehm überrascht von der geleisteten Arbeit.

 

31. Januar 1965

Der Kommandierende General LwGrpN, Generalleutnant Hoffmann, dankt dem FmSkt B für „herausragende Leistungen“ mit einer Anerkennungsurkunde.

 

15. März 1965

Grundsteinlegung für den neuen Fernmeldeturm „Thurauer Berg“.

 

31. Mai 1965

Nach über achtjähriger Chefzeit im FmRgt 71, davon allein sieben Jahre und neun Monate im FmSkt B, verlässt Major Bruno Neumann seine Einheit in Hambühren. Es wird weder einem Kommandeur noch Chef im Bereich FmRgt 71 gelingen, diesen Zeitraum zu überbieten. Major Neumann wird zum FmBtl 775 nach Ludwigsburg versetz, die Chefnachfolge tritt Major Hahn an, bisher Leiter des Fernmeldesonderzuges.

 

07. Januar 1966

Nach mehreren tödlichen Unfällen beantragt FmRgt 71, die Kasernenwache FmSkt B in Hambühren südlich der Bundesstrass B 214 einzurichten.

Darüber hinaus wird eine Militärische Infrastrukturforderung (MIF) für den Bau einer niveaugleichen Fußgängerbrücke gestellt. Beide Begehren werden vom Stellvertretenden Divisionskommandeur und Chef des Stabes 6. LwDiv, Oberst i.G. Petzold, am 31. Januar befürwortet.

 

03. Februar 1966

Beginn der Instandsetzung der nahezu 30 Jahre alten Kasernenanlage Hambühren.

 

21. April 1966

Als letzter Luftwaffenturm erlebt der Fernmeldeturm „Thurauer Berg“ sein Richtfest. Dazu sind auch der Projektoffizier, der spätere Kommandeur FmRgt 71, Major Eberhard Skibbe, Sektorchef Leonhard Nowack und Vertreter vom Staatshochbauamt sowie weitere Gäste vor Ort.


der Fernmeldeturm Ende 1965

 
der Fernmeldeturm März 1966

 

Zuvor stand auf dem „Streitkräftehügel" ein Holzturm, der vom Fernmeldebatallion 120 (FmBtl 120) aus Rothenburg/Wümme als Arbeitsplattform genutzt wurde. Als Unterkünfte dienen Gebäude im späteren Sägewerk nahe der Ortschaft Oerenburg. Dort finden auch Uffz-Lehrgänge statt. Fester Treffpunkt nach Dienstschluss wird die kleine Bahnhofsgaststätte in Oerenburg.

Wesentlichen Anteil am Aufbau der Schaltwarte im Turm haben seit dem 6. April 1967 die zivilen Mitarbeiter Adolf Pengel und Otto Timme. Der erste zivile Mitarbeiter in der Stellung heißt jedoch Gerhard Fröhlich. Er verantwortet ab dem 28. April 1966 den einwandfreien Betrieb der Heizungs­ und Wasserversorgung.

Zwei Räume in einem Feldhaus stehen den Soldaten und zivilen Mitarbeitern als Küche und Speisesaal zur Verfügung. Bis zum Jahre 1977 nehmen Soldaten die Essenausgabe vor, ab dem 8. Februar jenen Jahres "bemuttert" Küchenchefin Anneliese Rohde die Turmbelegschaft.

Keine "beschussfesten" Unterkünfte stehen den ersten Wachmännern Bein, Preuß und Weißenfels zur Verfügung. Ein Schlagbaum und eine kleine Baracke beherbergen die zivile Wachmannschaft und deren Hunde.

 

17. Juli 1966

Das Kommando „Clenze“ des FmSkt B, derzeit 32 Soldaten stark, bezieht als vorläufige Unterkunft die BGS-Kaserne in Neutramm bei Dannenberg/Elbe. Die BGS-Abteilung in Neutramm gehört zum Grenzschutzkommando Küste (GSK).

Bis zum 1. Januar 1974 bleibt der Bundesgrenzschutz Hausherr in der Kaserne.

 

01. Januar 1967

Per Organisationsbefehl werden die FmSkt A, B und C sowie die Stabs- und Versorgungskompanie (StVersKp) / FmRgt 71 bestandsnachweispflichtige Dienststellen.

 

08./09. März 1967

Der Inspizient Sanitätswesen der Luftwaffe, Generalarzt Dr. Dörner, inspiziert die FmSKt B und C hinsichtlich der sanitätsdienstlichen Situation der Einheiten.

 

07. Juli 1967

Nachdem bereits am 07.Juni der Fernmeldeturm des FmSkt C auf dem Stöberhai provisorisch in Betrieb genommen wurde, erfolgt ab acht Uhr die provisorische Betriebsaufnahme auch im Fernmeldeturm des FmSKt B auf dem Thurauer Berg.
Das Funkwachbuch dokumentiert die ersten Fernmelder in den Erfassungsräumen.

 


erster Eintrag im Funkwachbuch

 

 

Das Erfassungspersonal wird unter dem Leiter der Erfassung (LdE), Oberleutnant Ehrenberg, und dem Kommandofeldwebel, Oberfeldwebel „Charly“ Heidenreich, in der BGS-Kaserne in Neutramm im Block 13 untergebracht.

 

21. Juli 1967

Der „Einsatz" meldet: Schichtbetrieb im 24-stündigen Wechseldienst aufgenommen.

 

01. November 1967

Nach zwei Jahren und acht Monaten Bauzeit ist der 79,6 Meter hohe Turm auf dem Thurauer Berg mit der Maßeinheit „53 Meter über Normal Null" endgültig bezugsfertig und der volle Einsatzbetrieb wird aufgenommen.

Neben dem Anschluß an das örtliche Stromnetz besitzt die Anlage eine Notstromversorgung ("U-Boot-Diesel"), eine Klimaanlage, sowie eine eigene Wasseraufbereitungs- und Kläranlage. 

Realisiert werden konnte für die Soldaten auch die Fertigstellung von Wohnungseinheiten in der „Ernst-Köhring-Straße" in Lüchow. Bereits im April 1967 bewilligten die zuständigen Behörden Finanzen für die Fertigstellung der ersten 30 Wohnungen in zwei Häuserblocks zu 12 und 18 Wohnungen.

 

14. Oktober 1967

In Anwesenheit des Regimentskommandeurs FmRgt 71, Oberst Friedrich, wird im Schützenhaus Klein-Hehlen das zehnjährige Bestehen des FmSkt B begangen.
Unterdessen trifft das Vorkommando für die Stellung „Thurauer Berg" in der Truppenunterkunft, kurz TUK genannt, ein. Kommandoführer Oberleutnant Meuffels, Oberleutnant Ehrenberg und Kommandofeldwebel Heidenreich beziehen in der BGS-Kaserne den Block 13.

 

01. November 1967

Unter Führung von Oberleutnant Rosenow wird der dem FmSKt B unterstellte Zug des FmSkt D fachlich eingesetzt. Damit sind die ersten Schritte zum abgesetzten II./FmSkt D getan, der wenige Monate später offiziell aufgestellt wird.

 

22. Oktober 1967

Der neue Kommandeur 6. LwDiv, Generalmajor Kessel und der Inspizient Radarführungsdienste / Elektronische Kampfführung Luftwaffe, Brigadegeneral Ewringmann, besuchen den FmSkt B in Hambühren. Es ist zugleich der letzte hohe Besuch, den der Sektor in Hambühren empfangen kann, denn am 01. November verlegt der Sektor geschlossen in die BGS-Kaserne Neutramm. Damit endet ein zehneinhalbjähriger Aufenthalt in Hambühren.

In Neutramm belegt der FmSkt B die Gebäude 12, 13 und 94. Ständige „Reibereien“ mit dem BGS-Personal sind an der Tagesordnung.

In der Folgezeit tätigt der Chef des Sektors, Major Nowak, die fälligen Antrittsbesuche bei den Honoratioren der Städte und des Landkreises Lüchow-Dannenberg.

 

18. Dezember 1968

Kaum in Neutramm eingetroffen, sorgt der FmSkt B schon für Öffentlichkeitsarbeit. Eine Altenfeier mit 35 älteren, dürftigen Mitbürgern des Johanniterheimes Dannenberg wird in der Bevölkerung mit Wohlwollen zur Kenntnis genommen und später auch zur festen Einrichtung des Sektors. Die hierfür benötigten Gelder wurden anfangs von den Soldaten aufgebracht.

Ab 1974 kamen noch 35 ältere Menschen aus dem Raum Lüchow dazu, so daß an diesen Alten-Feiern jeweils ca. 70 Personen teilnahmen, die an diesem Tag von den Soldaten mit Kaffee, Kuchen und Sekt bewirtet wurden und außerdem noch eine Weihnachtstüte erhielten.

In den Jahren 1969/70 werden dann intensiv Kontakte zu Behörden, Vereinen und der Zivilbevölkerung aufgenommen. Soldaten des Sektors werden vom Turn- und Sportverein Lüchow und von der Jägerkompanie der Schützengilde Lüchow immer wieder sehr herzlich aufgenommen und zu Veranstaltungen und Festen eingeladen. Auch folgen Abordnungen des Sektors gern den Einladungen zu Schützenfesten und anderen Veranstaltungen im gesamten Landkreis Lüchow-Dannenberg.

 

28. März 1969

Für einen Tag hält sich der Präsident der Wehrbereichsverwaltung II (Hannover), Dr. Krüttner, in Neutramm auf. Er erörtert vor Ort die nach der Verlegung der BGS-Abteilung nötigen Verwaltungsangelegenheiten.

 

25. Februar 1969

Bedeutsames Datum für alle Soldaten und Zivilbediensteten des Bundes: Aufgrund einer Neuregelung der Arbeitszeit ist der Sonnabend ab sofort nicht mehr genereller Arbeitstag.

 

01. Oktober 1970

Im Zuge der Neugliederung der Luftwaffe wird das FmRgt 71 in dem neu geschaffenen Luftwaffenführungsdienstkommando (LwFüDstkdo) in Köln-Wahn unterstellt.

Die „Vereinnahmung“ durch die neue Kommandobehörde erfolgte am 25. Januar 1971 am Regimentsstandort in Osnabrück in Form eines feierlichen Appells.

Ebenfalls am 01. Oktober übergibt Major Nowack die Dienstgeschäfte des Sektorchefs B an Hauptmann Leonhard Meuffels.

Oktober 1970

Umgab anfangs nur ein 2,50 Meter hoher Maschendrahtzaun die Stellung und Außenbereiche, folgt der Aufbau eines zweiten Zaunes erst jetzt.
Es dauert dann noch knapp ein Jahr, bis am 30. Juni des folgenden Jahres um 22 Uhr die Zaunbeleuchtung den Zaunbereich taghell erstrahlen lässt. Ständige Erneuerungen, Verlagerungen und Umbauten auf dem Gelände verändern in den Jahren stetig das Aussehen der Stellung

 


 

Mehrere dieser Warntafeln standen in einem Abstand von bis zu einem km rund um den Fernmeldeturm und markierten den Militärischen Schutzbereich.
Gelegentlich "verirrten sich auch Angehörige der Sowjetischen Militärmission in den Militärischen Schutzbereich, wurden aber von aufmerksamen Personen umgehend gemeldet.
Zu erkennen waren die Fahrzeuge aus Bünde an ihren markanten KFZ-Kennzeichen.
Kleines Merkblatt für Soldaten: 

 

 


 

 

16. November 1970

In Neutramm gewinnt die Mannschaft des FmSkt B mit Hauptmann Kern und den Hauptfeldwebeln Henschel, Roth und Dreblow gegen 16 gegnerische Mannschaften den Wanderpokal im Schießwettbewerb des BGS.

 

22. März 1971

Hauptfeldwebel Willi Grube initiiert einen bis zuletzt erhaltenen guten Brauch des FmSKt B, das Spanferkelessen. Von nun an treffen sich jährlich Gäste aus Polizei, Industrie, Wirtschaft und anderen Teilen der Bevölkerung  in der Kaserne Neutramm.

 

Nach Willi Grube wird auch die Kleinkantine (Coffee-Shop) in der ersten Etage im Fernmeldeturm Thurauer Berg genannt: „Willi’s Kaffee-Grube“.

Eine „Veranstaltung geselliger Art'' ist bis zuletzt aus den alljährlichen Aktivitäten des Fernmeldesektor nicht wegzudenken: Das Spannferkelessen. Der Initiator heißt Hauptfeldwebel Willi Grube.

 

Erst im kleinen Rahmen, sozusagen im soldatisch-familiären Kreis, jedoch ab März 1971 dann zum ersten Mal mit Gästen aus dem öffentlichen Leben und der Bevölkerung feiert die Luftwaffeneinheit dieses Fest. Das Spanferkelessen des Sektor B bedeutete bis zuletzt im Landkreis Pflege der Tradition und der freundschaftlichen Bindungen. Hauptfeldwebel Grube zeigt seine Freude an dem Soldatenberuf noch bei vielen weiteren Anlässen. Er organisiert Feiern, stiftet für das Sektorsport­fest Pokale und repräsentiert die Bundeswehr auch nach seiner Pensionie­rung.

 

29. April 1971

Chefwechsel beim FmSkt B: Major Leonhard Nowak wechselt zum Amt für Fernmeldewesen nach Ahrweiler. Sein Nachfolger wird Leonhard Meuffels, der zuletzt mit der Auflösung des FmSkt N betraut war und einstmals erster Kommandoführer des FmSkt B in Neutramm war.

 

Sommer 1971

Die letzten Teile des Sektors verlegen endgültig zum Standort Neutramm.

 

September 1971

Hauptfeldwebel Grube wird mit einem Essen in den Ruhestand verabschiedet. Bis zuletzt ist er dem Landkreis Lüchow-Dannenberg treu geblieben und wohnte in Woltersdorf; er verstarb 1991.

 

25. Februar 1972

Unter Generalleutnant a.D. von Plato treffen sich ehemalige Offiziere und Unteroffiziere und der Bundeswehr beim FmSkt B in Neutramm. Die Offiziere des Sektors nehmen am Empfang des Traditionstreffens teil.

 

13. November 1972

Ein der schwersten Stürme der letzten Jahrzehnte richtet an allen Fernmeldetürmen erhebliche Sachschäden an, der Turm auf dem Thurauer Berg ist besonders hart betroffen, Teile der Turmverkleidung („Aussenhaut“) werden abgerissen.

Aber auch in Osnabrück und Hambühren sind schwere Gebäudeschäden zu verzeichnen.

 

01. Januar 1974

Nach Verlegung der BGS-Abteilung von Neutramm nach Bredstedt in Schleswig-Holstein übernimmt der FmSkt B als neuer Hausherr die Kaserne. Der Sektorchef ist nun gleichzeitig Kasernenkommandant und Standortältester.

Es verbleiben die Fernmeldekompanie 945 (FmKp 945) des Heeres mit ca. 60 Soldaten, ein Einsatzzug der BGS-Abteilung Lüneburg mit ca. 30 Beamten und bis 30.11.1978 eine britische Grenzkontrolle mit 20 Soldaten.

 

14. März 1974.

Die Feldwebelvereinigung Dannenberg e.V. wird gegründet. In der Kaserne Neutramm feiern die Mitglieder zusammen mit zahlreichen Vertretern des mittleren Dienstes öffentlicher   Institutionen.   Angehörigen   von einheimischen Firmen und Soldaten des britischen NATO-Partners aus Groß Gusborn, der H-Troop,  im einfallsreich geschmückten Jägerheim die Geburtsstunde. Vielfältige Aktivitäten, wie zum Beispiel das alljährliche Oktoberfest, verbinden die Zivilbevölkerung mit der Bundeswehr. Hauptfeldwebel Klaus Böttcher steht dem freiwilligen Zusammenschluß von Unteroffizieren des Standortes bis zuletzt als erster Vorsitzender vor.

Weitere Gründungsmitglieder sind Hauptfeldwebel Helmut Wosch, Hauptfeldwebel Helmut Dreblow, Hauptfeldwebel Heinrich Möller, Hauptfeldwebel Harald Schilling (FmKp 945), Hauptfeldwebel Ernst Pohl (FmKp 945) und Oberfeldwebel Ralf "Stolli" Stoll.

 

22. März 1974

Major Leonhard Meuffels, Chef FmSkt B, wird zum Fernmeldebereich 70 (FmBer 70) nach Trier versetzt. Sein Nachfolger wird Major Ekkehard „Ekkes“ Langer, der von dieser Dienststelle versetzt wird.

Im März nimmt  der Sekor erstmals Kontakt zu den in Groß Gusborn stationierten britischen Aufklärungskräften der H-Troop / 13th Signal Regiment auf. In einem ersten Fußballspiel unterlagen die Briten jedoch 1:6.

Aus dieser sportlichen Veranstaltung entwickelt sich eine beiderseitige Freundschaft, gefestigt durch viele weitere deutsch-britische Veranstaltungen geselliger Art.

 


Britische Aufklärungsanlage
bei Groß Gusborn
(H-Troop / 13th Sig Rgt)

 

 

31. Oktober 1974

Der Amtschef des Amtes für Fernmeldewesen der Bundeswehr, Brigadegeneral Kuhnke, informiert sich beim FmSkt B über die fachliche Einsatzmöglichkeit.

 

08. November 1974

Der FmSkt B richtet ein Wildschweingatter mit zunächst drei Tieren ein, Durch „disziplinloses Verhalten“ der Tiere wächst der Bestand in knapp eineinhalb Jahren auf 40 Tiere an.

Anfang 1976 beschäftigt sich sogar der Bundesrechnungshof mit der „Schweinerei“. Dem Sektor wird zur Auflage gemacht, die Schweine bis auf 10 Stück zu reduzieren und außerdem 2000,-- DM an den Betreuungstitel aus dem Erlös der Schweine zu zahlen.

Das führt zum dem bekannten und erheiternden Sektorbefehl 05/79 des Chefs FmSkt, Major Wulf Zschauer, der die „geschlechtliche Fortpflanzung des Schwarzwildes“ regelt.

 

1. Advent 1974

Die Offiziere des FmSkt  B rufen den „Lichterball“ ins Leben. Dieses Ereignis, einer der größten gesellschaftlichen Höhepunkte im Landkreis, wird von nun jährlich zelebriert.

Geladene Gäste aus Politik, Handel, Industrie und Vereinen treffen sich auf dem gesellschaftlich sehr beachteten Ball. Inmitten des Jägerheims, das von unzähligen Kerzen erleuchtet wird, bieten kulinarische Genüsse und Tanzmusik ausreichend Gelegenheit für Gäste und Soldaten sich zu amüsieren.

 

März 1975

Die Soldaten des KFZ-Bereiches gewinnen den vom scheidenden Regimentskommandeur, Oberst Eberhard Skibbe, gestifteten „Verkehrsicherheitspreis", den der Kommandeur in Form eines blitzblanken Pokals persönlich den Soldaten während seines Abschiedsbesuches beim Sektor B übergibt.

 

01. April 1975

Hauptmann Ingo Kern tritt den Chefposten im FmSkt E in Wunsiedel an. Er war zu als Leiter des Einsatzes in der Einsatzstellung aktiv. Ebenfalls verlassen die Hauptleute Knut Günter und Gerd Strube den Sektor in Richtung Osnabrück bzw. Trier.

 

1. Mai 1975

Ein Feuerwehrfest in der Kaserne Neutramm wird zum herausragenden Ereignis. Nahezu 30 Feuerwehren des Landkreises treffen sich zu sportlichen Wettkämpfen.

 

23. Mai 1975

Der Staatssekretär im Bundeskanzleramt, Dr. Manfred Schüler, besucht in Begleitung des Vizepräsidenten des Bundesnachrichtendienstes (BND), Herrn Blötz, den FmSkt B.

 

Am 28. Mai 1975 ist der Sektor Gastgeber für die Regimentsmeister­schaften. Dabei geht der Chef Major Langer sprichwörtlich baden. Im kleinen Dienstanzug, allerdings ohne Uniformrock, schwimmt er, wie es sich für einen Sektorchef gebührt, allen Konkurrenten auf und davon und belegt den ersten Platz in der Disziplin 50 Meter Kleiderschwimmen.

 

08. Juli 1975

Der Stellvertreter des Stabschef der USAFE, General Richard Ellis, besucht den FmSkt B in Begleitung von Lieutenant General Robert Huyser, beigeordneter Stabschef für Planung/Operation USAFE Colonel Stuart Bloss, Verteidigungsattache der USA und Oberst i.G. Eberhard Eimler, Führungsstab Luftwaffe  III 4 (Fü L III 4).

 

12. bis 17. August 1975

Bei der Waldbrandkatastrophe im Gartower Forst ist der FmSkt B mit 60 Soldaten im ständigen Einsatz. Bei einem Rückzug vor der Flammenwalze wird eine Tragkraftspritze zerstört und Schlauchmaterial geht verloren.

29 Soldaten vom Sektor und der Fernmeldekompanie 945 erhalten eine Gedenkmedaille für ihren Einsatz von der Niedersächsischen Landesre­gierung. Die Deutsche Feuerwehr-Ehrenmedaille wird Major Ekkehard Langer durch den Bezirksbrandmeister im darauffolgenden Jahr auf einer Feuerwehrveranstaltung des Kreisfeuerwehrverbandes Lüchow-Dannenberg verliehen. Ende des Jahres erhält der Sektor eine Dankesurkunde und die Soldaten jeweils die Waldbrandmedaille des Landkreise Lüchow-Dannenberg überreicht.

 

Im Spätherbst beginnt Oberfeldwebel Jochen Tarrach damit, altes Feuerwehrgerät und Feuerwehrspritzen zu sammeln. Dies war der Grundstein für das heutige historische Feuerwehr-Museum, in dem so alte Geräte wie z.B. eine Feuerwehrspritze aus dem Jahre 1820 und ein Ledereimer aus dem 17. Jahrhundert ausge­stellt sind. Das Museum wird in Halle 14 eingerichtet.

Später besucht der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, Albert Bürger, das Museum und würdigt die hervorragende Qualität der einzelnen Ausrüstungsgegenstände.

Die Halle 14 reicht bald nicht mehr aus und das Museum wird später in die Gebäude 44 und 45 umgesiedelt, bekommt einen eigenen Zugang, wird aus dem Kasernenbereich ausgegliedert und der Stadt Dannenberg übergeben.

 

30. September 1975

Der Kommandeur 3. Panzerdivision (3. PzDiv), Generalmajor Burandt und der Kommandeur 8. Panzerbrigade (8. PzBrig) , Harald Schulz, besuchen den Fernmeldeturm des Sektors. Die 3. PzDiv nutzt seit Jahren die Kaserne Neutramm zu ausgiebigen und vielfältigen Ausbildungszwecken.

 

Am 3. November 1975 muss sich der FmSkt B völlig überraschend einer zweitägigen „Taktische Überprüfung" durch ein nationales Prüfteam unterziehen.

Angemerkt sei aber, daß sich das Prüfteam während der Anreise auf einem Bahnhof allzu sorglos verhielt, was einigen Soldaten in schichtfreier Zeit nicht verborgen bleib. Den anschließenden gründlichen Check bestanden die Fernmeldeaufklärer mit soldatischer Zuverlässigkeit.

 

02. bis 03. Februar 1976

Der Chef des Luftwaffenamtes, Generalmajor Friedrich Obleser, besichtigt im Rahmen eines Antrittsbesuchs die Kaserne Neutramm den Fernmeldeturm Thurauer Berg.

 

Ab März 1976 nehmen die Bauarbeiten für die Errichtung eines neuen Bereitschaftsgebäudes an der Einsatzstellung zügig Formen an.
Der Richtspruch eines Zimmermannes erklingt bereits im Juni 1976 und am 3. März 1977 übergibt Major Langer das Gebäude seiner Bestimmung.

 

 

 

Im Mai 1976 übernimmt das jeweilige Personal im 7. Obergeschoß des Fernmeldeturmes eine Waldbrandüberwachung. In der Fernschreibstelle hing dazu eine Landkarte mit dem Dannenberger Zipfel und einer Grad-Einteilung in 10-Grad-Schritten, um eine Art "Waldbrandfrühwarnung" durchzuführen, insbesondere im Sommer. Mit den zusätzlich auf dem Außenplattform 7.OG  mittels weißer Farbe (später orange) aufgebrachten Gradeinteilungen können Brandrichtung und ungefähre Richtung und Ausweitung festgelegt werden. So konnte man eine reibungslose Meldung über Rauch- und Feuerentwicklungen mit anderen Einrichtungen gemeinsam gewährleisten.
Per Sektorbefehl sollen von dieser Feuerpeilstelle aus in besonders brandgefährdeten Jahreszeiten halbstündlich Kontrollen erfolgen, wofür eigens ein Brandkontrollbuch angeschafft wird.
 


die "Waldbrandkarte"

 
die Gradeinteilung auf der Plattform 7.OG, Blickrichtung 70°, Richtung Gartower Forst/Höhbeck (Türme nochmal nachgezeichnet)
 

Eine weitere Neuerung erhöht zusätzlich die Mobilität und Schlagkraft der Feuerlöschgruppe Sektor B: im Juni 1976 übergibt der Brandschutzbeauftragte des Fernmelderegimentes 71 an den Chef FmSkt B ein 145 PS starkes Mercedes-Feuerlösch-KFZ 2400 (FlKfz 2400; zivil: Tanklöschfahrzeug TLF 16/24; Baujahr 1957) mit einer Kapazität von 2.400 Liter Löschwasser. (Anm.: Von September 1994 bis März 2003 war das Flkfz 2400 dann noch bei der Freiwilligen Feuerwehr Bergen /Dumme im Einsatz.)


das FlKfz des FmSkt B

       

 

August 1976

In der Kaserne sind 26 japanische Jugendleiter zu Gast. Vom Sektorchef Major Langer wird ein Vortrag über Sinn und Zweck der Bundeswehr gehalten, der die Gäste aus Japan sehr beeindruckt. Im gleichen Monat trifft General Joachim Birkholz, Kommandeur der Luftwaffenführungsdienste, zu einem Dienstaufsichtsbesuch in Neutramm ein.

 

Oktober 1976

Der Bayrische Rundfunk ist mit einem Fernsehteam beim Fernmeldesektor B, um über das Thema „Integration der Bundeswehrein­heit in den Landkreis" eine Reportage abzufassen.

 

30.11.1976

Ein selten gefeiertes Jubiläum:

Oberstabsfeldwebel Johannes Wittkowski begeht sein 40-jähriges Dienstjubiläum. Aus diesem Anlaß kommt der Kommandeur FmRgt 71, Oberst Görlitz nach Neutramm und überreicht dem verdienten Soldaten eine Urkunde.

 

06. Oktober 1976

Ein Fernsehteam des Bayerischen Rundfunks dreht eine Reportage über Thema „Integration der Bundeswehreinheit in den Landkreis“ in der Kaserne des FmSkt B in Neutramm.

Am Fernmeldeturm findet eine Sicherungsübung statt, bei der auch das 2.PzGrenBtl 82 aus Lüneburg mit einigen Gefechtsfahrzeugen vom Typ "Marder" eingebunden ist.

 

03. März 1977

Das neue Bereitschaftsgebäude am Turm ist fertiggestellt und wird dem Sektor übergeben.

 

05. April 1977

Der Generalstabschef der französischen Gesamtstreitkräfte, General d’Armee Guy Mery, besucht den FmSkt B, um sich von dessen fachlichen Leistungsfähigkeit zu überzeugen. Er wird begleitet vom Generalinspekteur der Bundeswehr, Generalleutnant Harald Wust, dem französischen Contre-Admiral Brac de la Perriere sowie Brigadegeneral Hermann Vogt vom Führungsstabes des Heeres V (Fü H V) und dem Regimentskommandeur FmRgt 71, Oberst Wolfgang Görlitz.

Keine zwei Wochen später besucht General Ardisana von den amerikanischen Streitkräften in Be­gleitung von hohen Offizieren und dem Kommandeur Fernmelderegiment 71, Oberst Görlitz, die Einsatzstellung.

 

04. Juli 1977

Der Commander des Sector Operation Center 2 (SOC 2) in Uedem, Brigadegeneral Helmut Schwarz, weilt zu einem Informationsbesuch beim FmSkt B.

 

13. August 1977

Anläßlich des 20jährigen Bestehens des FmSKt findet ein „Nachbarschaftstreffen mit Volksfestcharakter“ beim FmSkt B statt. Sektorchef Major Langer heißt u.a. die Mitglieder des Bundestages (MdB) Möhring und Schröder, das Mitglied des Landtages (MdL) Grill, den Präsidenten der Wehrbereichsverwaltung II (WBV II), Fuchs und den Bürgermeister der Stadt Dannenberg, Eschrich, willkommen. Den abschließenden Empfang leitet ein Feldgottesdienst von Pastor Koch ein. Insgesamt passieren an dem Tag mehr als 3000 Besucher das Tor an der Wache. Am Abend findet dann das Sektorfest statt.

 

22. August 1977

Der parlamentarische Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, Dr. Andreas von Bülow, erhält von beim FmSkt B durch den Kommandeur FmRgt 71 Oberst Görlitz, und dem Kommandeur Fernmeldestab 94 (FmStab 94) aus Daun/Eifel, eine  Einweisung in die Elektronische Kampfführung bei Luftwaffe und Heer. In Vertretung des Kommandeurs LwFüDstKdo empfängt Oberst Beissel, A6 III des Kommandos, den hohen Gast.

 

26. September 1977

Der Chef FmSkt B, Major Langer, wird zum AMK (Amt für Militärkunde) versetzt. Sein Nachfolger wird Hauptmann Wulf Zschauer vom Stab FmRgt 72 in Feuchtwangen.

Die offizielle Übergabe des Sektors erfolgt dann am 7. Oktober 1977 bei einem Appell in Anwesenheit des Regimentskommandeurs Oberst Görlitz.

Ein zünftiger Herrenabend in Form eines „Bayrischen Bierabends“, u.a. auch mit bayrischem Starkbier aus Andechs, Schweinshaxe und Brezeln, zu dem der neue Sektorchef einlädt, findet die allgemeine Begeisterung der Soldaten und verursacht bei dem einen oder anderen, der das Bier vorher nicht kannte,  „ schwere Nachwirkungen“.

 

01. August 1978

Der Kommandeur 3. PzDiv, Generalmajor Franz-Joachim Freiherr von Rodde und der Kommandeur PzBrig 8, Oberst Schulz werden vom Stellvertretenden Kommandeur
FmRgt 71, Oberstleutnant Rudolf Knaak, auf dem „Thurauer Berg“ begrüßt und durch die Einsatzstellung geführt.

 

14. bis 27. September 1978

Während des Manövers „SAXON DRIVE“ wird der Stab des niederländischen Versorgungsbataillons 102 aus Apeldoorn in Neutramm untergebracht. Ein gemeinsamer Kameradschaftsabend beendet das Manöver.



der Turm hat einen gelben Schutzanstrich bekommen


 

08. Januar 1979

Der Stabsabteilungsleiter Führungsstab Streitkräfte VII (Fü S VII), Brigadegeneral Jürgen Schulte trifft zu einem Informationsbesuch beim FmSkt B ein.

 

17. August 1979

Hauptfeldwebel Heidenreich nahm sich den Sektorbefehl 5/79 (Wildschweinbefehl) so zu Herzen, daß sein Junggesellendasein aufgab und den Weg zum Standesamt wagte.

 

Ende August 1979

Etwas Schreckliches ist geschehen: 27 Wildschweine brechen aus ihrem Gatter aus. Da sie nicht ins Gatter zurückgetrieben werden können, werden neun von ihnen im Außengelände von Hauptfeldwebel Roth und Haupt­feldwebel Heidenreich zur Strecke gebracht. Der Rest wird von Jagdpächtern der umliegenden Ortschaften erlegt.

 

6. September 1979

Wieder einmal hoher Besuch trifft am in Thurau ein. Der Oberbefehlshaber der italienischen Luftstreitkräfte General Mettimano besucht in Begleitung von General Bornstaedt die Einsatzstellung auf dem Thurauer Berg. Der italienische General ist sehr angetan von den italienischen Sprachkenntnissen von Sektorchef Major Zschauer, die dieser als „Norditaliener“ bei seinem Vortrag beweist.
 


ein Unikat: Modell des Fernmeldeturms aus massiven Messing , Höhe 20 cm, Gewicht 2 kg, auf einer Scheibe eines Bohrkerns (Stahlbeton) aus dem Fernmeldeturm (8. OG).


 

8. September 1979

Das Kinderfest und das abendliche Sektorfest werden wieder ein voller Erfolg.

 

17.  bis 19. September 1979

Bei den Schwimmwettkämpfen und Leichtathletikwettkämpfen der Regimentsmeisterschaften 1979 in Lüchow und Dannenberg dominieren wieder einmal die Sportler des Fernmeldesektor B.

 

28. September 1979

Eine Veteran geht in den wohlverdienten Ruhestand:

Nach 42 Jahren und 10 Monaten Dienstzeit verlässt Oberstabsfeldwebel Johannes Wittkowski im Alter von 60 Jahren den FmSkt B. Mit „Wittko“ verlässt das Regiment einer der „alten Haudegen“ die Luftwaffe. In 2009 ist er 90 Jahre alt geworden und lebt immer noch Lüchow.

 

28.November 1979

Überraschend und ohne Voranmeldung inspiziert General Frodl, Chef des Luftwaffenamtes, den Fernmeldeturm.


 
Morgenstimmung


20. Februar 1980

Rekordbesuch beim Spanferkelessen mit 290 Teilnehmern.

 

26. Februar 1980

Militärbischof Dr. Lehmig besucht den FmSkt B.

 

20. Mai 1980

Die Arbeitsgruppe Sicherheit der SPD-Bundestagsfraktion besucht den FmSKt B.

 

21. Mai 1980

Mit der Schlagzeile "Wachsamkeit - der Preis der Freiheit" druckt die „Neue Osnabrücker Zeitung" einen Bericht über das Fernmelderegiment 71 ab und löst damit einige Verwicklungen aus. In dem Artikel kommen klar die Qualitäten und Befähigungen der dort eingesetzten Soldaten und zivilen Mitarbeiter zur Sprache:
"Die Anforderungen an den Einzelnen stehen im Vergleich zu anderen Aufgabenstellungen innerhalb der Bundeswehr mit an höchster Stelle"
.

 

Es besteht unbestreitbar ein Mangel an qualifiziertem Nachwuchs in der Fernmelde- und Elektronischen Aufklärung. So findet der Leser in der lokalen Presse auch Werbeanzeigen des Luftwaffenamtes (Köln) und der Wehrbereichsverwaltung II (Hannover) für die Nachwuchsgewinnung.
 


Werbeanzeige des Luftwaffenamtes (August 1982)

Werbeanzeige der Wehrbereichsverwaltung II (1989)

Werbeanzeige der Wehrbereichsverwaltung II (1990)

 

3. Juli 1980

Die Mitglieder des Niedersächsischen Städtetages besuchen den FmSkt B.

 

13. September 1980

Dem Sektorfest mit rund 2000 Besuchern geht ein Kinderfest voraus.

 

20. November 1980

Der neue Regimentskommandeur FmRgt 71, Oberst Friedrich Matthiesen, trifft zum Antrittsbesuch beim FmSkt B ein.


Ca. 1978 wurde bei der Bundeswehr die internen Verbandabzeichen als Brustanhänger eingeführt; auch Angehörige des FmSkt B konnten bald  "ihren" Anhänger am Diensthemd oder an der Dienstjacke tragen.

Für den Kampfanzug (oliv) war auch das Sektor-Wappen als Aufnäher erhältlich.


26. März 1981

Anläßlich seines Informationsbesuches lobt Oberst Siegfried Poschwatta, Kommandeur Fernmeldebereich 70 in Trier, die Leistungen der Luftwaffen-Fernmeldeaufklärer und hebt die Einsatzfreude der Soldaten vor Ort im Dienste der Friedensbewahrung besonders hervor.

 

30. Januar 1981

Zusätzlich zum "Grenzsicherungserlass" belastet eine Einschränkung Soldaten und Familienangehörige des Fernmeldesektor B über die nächsten Jahre nachhaltig bis zur Wiedervereinigung: der „Elbeerlass“.
Darin wird der Soldat belehrt, dass das gemäß den Sicherheitsbestimmungen der Fernmeldeaufklärung in der Bundeswehr verpflichtete Personal die Elbe ab der Stadt Lauenburg flussaufwärts nicht betreten oder befahren darf. Erlaubt ist der Aufenthalt am Ufer, einschließlich der Buhnenköpfe; jedoch nicht das Schwimmen im Fluss, auch nicht in unmittelbarer Nähe zum Ufer.

 

29. August 1981

Ein deutliches Dokument von Öffentlichkeitsarbeit ist wiederum das Sommer- und Kinderfest in der Neutrammer Kaserne, an dem sich 1.900 Besucher erfreuen. Den Abschluss bildet ein Sommernachtsball.


Ein Informationsschreiben, wie es 1982 vom Fernmelderegiment 71 an die neuen Soldaten ausgehändigt wurde, man beachte die damaligen Bezüge.

komplettes Schreiben als als PDF (1,4 MB)


 

 

3. Juni 1982

Mit einem Hubschrauber vom Type Bell UH-1D trifft am Fernmeldeturm Thurau hoher Besuch ein. Sektorchef Major Zschauer kann den Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium Dr. Joachim Hiehle, den Präsidenten der Wehrbereichsver­waltung II, Karl-Heinz Backes, sowie Dr. Frank H. Hartenstein und den Polizeidirektor im Bundesgrenzschutz, Rück, begrüßen.

Anlässlich dieses Informationsbesuches statten Brigadegeneral Kurt Enzenberger, der neue Kommandeur LwFüDstKdo, und der Kdr FmRgt 71, Oberst Matthiesen, der Luftwaffeneinheit einen Truppenbesuch ab.

 

17. August 1982:

Der Fernmeldesektor B feiert sein 25-jähriges Bestehen.

Dieses Jubiläum wird mit verschiedenen Festpunkten begangen. Ein großer Jubiläumsball, von Oberleutnant Dieter Thiele und „Spieß“ Hauptfeld­webel Helmut Staffeldt bestens vorbereitet, leitet die Festwoche ein. Ein Feldgottesdienst, von den Militärgeistlichen beider Konfessionen im Rundling abgehalten, geht einem Jubiläumsempfang voraus. Für die Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft und Kultur, Abordnungen der Behörden und Dienststellen, die Vertreter von Vereinen sowie ehemalige Angehörige des Fernmeldesektors ist es ein „Muß", zum 25jährigen Bestehen des Sektor B an einem feierlichen Empfang teilzunehmen. Interpreten von der Kreismusikschule umrahmen die Festreden im Jägerheim. Sektorchef Major Zschauer nimmt aus den Händen von Dannenbergs Bürgermeister Eschrich die Stadtfahne der Jeetzelstadt entgegen; Captain Axton, von der britischen H-Troop in Gusborn, überreicht eine Figur des Schutzpatrons der englischen Nachrichtentruppe und Lüchows Bürgermeister Hinsch schenkt zum Sektorjubiläum ein Bild der Kreisstadt.

 

Einige Grußworte sollen den Stellenwert der Soldaten im Fernmeldesektor B in der Chronik unterstreichen:

 

"Die Soldaten im Fernmeldesektor B leisten einen hochrangigen und wichtigen Dienst für die Funktion der Bundeswehr und des nordatlantischen Verteidigungsbündnis" stellt Bundestagsabgeordneter Horst Schröder heraus.
 

Landrat Meiner spricht vom guten Einvernehmen zwischen den Soldaten und der Bevölkerung und Kreisbrandmeister Pevestorf äußert sich anerkennend über das funktionierende Zusammenwirken von Löscheinheiten der Feuerwehr und der Luftwaffeneinheit im Landkreis.

Regimentskommandeur Matthiesen bekräftigt vor den zahlreichen Ehrengästen, dass durch die Arbeit im FmSkt  B wichtige Erkenntnisse gewonnen werden.


Chronik, Programm + Sonderstempel

download Chronik als PDF (20,7 MB)

Die Grüße des Inspekteurs der Luftwaffe und hoher Dienststellen überbringt der stellvertretende Kommandeur des Luftwaffenführungsdienstkommandos, Oberst i.G. Paul Wagner.

 

Zünftiger Erbseneintopf, erfrischende Getränke sowie knusprig gebräunte Leckerbissen vom Grill verwöhnen kleine und große Besucher am 22. August beim Nachbarschaftstreffen und Kinderfest im Jubiläumsjahr.

Um das „Sonderpostamt" drängen sich wahre Menschentrauben, gab es dort einen Sonderstempel zum 25jährigen Sektorjubiläum zu erwerben.


Die Kassen eines Basars mit Flohmarkt lassen eine Spende von 1.000 DM für das Soldatenhilfswerk zu. Die Ausstellung „Soldat und Freizeit" sowie Spiele für die kleinsten Sektorfreunde erfreuen insgesamt 4.500 Besucher.

 

November 1982:

Major Wulf Zschauer übergibt seinen Dienstposten als Sektorchef an Hauptmann Ernst Asche, der aus dem Stab des Fernmelderegimentes 71 in Osnabrück kommt. Er übernimmt das Kommando über den FmSkt B in Anwesenheit von Kommandeur Oberst Matthiesen während eines Appells in der Sporthalle.

 

22. März 1983:

Der Sicherheitskoordinierungsausschuß tagt am in der Kaserne Neutramm. Vertreter von 15 Behörden oder Dienststellen sowie Truppen­teilen beraten über Maßnahmen zur Abwehr von wehrfeindlichen Aktionen.

 

03. Mai 1983:

Brigadegeneral Kurt Enzenberger, Kdr LwFüDstKdo, stattet im Beisein des neuen stellvertretenden Regimentskommandeurs, Oberstleutnant Gunnar Koch, den in der Thurauer Stellung eingesetzten Soldaten einen Besuch ab.

In der Kasernenanlage wird mit einer kleinen Feier die Halle 44 als zukünftiges Feuerwehrmuseum eingeweiht.

 

01. Juni 1983

Hauptmann Wolfgang Thoms vom Fernmeldesektor A in Großenbrode tritt seinen Dienst als neuer Einsatzoffi­zier im Fernmeldeturm auf dem Thurauer Berg an und löst seinen langjährigen Vorgänger, Hauptmann Karl „Charly“ Rietz ab.

 

November 1983

Generalleutnant Dipl.-Volkswirt Günter Raulf, Amtschef des Luftwaffenamtes (LwA), informiert sich in der Einsatzstellung Thurau über Motivation und Einsatzbereitschaft der eingesetzten Soldaten.

 

Februar 1984

Eine Infrastrukturbesprechung findet auf dem Thurauer Turm mit Vertretern der Oberfinanzdirektionen Kiel, Hannover und Nürnberg sowie von der Wehrbereichsverwaltung Hannover, vom Staatshoch­bauamt Uelzen, der Standortverwaltung und vom Fernmeldesektor statt. Es wird über einen Neubau des Betriebsgebäudes neben dem Fernmeldeturm beraten, der späteren sogenannten „Horizontalen Erweiterung“.

 

18. und 19. Juli 1984

Bei einem zweitägigen Truppenbesuch von Brigadegeneral Siegfried Poschwatta, Kdr LwFüDstKdo, begleitet Regimentskommandeur Friedrich Matthiesen den hohen Gast.

 

ab Januar 1985

Der Fernmeldeturm Thurau und seine Antennenkonfiguration sowie die späteren Baumaßnahmen sind - nachweislich ab Januar 1985 - natürlich auch ein Schwerpunkt der Aufklärer "von der Seite gegenüber", den Grenzaufklärern  der Grenztruppen der DDR bzw. des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) arrow.gif 
(948 Byte)link.


Der "hauseigene" Fernmeldesektor B - Sekt wurde insbesondere auf Feiern reichlich ausgeschenkt.

 

 

28. und 29. März 1985

Die Fernmeldesektoren sind zur feierlichen Verabschiedung von Regimentskommandeur Oberst Matthiesen am Regimentsstandort Osnabrück mit Abordnungen angetreten.

Die Dienstgeschäfte werden an Oberst Wolfgang Müller-Georgé übergeben, der drei Wochen später zum ersten Dienstaufsichtsbesuch im Dannenberger Fernmeldesektor eintrifft.

 

Mai 1985

Alles neu macht der Mai heißt es - so auch in der Thurauer Einsatzstellung: Die weithin gelb leuchtende sinusförmige Außenhaut des Fernmeldeturms muß erneuert werden. Äußerlich dokumentiert ein Gerüst aus unzähligen Gerüststangen die Veränderungen. Viel mühevoller erweisen sich die nötigen Arbeiten zur Verlagerung der Erfassung in behelfsmäßige Arbeitszonen außerhalb des Turmes, so wird die Flugfunkerfassung aus dem Schleppdach, die Elo-Erfassung aus mobilen Kabinen (Sheltern) heraus durchgeführt. Insbesondere die Techniker ermöglichen es, innerhalb eines Tages alle nötigen Verbindungen für eine ordnungsgemäße Erfassung abzubauen, neu zu ziehen und wieder voll funktionstüchtig anzubinden. Zudem entsteht ein 'Antennenwald' rund um die noch gelbe Kuppel. Der Technische Offizier (TO) Hauptmann Reinecke hat eben "flotte Könner" in seinen Reihen.

Nach rund einem halben Jahr ist die „Frischzellenkur" beendet und der Fernmeldeturm strahlt in dezentem Grau mit einer nun verjüngten glatten "Außenhaut".

 


der bisher "gelbe" Turm in den 70ern

 

der bisher "gelbe" Turm 1982
< vorn der VHF-Peiler der FmKp 945 >
 

der Kran zum Aufbau der Antennenmasten


der Umbau wird vorbereitet
 

Flugfunk-Antenne (links), Elo-Antenne (Mitte)

die Peilantenne am Haken

die Peilantenne wird befestigt

aus der Froschperspektive"
 

der 3m-NATO-Spiegel am Haken

"gleich ist er drauf"

die 100er-Pulte für die Flugfunkerfassung
und Monitore des Peilers

der Turm mit "glatter" grauer Außenhaut (1991)
< links der VHF-Peiler der FmKp 945 >
 

  

13. Juli 1985

Erstmalig finden sich Ehemalige des Sektors zu einem Treffen zusammen. Zahlreiche ehemalige Soldaten blicken mit aktiven Kameraden auf ihre Dienstzeit zurück.

 

02. bis 14. September 1985

Eine Mob-Sicherungsübung fordert von den Leitenden, den Oberfeldwebeln Hubert Liepke, Harald Schulz und Alfons Hütten sowie Feldwebel Matthias Hanelt die Fähigkeit, Soldaten im Übungsgefecht zu führen.

 

Ende September 1985

Die Kompaniefeldwebeltagung aller „Spieße" des Fernmelderegiment es 71 findet in Dannenberg statt.

Dem beliebten Sektorfeldwebel aus Dannenberg, "Spieß" Helmut Staffeldt, überreichen viele Gäste während seiner Verabschiedung originelle Geschenke. Die Worte von Kommandeur Oberst Müller-Georgé „Sie haben in jedem Soldaten stets den Menschen gesehen", treffen genau ins Schwarze. Nachfolger von Helmut Staffeldt wird Helmut Ritter, der  aus dem Bayrischen zurück in seine Heimat kommt. Neben dem gemeinsamen Vornamen, haben die beiden noch etwas gemeinsam: am gleichen Tag Geburtstag.

 

Mai 1986

Die Teilnehmer der diesjährigen "Regenbogentagung" treffen beim FmSkt B ein. Diese Tagung ist eine deutsch-amerikanische Konferenz zum Austausch und Vortrag von Aufklärungsergebnissen (SIGINT), die einmal jährlich wechselseitig ausgerichtet wird. Für die Durchführung dieser Tagung sowie für eine exzellente Vorbereitung erhält die Sektorführung große Anerkennung.

Die Organisation der vier Tage dauernden Veranstaltung, die in "Haus  Marienburg" stattfindet, obliegt den Oberleutnanten Manfred Dannenberg und Horst Hiller.


Tafel mit allen Tagungen 1958 - 1988

 

 

Mitte August 1986

Sektorchef Major Ernst Asche begrüßt in der Einsatzstellung Brigadegeneral Wolfgang Görlitz, amtierender Kdr LwFüDst. Er wird begleitet vom Kdr FmRgt 71.

 

23. August 1986

Der festliche Höhepunkt des Jahres: Auf dem Sportplatz der Kaserne, organisiert von Oberleutnant Helmut Ebeling, findet eine wohl einmalige, historische Musikparade statt. In einer Kutsche fährt Sektorchef Major Ernst Asche auf den Festplatz und eröffnet die Veranstaltung. Wenig später vertreiben in Fellen gekleidete und mit Speeren bewaffnete Germanen den Festredner. Im weiteren Verlauf sehen die rund 3500 Besucher junge Sektorsoldaten in unterschiedlichsten Uniformen vom Mittelalter über die Zeit des Alten Fritz bis zu den Ulanen hoch oben auf glänzenden Rossen unter der Regie von Hauptmann a.D. Herbert Knoren. Gekonnt moderiert Carl-Heinz Dömken die Veranstaltung.

 

September 1986

150 Soldaten des Sektors üben den scharfen Schuß bei einem  Gefechtsschießen auf dem Truppenübungsplatz Ehra-Lessien.

 

25. November 1986

Der Lüneburger Regierungspräsident, Dr. Klaus Becker, gibt die Direktzufahrt zum Feuerwehrmuseum frei. Besucher des Museums brauchen künftig nicht mehr durch die Kaserne zu fahren, wenn sie die Ausstellungsräume besuchen möchten.

 

April 1987

Über den 20. Geburtstag des Sektors am Standort Neutramm und das 30jährige Bestehen der Einheit können sich gleich zwei Chefs freuen.

Mit dem „Yorkschen Marsch" eröffnet das Luftwaffenmusikkorps 4 aus Harnburg den feierlichen Appell im Rahmen des Kommandowechsels von Sektorchef Major Ernst Asche auf Hauptmann Ruthard Berberich. Paradeführer Hauptmann Wolfgang Thorns läßt die Soldaten des Sektors antreten und meldet sie dem Kommandeur. Mit dem Befehl: „Major Berberich, ich übergebe Ihnen das Kommando des Fernmeldesektor B“, überträgt Oberst Müller-Georgé die Befehlsgewalt über die Luftwaffeneinheit. Für Major Asche endet eine fünfjährige Chefzeit im Sektor B. Von Oberkreisdirektor Klaus Poggendorf und dem stellvertretenden Landrat Klaus Wojahn erhält Major Asche den Ehrenteller des Landkreises Lüchow-Dannenberg. Hauptmann Berberich kommt von Fernmeldebereich 70 und war dort „Einsatzleiter Bord (ELB)“ der fliegenden Erfassungskomponente Breguet BR.1150 Atlantic SIGINT „PEACE PEEK.

 


das Programm zum Jubiläum und
zur Sektorübergabe

 
Im gleichen Monat rollen Baukräne, Radlader und weiteres Arbeitsgerät in die Thurauer Stellung. Die Baumaßnahmen für das neue Betriebsgebäude, „Horizontale Erweiterung“ genannt, beginnen.  


Baustelle Einsatzstellung
Thurauer Berg

 

September 1987

Hauptmann Karl „Charly“ Rietz verläßt die Bundeswehr. Die letzte Dienstreise tritt er mit einem Sonderfahrzeug in Form eines überdimensionalen Tretmobils an.

 

Januar 1988

Brigadegeneral Ernst Schneider und Oberst Däther von der Abteilung Führungssysteme Luftwaffe statten dem FmSkt B einen Truppenbesuch ab.

 

Wie schon im Jahr 1987 fällt das Lichterfest auch 1988 aus. Umfangreiche Sanierungsarbeiten sind der Grund für die mehrjährige Sperrung des Jägerheims. Das 1937 im Fachwerkstil errichtete Gebäude entspricht nicht mehr den Anforderun­gen des Betriebsschutzes. Erst im Frühjahr 1990 erstrahlt das Innenleben des Gebäudes in neuem Glanz.

 

01. September 1988

Einen letzten Truppenbesuch als Kommandeur FmRgt 71 unternimmt Oberst Wolfgang Müller-Georgé beim FmSkt B. Ihn begleitet der Kommandeur LwFüDstKdo, Brigadegeneral Wolfgang Görlitz.

 

Vierzehn Tage später inspiziert der „Neue" (Regimentskommandeur) den Sektor sowie die Einsatzstellung. Oberst Manfred Klose trifft auf motivierte und offene Soldaten in diesem Außensektor.

 

18. - 20. Oktober 1989

Unter der Leitung von Brigadegeneral Görlitz treffen sich alle zum Luftwaffenführungsdienstkommando zugehö­rigen Kommandeure in der er Kasernenanlage Neutramm zur Kommandeur-B-Tagung.

 

3. November 1989

Regimentskommandeur Oberst Klose übergibt nach nur zweijährige Chefzeit von Major Ruthard Berberich während eines militäri­schen Appells die Truppenfahne an den neuen Sektorchef Hauptmann Klaus Welge, der wie sein Vorgänger vom Fernmeldebereich 70 in Trier kommt. Major Berberich wird nach Köln versetzt.

 

09. November 1989

Nach den turbulenten innerpolitischen Entwicklungen in der ehemaligen DDR, den mutigen Freiheitsbestrebungen hunderttausender von ostdeutschen Bürgern u.a. in Dresden, Leipzig und Fluchtszenen von verzweifelten Menschen in die deutsche Botschaft in Prag, fällt der „Eiserne Vorhang“; die Grenzen zwischen der DDR und der Bundesrepublik sind offen.

Noch nicht klar absehbar, wird es aber für den Fernmeldesektor B sowie für die Fernmelde- und Elektronische Aufklärung der Bundeswehr insgesamt einschneidende Veränderungen geben.

Für das sicherheitsverpflichtete Einsatzpersonal im Fernmeldeturm B vergeht jedoch noch eine Zeitspanne, bis sie ab dem 27. März 1990 die sogenannten „neuen Bundesländer“ betreten dürfen.

 

Dezember 1989

Die Feldwebelvereinigung Dannenberg e.V. unter dem Vorsitz von Hauptfeldwebel Klaus Böttcher feiert im Lüchower Ortsteil Ranzau sein 15-jähriges Bestehen.


Das Sektorwappen in Handarbeit aus feinem Kupferblech getrieben und auf Holz gezogen.


 

Januar 1990

Mit einem Appell wird die seit 01. Januar in der Kaserne Neutramm stationierte 12. Inspektion der Unteroffizierschule der Luftwaffe (12./USLw) aus Appen offiziell in Dienst gestellt.

 

Frühjahr 1990

Zu einem Truppenbesuch trifft der Amtschef des LwA, Generalmajor Joachim Sochaczewski, für einen Tag im Sektor B ein. Der General stellt bei einem Gespräch mit örtlichen Kommunalpolitikern fest, daß im FmSkt B hochmotiviert gearbeitet wird. Auf die Frage nach der Zukunft der Luftwaffeneinheit entgegnet Generalmajor Sochaczewski, daß eine Luftwaffenkommission sich in einer Analyse für eine neue Struktur der Fernmeldeaufklärung befasse, endgültig gäbe es zur Zeit keine Antwort auf diese Frage.

 

April 1990

Hauptmann Jörg Deinert löst Hauptmann Wolfgang Thoms in der Funktion als Einsatzoffizier im Fernmeldeturm ab. Hauptmann Thoms wird zukünftig den Einsatz in einer ehemaligen NVA-Aufklärungsstellung im mecklenburgischen Rüggow übernehmen. Mit ihm verlagern interimsmäßig die Hauptfeldwebel Gerd Klimanski und Robert Gach sowie weitere Soldaten, u.a. auch vom Fernmeldesektor C aus Osterode/Harz, ihr Aufgabenfeld „ostwärts“.

 

22. Mai 1990

Unter der Überschrift „Bundeswehr setzt neue Prioritäten" kann man in der  Zeitung „Welt" lesen, daß alle Vorhaben, die eine verzugslose Aufklärung und Führung von Truppen ermöglichen, eine hohe Priorität für Bundesverteidigungsminister Gerhard Stoltenberg besäßen. Trotz des beginnenden Abzugs von sowjetischen Soldaten aus den neuen Bundesländern, bleiben die Soldaten in den Einsatzstellungen rund um die Uhr auf wachsamen Posten.

 

1990

Ein "Urgestein verlässt den Fernmeldesektor B. Ein Satz, der auf niemanden besser als auf Hauptfeldwebel Karl Horst „Charly“ Heidenreich zutrifft. Mit 53 Jahren spurtet er noch weitaus jüngeren Kameraden auf und davon. Bekannt wie kein zweiter, vertrat Charly den Sektor in der Öffentlichkeit mit seiner betont lockeren Art. Und eines nahm man Charly nie übel - ein Urgestein benötigt nun mal gewisse Freiräume.

 

03. Oktober 1990

Die Wiedervereinigung beider deutscher Staaten wird vollzogen.

 

Dezember 1990

Die Erhaltung des Standortes Dannenberg wird erstmals konkretisiert. Sektorchef Major Welge erklärt, daß der Thurauer Fernmeldeturm auch über das Jahr 1994 hinaus Dienststelle für die Soldaten des neu aufzustellenden Fernmeldesektor N (FmSkt N) bleiben wird. Parallel erfolgt der Personalabbau des FmSkt  B und ein neues Aufklärungssystem (LAPAS) soll zugeführt werden.

 

April 1990

Der Monat April bedeutet für die Stabsfeldwebel Friedhelm Roth und Peter "Boni" Reynders Abschied nehmen vorn FmSkt  B. Die beiden noch frischen Pensionäre gehören zu den „Gründungsvätern" der Luftwaffeneinheit in Thurau und Neutramm, Peter Reynders als Beobachtungsfunkmeister und Friedhelm Roth als Sicherheitsmeister. Und noch eine feste Größe verlässt den FmSkt B. Oberleutnant Hans-Joachim Scholz wird zum Richtung Bundeswehrkommando Ost nach Magdeburg versetzt. Seit 1978 wirkte er als Fernmelde- und Kasernenoffizier in Neutramm.

Treu bleibt hingegen Gerhard Fröhlich dem Thurauer Turm. 25 Jahre Arbeit in der Einsatzstellung liegen hinter dem „Mann der ersten Stunde“ und stets fröhlichen und höflichen „Herrn Fröhlich".


Das Sektorwappen, emailliert und auf Holz gezogen.


 

März 1991

Eine einmalige sprachliche Spitzenleistung leistet Hauptfeldwebel Michael „Mike“ Ilka aus dem Einsatz. Anläßlich eines Besuches des stellvertretenden polnischen Verteidigungsministers und des Chef des Stabes der polnischen Streitkräfte im Beisein des Chefs der Luftstreitkräfte der Republik Polen, benötigt das Bundesverteidigungsministerium der Bundesrepublik Deutschland einen geeigneten Dolmetscher. Als einziger befähigter Soldat war Michael Ilka dieser Aufgabe gewachsen - so in der förmlichen Anerkennung niedergeschrieben, mit der er dafür ausgezeichnet wurde.

 

Mai 1991

Die „Gerüchteküche“ bezüglich der Zukunft des Standortes Dannenberg „brodelt“. Gemäß einigen Tageszeitungen ist der Bundeswehrstandort Neutramm gesichert. Nach Informationen eines Bundestagspolitikers komme es 1992 zu Umgliederungen beim FmSkt Bund der Fernmeldekompanie 1. Neu aufgestellt wird in Neutramm der Fernmeldesektor 711. Wenige Tage später heißt es: Soldaten bald in den Vorruhestand. Dazu erläutert der Militärexperte und Mitglied des Verteidigungsausschusses, Thomas Kossendey, eine Gesetzesinitiative. Regimentskommandeur Oberst Klose ergänzt, daß „die Dinge im Fluß sind“ und er informiert darüber, daß im FmSkt B mit Vorbereitungen für einen technischen Truppenversuch mit dem neuen Aufklärungssystem LAPAS begonnen wird. Im Anschluß an das Gespräch mit den Soldaten findet eine Information von Kommunalpolitikern der Städte Dannenberg und Lüchow sowie des Landkreises statt. 

 

30. Juni 1991

Auf Grundlage des Personalstrukturgesetzes (PSG) gehen der frühere und selbsternannte „beste Sektordienstoffizier der westlichen Hemisphäre“, Hauptmann Helmut Ebeling und der ehemalige „Turm-Spieß“, Stabsfeldwebel Ingo Klären, in den vorzeitigen Ruhestand.

 

In den nächsten Tagen und Wochen verändert sich stetig das gewohnte Bild der Fernmeldestellung Thurau. Viele Änderungen innerhalb der betrieblichen Abläufe läuten langsam, aber doch deutlich spürbar, einschneidende Veränderungen ein. Äußerlich dokumentiert die Erneuerung des Außenzaunes einen neuen Zeitabschnitt in der Fm-/Elo-Aufklärung ein.

 

Und: zum ersten Mal wird in der Einsatzstellung gestreikt ! Die in der ÖTV organisierten zivilen Mitarbeiter erklären sich mit ihren Gewerkschaftskollegen solidarisch und bestreiken für elf Tage ihre Arbeitsplätze im Turm.

 

Juli 1991
Soldaten des Vorauskommandos LAPAS
genießen in Vorbereitung auf ihre kommenden neuen Aufgaben eine mehrwöchige Ausbildung bei der
Herstellerfirma E-Systems in Greenville im amerikanischen Bundesstaat Texas.

N27ES
Prototype N27ES (ex D-FGEO)
mit Firmen- und Vorauskommando-Personal

Workstations_E-Sys-Lab.jpg (91918 Byte)
Einweisung an den zukünftigen
Arbeitsplätzen (workstations)

   

 

August 1991

Major Klaus Welge erklärt vor Vertretern von Kreis und Samtgemeinden, daß der Fernmeldesektor B faktisch 1992 aufgelöst und offiziell außer Dienst gestellt wird. In der Praxis wird es sich um eine Umgliederung in den neu aufzustellenden FmSkt 711 handeln und erstmals ist nun aber auch die Rede davon, daß 1994 der Stab des FmRgt 71 sowie der dazugehörige Versorgungssektor von Osnabrück nach Neutramm verlegt werden sollen.

Ende des Monats teilt Sektorchef Welge mit, daß viele Versetzungen drohen können. Mit Hilfe des Personalstärkegesetzes (PSG) soll der Abbau realisierbar sein, d.h., dass ältere Soldaten auf eigenen Wunsch in den Vorruhestand gehen können oder eine Rückversetzung vorn Berufs- zum Zeitsoldaten für jüngere Soldaten möglich sein wird. Für zivile Mitarbeiter sollen keine Streichungen im Stellenplan erfolgen

 

10. September 1991

Anläßlich seines ersten Truppenbesuchs beim FmSkt B, stellt der Kommandeur LwFüDstKdo, Brigadegeneral Paul Westhoff, in der Einsatzstellung Thurau fest, daß die Motivation bei den Soldaten und zivilen Mitarbeitern nicht gelitten habe und informiert, daß der Nachfolger des FmSkt B dann FmSkt N heißen wird.

Der General verschafft sich gleichzeitig einen Überblick über die Vorarbeiten für das neue Aufklärungssystem LAPAS. An verantwortlicher Stelle bereiten vor Ort Major Wolfgang Blömecke sowie Hauptmann Rodenberg und die Oberleutnante Wolfgang Fischer und Ortwin Rosenke vor. Unterstützt werden sie durch die Hauptfeldwebel Egon Korsanke, Manfred Bischoff, Ronald Fox, Peter Kny, Alfons Hütten, Ralf Diekhöner und Heinz Kries sowie durch die Oberfeldwebel Thomas Frye und Andreas Brandes. Als Mechaniker sind im Vorauskommando der Stabsfeldwebel Manfred Kretschmer sowie die Hauptfeldwebel Friedrich Gielnik und Hans-Heinrich Hass, Oberfeldwebel Peter Schulz, Feldwebel Frank Grabow und Stabsunteroffizier Rüdiger Grübnau eingesetzt.

 

01. Oktober 1991

Der „alte Haudegen“ Stabsfeldwebel Heinz „Toni“ Tontarski, der schon in den 1960er Jahren bei Gülden im mobilen Einsatz war, wird nach 32 Jahren Soldatenzeit in den verdienten Ruhestand verabschiedet und wohnt seit einigen Jahren in "Turmnähe" in Woltersdorf.

 

10. Dezember 1991

Mit Hilfe eines Schwerlastkrans werden die beiden Antennengestelle mit den 3 m Parabolantennen vom Typ R&S AC 007 vom 12. OG des Fernmeldeturmes demontiert und mit einem Hubschrauber Bell UH-1D in die Kaserne Neutramm geflogen.

 

Anfang 1992

"Wird der Bundeswehrstandort Neutramm mit seiner Einsatzstellung in Thurau durch Abstriche in der Rüstungsplanung betroffen oder gar in seiner Existenz bedroht?" Diese Frage beschäftigt nicht nur die Medien zum Jahresanfang. Interessiert und mit einer gewissen Anspannung verfolgen auch die Soldaten des FmSkt B Diskussionen und Verlautbarungen in Presse, Funk und Fernsehen. Die Vorbereitungen für die Erprobung vom „LAPAS" verlaufen ohne Beeinträchtigungen weiter.

Auf dem traditionellen Neujahrempfang informiert Sektorchef Major Welge die Vertreter des öffentlichen Lebens und Soldaten, daß die Stationierungsentscheidungen vom August des vergangenen Jahres Gültigkeit besäßen. Der FmSkt B werde also bis zum Jahre 1994 aufgelöst und der FmSkt N wird aufgestellt. Die Einsatzstellung in Thurau wird als Bodenstelle für das neue Aufklärungssystem genutzt. Die ebenfalls in Neutramm beheimatete FmKp 1 des Heeres erfährt eine Umgliederung und die 12./USLw kehrt 1994 zurück nach Appen an ihren alten Standort.
Ab 1995 soll dann der Stab des derzeitigen FmRgt 71 aus Osnabrück in Neutramm stationiert werden. Der Stabs- und Versorgungssektor soll ebenfalls nach Neutramm verlegt werden.

 

Juli 1992

Anlässlich 35 Jahre Fernmeldesektor B (1957 - 1992) wird eine Chronik herausgegeben;
die letzte, wie sich wenige Jahre später herausstellen wird.

download Chronik als PDF (31,6 MB)  

August 1992

Aufgrund der Verzögerung der Einführung des LAPAS durchlaufen Soldaten des Vorauskommandos LAPAS eine mehrwöchige "Refresher"-Ausbildung bei der Firma E-Systems in Greenville in Texas.

 

20. August 1992

Obergefreiter Ossenkopp vom Luftwaffensanitätstrupp (LwSanTrp) in Dannenberg organisiert eine Info-Veranstaltung für die Eltern von Wehrpflichtigen: "Wie sieht eigentlich Dein Dienst bei der Bundeswehr aus".

 

20. Juni 1992

Das Verteidigungsministerium dementiert ein "Aus" für LAPAS bezüglich des Artikels aus der "Welt" vom 13.06.92.

 

04. - 26.August 1992

Die Verzögerung des Projektes erfordert eine sogenannte „Refresher“-Ausbildung für das LAPAS-Personal bei E-Systems in Dallas, Texas/USA. Das Personal des Vorauskommandos wird dazu erneut für mehrere Wochen in die USA abkommandiert

 

18. August 1992

Vom Fernmeldeturm Thurau werden vier Meter von der Spitze abgetrennt und mit einem 200-Tonnen-Kran abgehoben. Grund ist die geplante Installation eines Radoms für die Datenlink-Antenne der geplanten LAPAS-Bodeneingangsstelle.

Die „Turmspitze“ transportiert ein ziviler Mitarbeiter des Sektors nach Hause ab um sie als Lackierhalle für Autos zu nutzen.

 


der Turm 1991 ("ungekürzt")


der Turm 1993 ("gekürzt")

 

 

18. September 1992

Appell anläßlich 35 Jahre Fernmeldesektor B und 25 Jahre Einsatzstellung Thurau; anwesend sind  u.a. Kdr LwFüDstKdo, Brigadegeneral Paul Westhoff und der StvKdr FmBer71, Oberstleutnant Günter Helm.

 

19. September 1992

Oktoberfest der Feldwebelvereinigung Dannenberg e.V. mit Ehemaligentreffen und Elbefahrt und Besichtigung der Einsatzstellung. Über 1.000 Besucher. Am Sonntag findet wieder wie gewohnt der Frühschoppen statt.

 

01.10.1992 (09.10.1992)

Chefwechsel: Major Klaus Welge übergibt die Dienstgeschäfte an Hauptmann Jörg Deinert und wird zum Amt für Militärkunde in München versetzt.

Neuer Einsatzoffizier wird Hauptmann Andreas Jahn, vormals Leiter der Erfassung (LdE) der Einsatzwache III.

Ab April 1993 ist als neuer Chef des zukünftigen FmSkt N Major Walter Grießhaber (vormals FmSkt C) vorgesehen.

 

Ende Oktober 1992

Verteidigungsminister Ruhe leitet die Beschaffung für LAPAS ein.

 

Mitte Dezember 1992

Die Entscheidung für die Beschaffung für LAPAS ist wieder offen. Der Verteidigungsausschuß vertagt sich.

 

15. Januar 1993

Der jährliche Neujahrsempfang findet statt. Der Standortälteste Major Wolfgang Blömeke erinnert an den erhöhten Wohnraumbedarf für zuzuversetzende Soldaten zum FmSkt N (LAPAS) und dem noch hinzuverlegenden StabsVerSkt FmBer 71. Noch während des Neujahrsempfangs wird die Meldung verbreitet daß Verteidigungsminister Rühe LAPAS kurz vor der Vertragsunterzeichnung gestoppt hat, aufgrund eines aufgedeckten Bestechungsskandals hochrangiger Bundeswehrsoldaten (u.a. General a.D. Eberhard Eimler) und Mitgliedern der Abt Rüst im BMVg durch die Firma Grob, Mindelheim.

 

03. Februar 1993

Verteidigungsminister Ruhe stoppt LAPAS aus (offiziell) finanziellen Gründen endgültig. Trotzdem soll mit einem verkürzten Truppenversuch das Projekt zu einem "vernünftigen qualifizierten Abschluß" gebracht werden.

 

11. Februar 1993

Das Wildschweingatter wird aufgelöst. Der "Spieß" Stabsfeldwebel Helmut Ritter und Oberfeldwebel Jürgen Missner erlegen alle Tiere. Viele sagen: "Das ist der Anfang vom Ende."

 

01. März1993

Das traditionelle Spanferkelessen findet wieder im Jägerheim.

 

22. März 1993

Besuch des parlamentarischen Geschäftsführes der SPD, Peter Struck, des MdB Arne Fuhrmann, SPD, des Kdr LwFüDstKdo, Brigadegeneral Paul Westhoff sowie weiterer Politiker. Struck äussert u.a. (Zitat): ''... Die Bundeswehr braucht ein Aufklärungssystem ... aber nicht LAPAS. ..."

 

31. März1993

Erneuter Chefwechsel: Hauptmann Deinert übergibt die Dienstgeschäfte an Major Blömeke.

Stabsfeldwebel Peter Ehrlich vom Nachschub geht in den Ruhestand, Hauptfeldwebel Michael Ilka aus dem Einsatz in den Vorruhestand.

 

26. Juni 1993

Hauptmann Helmut Ebeling und Stabsfeldwebel Ingo Klären gehen in den Vorruhestand.

 

16.. April 1993

Der Kdr FmBer 71, Oberst Dieter Deindörfer verkündet: "Der FmSkt B wird am 01.04.1994 geschlossen." Das MdB Friedbert Pflüger, CDU, setzt sich bei seinem Besuch beim FmSkt B für einen Truppenversuch ein und erklärt, eine Vorlage für den Verzicht auf LAPAS liege vor, müsse aber noch unterzeichnet werden.

 

04. Mai 1993

Der Chef LwA, Generalmajor Haarhuis, erklärt bei seinem Besuch auf der Bezirkspersonalratssitzung in Dannenberg in Sachen LAPAS: "Nichts Neues, ich werden mich mit Hochdruck darum kümmern."

 

12. Mai 1993

Der Verteidigungsausschuß lehnt einen Truppenversuch LAPAS ab.

 

02. Juni 1993

Der Kdr LwFüDstKdo, Brigadegeneral Westhoff erklärt bei einem Truppenbesuch beim FmSkt B, daß wegen des politischen Verzichts auf das Aufklärungssystem LAPAS die FmEloAuklLw den Standort Dannenberg nicht mehr benötigt. Deshalb hat der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Jörg Kuebart, dem Verteidigungsminister empfohlen, den Standort zu schließen.

Ab diesen Zeitpunkt beginnt sich das "Versetzungs-Karussel" beim FmSkt B zu drehen.

Kommunalpolitiker des Kreises Lüchow-Dannenberg wenden sich schriftlich und persönlich an den Verteidigungsminister und an den Bundeskanzler zur Erhaltung des Bundeswehrstandortes Dannenberg.


Zur Erinnerung hat ein Mitarbeiter der Wartung-/ Instandsetzungsgruppe Maschinen Anlagen (WIGMA bzw. intern auch "Schaltbühne" genannt) für Interessierte eine kleine Serie eines 13 cm hohen Fernmeldeturms aus massiven Messing aufgelegt.

 

Mitte Juni 1993

Der Ministerialrat im niedersächsischen Innenministerium, Manfred Gallwitz, der Kdr VBK, Oberst Alte, der Kdr II. Lehrgruppe der USLw, OTL Burkantat, sowie einige Kommunalpolitiker dementieren bei einem Infobesuch die zukünftige Belegung der Kaserne mit Asylanten.

 

22. - 23. Juni 1993

Die Stammdienststelle der Luftwaffe (SDL) beginnt mit den Personalgesprächen für die anstehenden Versetzungen von Unteroffizieren.

 

Ende Juni/Anfang Juli 1993

Die parlamentarische Staatssekretärin im BMVg, Michala Geiger (FDP) teilt dem MdB Dirk Kann (FDP, Lüneburg) mit, daß um die Personalmaßnahmen sozialverträglich zu gestalten, die am 03. Mai verfügte Wirksamkeit der Auflösung des FmSkt B am 30. September 1993 auf den 31. März 1994 verschoben wird.

 

2. KW 1993

Beim FmSkt B findet ein Seminar über Vorbeugungsmaßnahmen für Truppenmedizin statt. Die Leitung haben die Oberstärzte Dr. Bossi (LwA) und Dr. Lawicki (LwFüDstKdo) aus Köln.

 

05. August 1993

Das MdB Klaus Harries (CDU, Lüneburg) teilt mit, daß Verteidigungsminister Ruhe die Schließung der Kaserne Neutramm beschlossen hat.

 

06. August 1993

Der Staatssekretär im BMVg Bernd Wilz (CDU) teilt dem Vorsitzenden der Landesgruppe Niedersachen der CDU/CSU Bundestagsfraktion Klaus-Jürgen Hedrich (Uelzen) mit, daß der Bundeswehrstandort Neutramm aufgrund gravierender geänderter Rahmenbedingungen nicht zu halten ist. StabVersSkt FmBer 71 werden ersatzlos aufgelöst. Aus wirtschaftlichen Gründen entfalle auch die vorübergehende Stationierung von zwei bis drei Inspektionen der USLw. Daher besteht auch keine Möglichkeit einer Nachstationierung von Heerestruppenteilen.

 

20. September 1993

Folgende Berufssoldaten werden verabschiedet: Stabsfeldwebel Klaus Böttcher, Stabsfeldwebel Helmut Dreblow, Stabsfeldwebel Helmut Ritter, Hauptfeldwebel Harald Ronge, Oberfeldwebel Harald Schulz. Neuer Sektorfeldwebel wird Stabsfeldwebel  Robert Gach.

 

01. Oktober 1993


jeder abzuversetzende Sektorangehörige erhält ein aus Gips handgegossenes und handbemaltes Wappen ("jedes Wappen ein Unikat")

 

Anläßlich ihrer Versetzung werden durch den Sektorchef Oberstleutnant Blömeke 27 Berufs- und Zeitsoldaten verabschiedet (Ich war auch dabei).

Für den 25 Millionen teuren Anbau "Horizontale Erweiterung" mit 500 qm Grundfläche am Thurauer Fernmeldeturm gibt es mehrere potentielle Interessenten, so das Wehrwissenschaftliche Institut in Munster und der Sparkassenverbund Sachsen-Anhalt. Aufgrund der zu erwartenden hohen Sanierungskosten muß in Erwägung gezogen werden, den Fernmeldeturm abzutragen.

 

13. Dezember 1993

Um neun Uhr stellt der Fernmeldesektor B die Erfassung aus der Einsatzstellung Fernmeldeturm Thurauer Berg ein, die am 07. Juli 1967 um acht Uhr aufgenommen wurde.

Stabsfeldwebel Helmut Wosch erhält als einer der letzten Erfasser des FmSkt B eine förmliche Anerkennung. Der diensthabende Einsatzoffizier Oberleutnant Manfred Dannenberg übergibt das Kommando über die Einsatzstellung an den zukünftigen Leiter des Nachkommandos Oberleutnant Torsten Grefe.

 

Dezember 1993

Im Rahmen der "Operation Paprika" wird de-installiertes Aufklärungsgerät an Ungarn geliefert. Der Kdr FmBer 71, Oberst Dieter Deindörfer, verhängt dazu eine Nachrichtensperre.

 

Anfang Januar 1994

Die "Operation Paprika" ist nun offiziell; aber nicht nur der FmSkt B gibt Aufklärungsgerät an Ungarn ab, sondern auch die FmKp 1 und die FmKp 945 in Barwedel. Bei der Demontage sind auch ungarische Soldaten vor Ort. Das Gerät wird u.a. in der ungarischen Aufklärungsstellung Siklos (Karte) installiert.

Der Bundesrechnungshof läßt ermitteln wegen Verschwendung von Steuergeldern in der Kaserne Neutramm. Es geht u.a. um den sogenannten Lokschuppen (DM 400.000,-), den Hundezwinger an der Wache (DM 120.000,-) sowie den vier Kronleuchtern (Stückpreis DM 28.000,-) und der Wendeltreppe mit indirekter Beleuchtung (DM 75.000,-) im Speisesaal im "Jägerheim". Der Lokschuppen, offiziell "Lager für elektronisches Gerät", wurde dergestalt aus- und umgebaut, so daß er sich hervorragend für Feiern eignet, so ist z.B. auch ein Kamin eingebaut !

 

14. Januar 1994

Der letzte Neujahrsempfang beim FmSkt B. Sektorchef Oberstleutnant Blömeke nennt Termine:

Es werden Erinnerungen an den Neujahrsempfang 1993 wach, als nachmittags die Kunde vomLAPAS-Stopp“ die Runde machte; Zitat Oberstleutnant Blömeke: "Damit ging der Höhenaufklärer in eine instabile Fluglage über und stürzte ab."

 

Januar 1994

Im Rahmen einer "Operation Hinkelstein" unter Leitung von Stabsfeldwebel Egon Korsanke soll der bisher vor dem Stabsgebäude Block 1 stehende Granitblock mit dem Sektorwappen zusätzlich mit den Wappen der FmKp 1 und der 12. Inspektion/USLw versehen werden und in Dannenberg aufgestellt werden.

 

25. Februar 1994

In der Kaserne findet das letzte Spanferkelessen statt. Über 350 Gäste verzehren fünf Zentner vom Schwein, zwei Zentner Kraut, einen Zentner Brot und trinken dazu 500 Liter Bier und diverse Schnäpse.

 

Anfang März 1994

Letzter Tag der offenen Tür am Fernmeldeturm Thurau. Manche schon leergeräumte Etage wird u.a. auch vom ehemaligen Einsatzoffizier, Hauptmann a.D. "Charly" Rietz, dem Bürgermeister der Stadt Lüchow, Knut Schwarting, und seinem Stellvertreter, Hans Naumann, besichtigt.

 

16. März 1994

Anläßlich des Appells zur Auflösung des FmSkt B herrscht so schlechtes Wetter, daß es dem Kdr LwFüDstKdo, Brigadegeneral Paul Westhoff, bei seiner Rede die Schirmmütze vom Kopf weht; diese wird vom Paradeoffizier Hauptmann Deinert wieder „eingefangen“.

Neben vielen Gästen, auch aus Politik und Wirtschaft, sind auch Vertreter der noch verbliebenen Fernmeldesektoren gekommen.

Das ab 01.04.94 wirkende Nachkommando FmSkt B wird an Oberleutnant Torsten Grefe übergeben.

 

18. März 1994
Die "Operation Hinkelstein" nimmt seinen Abschluß. Der mit den drei Wappen der in Neutramm zuletzt stationierten Einheiten versehene Stein wird am Amtsberg in Dannenberg aufgestellt. Vorher wurde am Aufstellungsort des Findlings, der aus der Nähe von Volkfien stammt, noch eine versiegelte "Bombe" mit der Neutrammer Garnisonsgeschichte sowie Schriftstücken und Bildern aus der Bundeswehrzeit vergraben.

  
der Hinkelstein" 2012

 


19. März 1994
Die Feldwebelvereinigung feiert in Neutramm nach 15 Jahren zum letzten Mal ihr beliebtes, diesmal aber „vorgezogenes Oktoberfest“ mit Haxen, Kraut und Bier.

 

31. März 1994

Der letzte "Spieß" des FmSkt B, Stabsfeldwebel Robert Gach, wird in den Vorruhestand verabschiedet.

 

01. April 1994

Oberleutnant Torsten Grefe übernimmt das Nachkommando des FmSkt B.

 

21. Juni 1994

Die "Operation Paprika" ist beendet. In der 23. Kalenderwoche ist der letzte Transport mit Aufklärungsgerät nach Ungarn gegangen. Der Fernmeldeturm ist fast besenrein geräumt.

 

29. Juni 1994

Im Rahmen eines Tages der offenen Tür wird der Bevölkerung bei Erbsensuppe, Bier und anderen Getränken Gelegenheit gegeben, Abschied von der Bundeswehrkaserne und ihren Soldaten zu nehmen. Diese Gelegenheit nehmen auch viele ehemalige Soldaten und zivile Mitarbeiter des Sektors wahr.


01. Juli 1994, 10:45 Uhr

Am Fernmeldeturm wird die Bundesflagge für immer eingeholt. Im Rahmen eines kleinen Appells treten zum letzten Mal ca. 30 Soldaten des Nachkommandos FmSkt B und der FmKp 1 an.

Nach einem letzten Rundgang der Leiter der Nachkommandos, Oberleutnant Torsten Grefe (FmSkt B) , und Hauptmann Werner Heinz (FmKp 1), wird der Fernmeldeturm mit der Unterzeichnung des Übergabeprotokolls an Bedienstete der Standortverwaltung und des Bundesvermögensamtes übergeben.

 

30.09. 1994, 10 Uhr

Mit einer letzten Flaggenparade, durchgeführt durch Stabsfeldwebel Hans Stöhr, geht die militärische Nutzung der Kaserne Neutramm, die bereits am Vortag an das  Bundesvermögensamt übergeben wurde, endgültig zu Ende.

 

 

Einheitsführer Fernmeldesektor B  
Major Bruno Neumann  15.08.1957 - 31.05.1965
Major Kurt Hahn  01.06.1965 - 31.08.1965
Major Leonhard Nowack  01.09.1965 - 31.03.1971
Major Leonhard Meuffels  01.04.1971 - 31.03.1974
Major Ekkehard Langer  01.04.1974 - 30.09.1977
Major Wulf Zschauer  01.10.1977 - 12.08.1982
Major Ernst Asche  13.08.1982 - 07.08.1987
Major Ruthard Berberich  08.08.1987 - 31.03.1990
Major Klaus Welge  01.04.1990 - 03.09.1992
Hauptmann Jörg Deinert 01.10.1992 - 31.03.1993
Oberstleutnant Wolfgang Blömeke 01.04.1993 - 31.03.1994
Oberleutnant Torsten Grefe Leiter Nachkommando ab 01.04.1994 
   
Kompanie- /Sektorfeldwebel  
Oberfeldwebel Walter Billerbeck  15.08.1957 - 08.02.1961
Hauptfeldwebel Heinz Quint  09.02.1961 - 31.03.1967
Hauptfeldwebel Willi Körte  01.04.1967 - 31.08.1967
Oberfeldwebel Karl Heidenreich  01.09.1967 - 30.09.1967
Hauptfeldwebel Hans-Joachim Dürkop  01.10.1967 - 30.09.1970
Hauptfeldwebel Lucien Rembold  01.10.1970 - 31.01.1973
Hauptfeldwebel Werner Sassmann  01.02.1973 - 31.10.1973
Stabsfeldwebel Helmut Staffeldt  01.11.1973 - 30.09.1985
Stabsfeldwebel Helmut Ritter  01.10.1985 - 30.09.1993
Stabsfeldwebel Robert Gach 01.10.1993 - 31.03.1994
   
Leiter des Einsatzes:  
Oberleutnant Ehrenberg  01.11.1967 - 31.05.1969
Hauptmann Ingo Kern  01.06.1969 - 31.03.1975
Hauptmann Gerhard Strube  01.04.1975 - 30.09.1975
   
Einsatzoffiziere:  
Hauptmann Karl Rietz  01.10.1975 - 31.05.1983
Hauptrnann Wolfgang Thoms 01.06.1983 - 31.03.1990
Hauptmann Jörg Deinert  01.04.1990 - 31.09.1992
Hauptmann Andreas Jahn 01.10.1992 - 13.12.1993 (Erfassung eingestellt)
   
Bezeichnung der Einheit:  
2./Fernmeldeabteilung 711  15.08.1957 - 30.04.1958 
Fernmeldebeobachtungssektor B  01.05.1958 - 31.12.1958 
Fernmeldesektor B  01.01.1959 - 31.03.1994 (Nachkommando bis 30.09.1994)

 


 

Die ehemalige Kaserne Neutramm und die ehemalige Einsatzstellung Thurauer Berg heute:

 

Kaserne Neutramm:

Nach langem Leerstand konnte die Kaserne 1997 an die Wendländische Verwaltungsgesellschaft mbH (WVG), die ihren Sitz heute auch in der Kaserne hat, veräußert werden.

Die WVG bietet ein Konzept zur Vermarktung der gesamten Liegenschaft an. Dazu gehört die eigentliche Kasernenanlage sowie das frühere, auch als Standortübungsplatz genutzte, sogenannte „Außengelände". In den Jahren 2010-11 wurde die Kasernenanlage umfangreich renoviert bzw. instand gesetzt. Die WWG hat auf ihren Seiten auch ein schönes youtube-Video über die Kasernenanlage eingestellt.

 

 

Einsatzstellung Thurauer Berg:

.Die Liegenschaft Einsatzstellung Thurauer wurde durch die Immobilienverwaltung des Bundes mehrfach angeboten.


damaliges Angebot bei www.luechow.de


Anzeige vom 16.05.1998


Quelle unbekannt

Nach diversen Ausschreibungen konnte die Liegenschaft einer Nachnutzung überführt werden. Das neue nicht mehr genutzte Betriebsgebäude sowie der Fernmeldeturm gingen in den Besitz der Firmen HARDER DIGITAL GmbH, DEVAEL (Deutsche Vacuum Electronic GmbH) und ELROG GmbH und Co Elektronenröhren KG über.
Die Firmen DEVAEL und ELROG sind jedoch heute nicht mehr vor Ort.

Das Bereitschaftsgebäude sowie das sogenannte „Schleppdach“ (Garagen-/Werkstattgebäude) sind an das Technische Hilfswerk (THW) - Ortsverband Lüchow-Dannenberg übergeben worden, der seit 1971 Gebäude (u.a. Halle 38) im äußeren Kasernengelände Neutramm genutzt hatte. 2012 ist das THW nach Lüchow umgezogen.

 

Das vollständig erneuerte Wachgebäude incl. Kellerbereich (ehemalige Fernmeldegerätewerkstatt) wurde durch den Besitzer der ehemaligen (bis 31.10.2011) Fahrschule Hille aus Wustrow übernommen.


Firmenschild März 2003


Firmenschild März 2007


Firmenschild Oktober 2012

 


Die Einsatzstellung Thurauer Berg am 02.03.2007:

Ein letzter (?) Besuch des Fernmeldeturms Thurauer Berg. Die Liegenschaft ist in Privatbesitz, das nie bezogene Betriebsgebäude ("Horizontale Erweiterung") und der Fernmeldeturm gehören der Fa. Harder, das ehemalige Bereitschaftsgebäude sowie die Garagen/Werkstatt ("Schleppdach") werden durch das Technische Hilfswerk (THW)- Ortsverband Lüchow-Dannenberg genutzt und das ehemalige Wachgebäude ist im Besitz von Herrn Andreas Hille (Fahrlehrer aus Wustrow).


Die Einsatzstellung Thurauer Berg
(leider bei schlechtem Wetter)


Die derzeitigen Nutzer der Liegenschaft

 
Der Zugang zum Stollen,
nachdem man die Wache passiert hat


Im Stollengang Richtung Kellergeschoss Fernmeldeturm (Zugang)


Kellergeschoss: Der ehemalige Gefechtsstand (bei Alarm / Übungen) neben dem Fahrstuhleingang


Kellergeschoss: Reste der Fernmeldeanlage
im Gefechtsstand

070302_Keller_Klima1.jpg (91049 Byte)
Kellergeschoss: Klimagerät der WIGMA


2.OG: Zugang zum Maschinenraum der WIGMA


2.OG gesicherter Zugang zum Briefingraum
(eigentlich Etage 2a)


2.OG: Der Briefingraum
kleiner Wasserschaden sichtbar (irgendwo ist es undicht ...),
die Projektionswand (rechts) funkioniert noch !


2.OG (2a): Türschild


070302_05.OG_Tür.jpg (61222 Byte)
5.OG: Tür zur abgesicherten Fernmeldezentrale
(Nutzer Heer)


Details der abgeschirmten Spezialtür


5.OG: Fernmeldezentrale Heer


5.OG: Blick auf Tor, Wache und Bereitschaftsgebäude


6.OG: Vorraum

070302_06.OG_Ops.jpg (37859 Byte)
6.OG: Erfassungsraum Fernmelde- u. Radarstelle der Bundeswehr (Hof) Aussenstelle 2
(FmRadStBw ASt 2)


ein verbliebener Aufklärer der Fa. Elekluft
(siehe Bild links)


7.OG: Vorraum
(Bedienung erfolgte durch die Klappe,
da Sonder-Sperrbereich)


7.OG: ehemalige Fernschreibstelle


7.OG: hier hatte die FmRadStBw ASt2 noch einen Raum für Empfänger (Tuner-Raum)


8.OG: Ende der Treppe vom Kellergeschoss


8.OG: Vorraum,  rechte offene Tür führt zum Treppenhaus 8.OG bis 11.OG


"Fahrstuhl oder Rutsche in den Keller nehmen ?"


8.OG: Zugang Notrutsche
(in den Keller, "Kopf einziehen !")

070302_08.OG_DZ_Vorraum.jpg (62642 Byte)
8.OG: Vorraum Richtfunkerfassung
(DREHZAHL oder DZ)


Tür zum Vorraum DZ
("meine" Aufkleber sind noch drauf)


8.OG Erfassungsraum DZ


8.OG: Erfassungsraum DZ


8.OG: Blick auf Horizontale Erweiterung und Antennenträger 7.OG

070302_08.OG_DZ_Blick auf HorizErw+Antennenträger2.jpg (63106 Byte)
8.OG: Blick auf Horizontale Erweiterung und Antennenträger 7.OG


8.OG: Blick auf
Antennenträger 7.OG


8.OG: WC


8.OG: Blick aus Fenster rechts vom Urinal

070302_08.OG_DZ_WC2.jpg (66525 Byte)
8.OG: WC
(das höchstgelegene im Landkreis Lüchow-Dannenberg mit Aussicht)


8.OG: Blick vom WC auf Tor und Wache ("man hatte immer im Blick, wer ein- und ausging")


9.OG: Zugang
Erfassungsraum Nutzer Heer


9.OG: Erfassungsraum Nutzer Heer


9.OG: Erfassungsraum Nutzer Heer


9.OG: Auswerteraum Nutzer Heer


9.OG: Luken zum 10. und 11.OG
(für das Einbringen schwerer Lasten von aussen)


10.OG: Zugang zum Erfassungsraum Flugfunk


Code-Schloss
("war es 2-9-7 oder 2-7-9 oder ...")


10.OG: Erfassungsraum Flugfunk


10.OG: Ehemaliger KSM-Raum Flugfunk (Kontrolle-Steuerung-Meldung)

070302_11.OG_Elo1.jpg (66463 Byte)
11.OG Erfasssungsraum Elo, Ausgang
(die Flugzeugbilder von Alfons Hütten sind  noch da ...)


11.OG Erfasssungsraum Elo


11.OG Erfasssungsraum Elo, Zugang zur Werkstatt


12.OG (Zugangsleiter zu den Antennengeschossen 13.OG bis 16.OG)


12.OG: Antennenlager Elo-Antenne AC-001


12.OG: Luken zu den Antennengeschossen 13.OG bis 16.OG)


12.OG (Zugangsleiter zu den Antennengeschossen 13.OG bis 16.OG)


12.OG: Zugangsluke nach draußen auf die Plattform


12.OG: Kran


12.OG: Blick vom Rand 12.OG auf die Horizontale Erweiterung ("näher habe ich mich bei dem Wind nicht herangetraut")


16.OG: die um mehrere Meter gekürzte Turmspitze (geplant für Aufnahme LAPAS-Radom), heute Antennenträger


Unter dem "Wulst" die Antennenplattformen (7.OG) der Fremdnutzer


die Antennenplattformen (7.OG) der Fremdnutzer (BFST und FmRadStBw ASt2 )


Notausstieg 1.OG
(durch diese Luke wurde auch der Coffee-Shop beliefert)


grosse Luke zum Ein- und Ausbringen schwerer Technik (Klima etc.)


Die Einsatzstellung hatte eine eigene Abwasserkläranlage


Die Kläranlage


Schuppen für Kläranlage


Der Teich (man konnte darin baden, Fische waren auch drin, die ehemalige Grillhütte dahinter ist bereits abgerissen)

 

Die Einsatzstellung Thurauer Berg am 08.10.2012:


Seit einiger Zeit steht auf dem
Thurauer Berg eine Informationstafel.

der Turm im Herbst 2012
 

der Torbereich im Herbst 2012
(scheinbar ist nur noch die Fa. HARDER vor Ort)

im Turm wurden wohl
einige Fenster erneuert

Kaserne Neutramm als placemark für google earth herunterladen (Ortsangaben ohne Gewähr): arrow.gif 
(948 Byte)

Gelände Fernmeldeturm Thurau als placemark für google earth herunterladen (Ortsangaben ohne Gewähr): arrow.gif 
(948 Byte)


Quellen:

http://www.damals-im-wendland.de/2006-Neu-Tramm.htm

http://www.wvg-wendland.de/
 

Besonderer Dank an Herrn Andreas Hille für die Unterstützung.