Funk- und Funktechnisches Aufklärungsbataillon 5 (FuFuTAB-5) arrow.gif (948 Byte)Karte


Wimpel FuFuTAB-5

Das FuFuTAB-5 wurde 1986 in Schwerin in der Artilleriekaserne (Johannes-Stelling-Strasse), im Volksmund auch "Rattenburg" genannt, aufgestellt. Vorher war hier das Aufklärungsbataillon der 8.MSD stationiert. In der Kaserne waren alle Einheiten des FuFuTAB-5 stationiert, mit Ausnahme der Spezialaufklärungskompanie, die in einer Kaserne in Hagenow untergebracht war, wo auch das MSR-29, AB-8, und PiB-8 stationiert waren.
Im Juli 1989 verlegte das FuFuTAB-5 nach Glöwen in eine aus den 30er Jahren stammende Kaserne.

Struktur::

  • eine Nachrichtenkompanie ( zuständig für das Btl)

  • < eine Nachrichtenkompanie (für Chef Aufklärung, Kdo MB 5) >

  • eine Funkaufklärungskompanie KW (für Erfassung und Peilung)

  • eine Funktechnische Aufklärungskompanie (Flugfunk- und Radaraufklärung)

  • eine Spezialaufklärungskompanie (Fernspähkompanie) arrow.gif (948 Byte)link

Zur Auftragserfüllung verfügte das FuFuTAB-5 über moderne mobile Aufklärungsgerätesätze wie FuAGS-1M und SRTR-D2, die erst ab 1987 zugeführt wurden, bzw. deren Umrüstung erst 1989 abgeschlossen wurde. Bis 1987 waren die FuFuTAkl-Einheiten u.a. mit dem FuAGS-1 und der SDR-2 MP ausgestattet.

Im  Diensthabenden System (DHS) der FuFuTAkl waren je nach Stufe ständig Einheiten des Btl im Einsatz. Die Aufklärungs- ("Abfang-") Posten arbeiteten dabei aus der Kaserne Schwerin bzw. nach der Verlegung aus Glöwen. Die Funkpeilposten und zeitweise auch Funktechnischen Posten (mit SDR-2 MP) waren südwestlich Grambow (westlich Schwerin) disloziert. Zusätzlich unterstand dem FuFuTAB-5 im DHS das FuAZ der UKW-Aufklärung in Schlagsülsdorf. Dort waren periodisch Kräfte der FuFuTAklKp der Divisionen eingesetzt.

Das FuFuTAB-5 hatte noch weitere Außenstandorte bei Wiek auf Rügen und bei Roggendorf (siehe auch weiter unten). Bei höheren Stufen des DHS konnten weitere vorbereitete Stellungen bezogen werden. Um die Peilbasis zu verbessern, war noch in 1990 geplant gewesen, einen Peiler nach Rohrberg (FuPSt-1 des ZFD) zu verlegen.
Anmerkung:
Die Kurzwellenpeilstelle bei Wiek auf Rügen wurde mit Auflösung des MfS (HA III) im März 1990  übernommen und der Funkaufklärungskompanie KW zugeordnet. Ein weiteres ebenfalls vom MfS übernommenes Objekt war der Abhörposten FALKE in Hellberg westlich Roggendorf. Beide Objekte wurden nicht mehr genutzt.

Die Gesamtstärke des Btl (Stand 1986 bei Aufstellung) betrug im Frieden 413 Soldaten, davon 110 Berufssoldaten (10 Jahre und mehr), die restlichen je zur Hälfte Soldaten auf Zeit (SaZ - bis zu 10 Jahre) und Grundwehrdienstleistende (bis zu 3 Jahre). Im Soll waren der Aufwuchs zu einem Funkaufklärungsregiment und einem selbständigen Spezialaufklärungsbataillon vorgesehen.
1990 sollte ursprünglich eine nochmals veränderte Struktur eingenommen werden, wozu es wegen der politischen Umstände allerdings nicht mehr kam.

Das Btl, insbesondere das AIZ, hat folgende Meldeverpflichtung:

a) im Frieden, innerhalb des Diensthabenden Systems (DHS)

Die im DHS eingesetzte Aufklärungskräfte des BFEK-5 unterstützten nicht, sondern waren dann unterstellt, so z.B. auch ein Peiler, der vor allem in höheren Stufen des DHS in der Nähe des Heimatstandortes Goldberg aufbaut wurde.
 

b) im V-Fall

Mit Wirkung vom 01.08.1990 hatte das FuFuTAB-5 seine Arbeit im Rahmen des DHS eingestellt, die Aufklärung gegen die Bundeswehr schon früher.


Objekt Schlagsülsdorf

Ab 1983/84 wurde in Schlagsülsdorf ein leer stehendes Haus ausgebaut. Im Erdgeschoß wurden die Betriebsräume der Auswertung sowie sanitäre Anlagen einegerichtet, im Obergeschoß Diensträume mit mehreren Arbeitsplätzen für die Funkaufklärer sowie für den Leiter der Funkwache. Ein Gittermast mit entsprechenden Antennen wurde hinter dem Haus in westlicher Richtung aufgestellt; die Betonfundamente sind heute noch zu erkennen.
Weiter außerhalb des Ortes in westlicher Richtung in ca. 300 m Entfernung lag ein weiteres eingezäuntes Gelände, direkt auf der "Bergkuppe". Von dort aus konnte man direkt bis nach Lübeck und Travemünde "reinschauen/-horchen". Der dort gebaute Turm war einer der üblichen viereckigen Grenzüberwachungstürme, wie man sie im Grenzgebiet vorfand. In der Zwischenetage arbeiteten die Funkaufklärer und in der oberen "spiegelverglasten" Etage der Leiter der Funkwache bzw. Auswerter
.

Die Funkaufklärung wurde aus diesem Komplex rund um die Uhr im Rahmen des DHS der Funk- und Funkelektronischen Aufklärung der NVA geführt. Besetzt war dieser Punkt abwechselnd durch die Funkaufklärer der 1. MSD, der 8.MSD und der 9.PD. Diese betrieben Funkaufklärung im UKW- und Flugfunkbereich und wechselten regelmäßig ca. alle vier bis sechs Wochen. Die nicht direkt zur Funkwache eingesetzten Funkaufklärer waren im Objekt der Grenztruppen Schattin untergebracht. Dort war zuletzt die 10. Grenzkompanie (10. GK GKN/GR-6) stationiert. Der Wechsel der "Schichten" erfolgte im Acht-Stunden-Rhythmus. Dazu wurde die neue Funkwache mit LKW Typ URAL über Utecht nach Schlagsülsdorf gebracht und die alte zurück nach Schattin mitgenommen.

An Funkaufklärungs-/ Funkpeiltechnik stand das System R-381 (D2 und D3) zur Verfügung; zur Funkaufklärung wurden aber vorwiegend Empfänger R-323 und zur Funkpeilung der Peiler "ORLJONOK" eingesetzt. Für die Funktechnische (Radar-) Aufklärung wurde das System RPS-6 genutzt.

Anm.:
Vor 1983/84 waren die Kräfte in der Nähe von Diesdorf (Altmark) eingesetzt. In der Nähe befand sich in Bergmoor ein russischer Aufklärungsturm der OSNAZ.


Quellen u.a.:
www.nva-forum.de    http://forum.hidden-places.net
Besonderer Dank Herrn K. Heyde für die vielen Hintergrundinformationen sowie weiteren Herren.